Adolf von Bonin

General von Bonin
General von Bonin

Adolf Albert Ferdinand Karl Friedrich von Bonin (* 11. November 1803 in Heeren); † 16. April 1872 in Berlin) war ein preußischer Offizier, zuletzt General der Infanterie.

Leben

Adolf entstammte einem alten hinterpommerschen Adelsgeschlecht mit gleichnamigem Stammhaus südlich von Köslin, das im Jahr 1294 erstmals urkundlich erwähnt ist. Sein Vater war Gustav von Bonin (1773–1837), sein Bruder Gustav von Bonin (1797-1878), preußischer Verwaltungsjurist und Politiker[1].

Bonin trat 1821 als Sekondeleutnant in das 2. Garderegiment der Infanterie. 1830 wurde er zum Adjutanten beim Generalkommando des Gardekorps ernannt, 1833 zum Adjutanten des Prinzen Adalbert von Preußen. Nach seiner Beförderung zum Premierleutnant wurde er 1838 Flügeladjutant des Königs Friedrich Wilhelm III.. Später diente er in dieser Eigenschaft den Königen Friedrich Wilhelm IV. und Wilhelm I..

Er durchlief die militärische Laufbahn, wurde 1851 Oberst, 1854 Generalmajor, 1858 Generalleutnant und Generaladjutant des Königs, 1863 Kommandierender General des I. Armee-Korps und 1864 General der Infanterie.

Im Krieg von 1866 war sein Armeekorps in der 2. Armee des Kronprinzen. Bei seinem Marsch durch das Riesengebirge erlitt er beim Angriff von General Gablenz in der Schlacht bei Trautenau am 27. Juni eine Niederlage und musste sich zurückziehen. Dieser Rückzug brachte den preußischen Vormarsch insgesamt in Gefahr, da sein Korps die Lücke zur ersten Armee von Prinz Friedrich Karl Nikolaus von Preußen schließen sollte.[2] Weil er zur Schlacht von Königgrätz erst um halb 10 morgens aufgebrochen war, erreichten nur die Spitzen seines Korps gerade noch rechtzeitig gegen 15 Uhr das Schlachtfeld, um die hart bedrängte Garde entlasten zu können.[3] Beim Abmarsch kamen seine Truppen auch noch der Kavallerie in den Weg, die hinter dem Tross zurückbleiben musste[4] und somit das Schlachtfeld überhaupt nicht mehr erreichten. Vom gesamten I. Korps war nur eine einzige Brigade hier zum Einsatz gekommen. Moltke bezeichnete Bonin bezüglich seiner Leistungen bei Königgrätz als inkompetent.[5]

Nach Herstellung des Friedens wurde er 1867 als Oberkommandierender der preußischen Truppen in das Königreich Sachsen gesandt. Während des deutsch-französischen Kriegs war er Generalgouverneur von Lothringen (August 1870 bis März 1871) und trat dann in sein früheres Verhältnis als diensttuender Generaladjutant des Königs und Präses der Generalordenskommission zurück. Zudem war er bis zu seinem Tode Regimentschef des Infanterie-Regiments „von Boyen“ (5. Ostpreußisches) Nr. 41 sowie Chef des Reitenden Feldjägerkorps.

Literatur

Einzelnachweise

  1. Hans BranigBonin, Gustav von. In: Neue Deutsche Biographie (NDB). Band 2, Duncker & Humblot, Berlin 1955, S. 447 (Digitalisat).
  2. Geoffrey Wawro: The Austro-Prussian War. 1996, ISBN 0-521-56059-4, S. 145ff.
  3. Geoffrey Wawro: The Austro-Prussian War. 1996, S. 259 und 272.
  4. Der Feldzug von 1866 in Deutschland. Kriegsgeschichtliche Abteilung des großen Generalstabes online bei Google Books S. 310.
  5. Geoffrey Wawro: The Austro-Prussian War. 1996, S. 272.