Adolph von Asch

Kriegsminister von Asch (links) in seinem Arbeitszimmer

Adolph Freiherr von Asch, voller Name Adolph Freiherr von Asch zu Asch auf Oberndorff, (* 30. Oktober 1839 in München; † 18. Februar 1906, ebenda) war ein bayerischer Offizier und von 1893 bis 1905 Bayerischer Kriegsminister.

Inhaltsverzeichnis

Leben und Wirken

Die Freiherren von Asch zu Asch auf Oberndorff sind ein alteingesessenes oberbayerisches Adelsgeschlecht, mit dem Stammsitz Schloss Asch im Landkreis Freising und erscheinen bereits im 12. Jahrhundert in bischöflich freisingischen Urkunden.[1]

Adolph von Asch war der Sohn des bayerischen Generalmajors Josef Freiherr von Asch und seiner Gemahlin Violanda Freiin Schrenck von Notzing und Egmating. Der Junge strebte gemäß dem väterlichen Beispiel die Offizierslaufbahn an und stieg im Bayerischen Heer rasch auf. Er trat in das Kadettenkorps ein, wurde 1859 Unterleutnant und nahm aktiv an den Kriegen von 1866 und 1870/71 teil. 1866 war er Bataillonsadjutant und Oberleutnant, im Deutsch-Französischen Krieg 1870–71 fand er Verwendung als II. Adjutant des Generals Ludwig von der Tann. 1879 wurde Adolph von Asch Referent im Bayerischen Kriegsministerium, 1888 Kommandeur der 7. Infanteriebrigade in Würzburg, 1893 Chef der 2. Bayerischen Infanterie-Division. Von 5. Juni 1893 bis 4. April 1905 amtierte er als Kriegsminister des Königreichs Bayern. Er bekleidete zuletzt den militärischen Rang eines Generals der Infanterie und war Ritter des Verdienstordens vom Hl. Hubertus.[2] Der Katholik von Asch trat parteipolitisch nicht in Erscheinung; seit 1893 war er verheiratet mit Marie, geb. Hauner, verwitwete von Helvig. Nach seinem Tod bestattete man ihn 1906 auf dem Alten Südfriedhof zu München.

Freiherr von Asch bearbeitete im Auftrag des Großen Generalstabs den Anteil der bayerischen Truppen am Krieg 1870/71. Dr. Maximilian Hufnagel schreibt in seinem Werk „Berühmte Tote im Südlichen Friedhof zu München“ über ihn:

Die Bedeutung Aschs liegt in der Organisation sowie in der praktischen Schulung der Bayerischen Armee, deren Belange er auch gegenüber dem Parlament zu wahren verstand; fällt doch in die "Ära Asch" die Errichtung des 3. Armeekorps 1910 (Sitz Nürnberg), die Organisation der Feldartillerie (seit 1901 in 6 Brigaden, 16 Regimenter), die Aufstellung der ersten bayerischen Maschinen-Gewehr-Abteilung und die Bildung des ersten Detachements Jäger zu Pferd, ferner die Lösung der Frage einer einheitlichen Militär-Strafprozeßordnung sowie die Entsendung des bayerischen Kontingents nach Ostasien; er war als Truppenführer, Organisator, Verwalter und Wirtschafter gleich berühmt.

Dr. Maximilian Hufnagel, „Berühmte Tote im Südlichen Friedhof zu München“

Literatur

  • Dr. Maximilian Hufnagel: Berühmte Tote im Südlichen Friedhof zu München
  • Stadt Gottes: Der Bayerische Kriegsminister Freiherr von Asch, Stadt Gottes, Illustrierte der Steyler Missionare, Jahrgang 1905, Seite 424

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Zur Herkunft der Freiherrn von Asch
  2. Übersicht zum militärischen Werdegang von Adolph von Asch