Adolf von Rhemen zu Barensfeld

von Rhemen zu Barensfeld im Jahre 1917

Adolf Freiherr von Rhemen zu Barensfeld (* 22. Dezember 1855 in Rastatt, einer anderen Quelle nach in Radstadt[1]; † 11. Januar 1932 in Rekawinkel, Niederösterreich) entstammte einem in Österreich heimisch gewordenen Zweig einer westfälischen Adelsfamilie, war Wirklicher Geheimer Rat, k. u. k. Offizier (Generaloberst) und während des Ersten Weltkriegs Generalgouverneur in Serbien.

Inhaltsverzeichnis

Herkunft

Der Freiherr entstammt der Familie von Bermentfelde oder Barnsfeld (=Velden) aus dem Münsterland, wo bereits 1281 ein Gerhard dictus Werence genannt de Lon, de Bermentvelde als Ritter genannt wurde.

Die Familie Rhemen zu Barensfeld wird 1311 erstmals urkundlich erwähnt als Lehnsherren und Besitzer des Schlosses Wilkinghege. Nach Veräußerung (1390) kam sie durch Erbschaft wieder in Besitz des gesamten Anwesens (1779), das erst 1955 verkauft wurde.[2]

Burg Wilkinghege bei Münster

Am 15. Juni 1613 verschrieb ein Johann von Rhemen zum Barnsfeld dem Johann Leffting eine Rente.[3]

Ein Zweig der Familie zog nach Österreich.

Biographie

Der Sohn des k. k. Generalmajors Peter Freiherr Rhemen zu Barensfeld, (* um 1789; † 20. November 1872) besuchte ab 1872 die Theresianische Militärakademie in der Wiener Neustadt und wurde 1876 als Leutnant zum Infanterieregiment Nr. 14 ausgemustert. 1881 zum Oberleutnant ernannt, absolvierte er von 1882–1884 die Kriegsakademie in Wien und wurde danach zum Hauptmann im Generalstabskorps befördert.[4]

Er avancierte zügig in der Rangordnung: 1894 Major, 1899 Oberst und Generalstabschef des 13. Korps in Agram (Zagreb) und am 1. November 1905 (Rang vom 22. November des Jahres) Generalmajor. In dieser Funktion war er zuerst Kommandant der 72. Infanteriebrigade, sodann der 9. Gebirgsbrigade in Sarajewo, schließlich 1909 der 34. Infanterie-Truppendivision in Temeschwar (Timișoara).

Am 1. Mai 1910 (Rang vom 5. Mai des Jahres) erhielt er seine Beförderung zum Feldmarschalleutnant und wurde zwei Jahre Kommandant des 13. Korps, um 1913 Wirklicher Geheimer Rat und Kommandierender General in Agram zu werden.[5][6]

Als General der Infanterie (mit Rang vom 24. April 1914) kämpfte er ab Kriegsbeginn, mit seinen Truppen in Serbien, dann in den Karpaten sowie in Ostgalizien und wurde am 6. Juli 1916 trotz Einspruch des ungarischen Ministerpräsidenten Istvan Tisza Generalgouverneur von Serbien.[7][1]

Zum 1. Mai 1917 wurde er zum Generaloberst befördert.[8] Er kämpfte an der mazedonischen Front gegen die Ententemächte unter dem Befehl des französischen Generals Louis Félix Marie Franchet d’Espèrey und musste sich Ende Oktober aus seinen Stellungen zurückziehen.

Am 3. Oktober 1918 versuchte die Gattin des serbischen Oberleutnants Boženović ein Pistolenattentat auf von Rhemen, das von seinem Personaldjutanten gerade noch verhindert werden konnte.[1]

Literatur

  • Antonio Schmidt-Brentano: Die k. k. bzw. k. u. k. Generalität 1816–1918, Österreichisches Staatsarchiv, 1907, 211 S.
  • Peter Broucek (Hg.): „Ein österreichischer General gegen Hitler: FML Alfred Jansa – Erinnerungen“, Böhlauverlag, Wien 2008, 835 S.
  • Georg Freiherr von Frölichsthal: „Der Adel der Habsburgermonarchie im 19. und 20. Jahrhundert“, Degener-Verlag GmbH, Frankfurt a. M. 2008, 362 S.
  • Hugo Kerchnawe: „Die Militärverwaltung in den von den österreich-ungarischen Truppen besetzten Gebieten“, Hölder-Pichler-Tempsky A.-G., Wien 1928, 390 S.
  • Johann Swoboda: Die Theresianische Militär-Akademie zu Wiener-Neustadt und ihre Zöglinge: 1838–1893, Band 2, K. K. Hof- und Staatsdruckerei, Wien 1897

Einzelnachweise

  1. a b c Peter Broucek (Hg.): „Ein österreichischer General gegen Hitler: FML Alfred Jansa – Erinnerungen“, Böhlauverlag, Wien 2008, S. 336 f
  2. http://www.westfalen-adelssitze.de/Burgen_Schloesser_Herrenhaeuser/Wilkinghege/Index-Karte.html
  3. http://wiki-de.genealogy.net/Haus_Barnsfeld#Familie_von_Rhemen
  4. Johann Swoboda: Die Theresianische Militär-Akademie zu Wiener-Neustadt und ihre Zöglinge: 1838–1893, Band 2, K. K. Hof- und Staatsdruckerei, Wien 1897, S. 671
  5. Theodor Ritter von Zeynek, Ein Offizier im Generalstab erinnert sich, Böhlau Verlag GmbH, Wien – Köln – Weimar 2009 S. 215
  6. http://www.biographien.ac.at/oebl/oebl_R/Rhemen-Barensfeld_Adolf_1855_1932.xml
  7. Hugo Kerchnawe: „Die Militärverwaltung in den von den österreich-ungarischen Truppen besetzten Gebieten“, Hölder-Pichler-Tempsky A.-G., Wien 1928, S. 53 ff
  8. Antonio Schmidt-Brentano: Die k. k. bzw. k. u. k. Generalität 1816–1918, Österreichisches Staatsarchiv, 1907, S. 150