Adolf von Zemlinszky

Adolf von Zemlinszky (* 23. April 1845 in Wien; † 29. Juni 1900 ebenda) war ein österreichischer Schriftsteller und Journalist – und Vater des Komponisten Alexander von Zemlinsky.

Leben

Geboren als Adolf Semlinsky wurde Zemlinszky katholisch getauft. Später wählte er die ungarische Schreibweise seines Namens und fügte ein Adelsprädikat hinzu. Sein Leben ist nur spärlich dokumentiert. Allem Anschein nach arbeitete er in jungen Jahren als Bahnbeamter und als Schreibkraft bei einer Versicherungsfirma. Am 8. Juli 1870 trat er aus der katholischen Kirche aus und wurde am 20. November in die türkisch-israelitische Gemeinde aufgenommen. Bald darauf übernahm er die Redaktion der sephardischen Monatsschrift El Correo de Viena von seinem Schwiegervater Schem Tov Semo. 1871 kam sein Sohn Alexander zur Welt. 1872 wurde Zemlinszky zum Sekretär der türkisch-israelitischen Gemeinde in Wien ernannt. 1882 übernahm er die Chefredaktion der Zeitschrift Wiener Punsch und gab seinen Beruf fortan offiziell mit „Schriftsteller“ an. Neben seiner journalistischen Tätigkeit verfasste Zemlinszky einige Romane und Erzählungen, die vor allem Themen aus der jüdischen Geschichte zum Inhalt haben. Mit seinen schriftstellerischen Erfahrungen unterstützte er seinen Sohn bei der Arbeit am Libretto von dessen erster Oper Sarema. Besondere Bedeutung hat seine 1888 erschienene Geschichte der türkisch-israelitischen Gemeinde zu Wien.

Werke

  • Jehuda ben Halevi
  • Der Verfluchte
  • Die Tochter des Chasan
  • Salomo Molcho
  • Der Graf von Montfort
  • Der Vagabund
  • Geschichte der türkisch-israelitischen Gemeinde zu Wien von ihrer Gründung bis heute nach historischen Daten. Wien 1888

Quelle

  • Antony Beaumont: Zemlinsky. Faber and Faber, London 2000 (englisch), ISBN 0-571-16983-X (Die deutsche Übersetzung ist im September 2005 bei Zsolnay, Wien, erschienen, ISBN 3-552-05353-0)