Agentur für Qualitätssicherung und Akkreditierung Austria

Die Agentur für Qualitätssicherung und Akkreditierung Austria ist die in Österreich für die Akkreditierung und Auditierung im österreichischen Hochschulwesen zuständige Einrichtung. Die Agentur entstand mit 1. März 2012 durch Zusammenfassung des Fachhochschulrates, des Österreichischen Akkreditierungsrates und der als Verein organisierten Österreichischen Qualitätssicherungsagentur (AQA).

Inhaltsverzeichnis

Organisation

Organe der Agentur sind die Generalversammlung, das Kuratorium, das Board und die Bechwerdekommission

Generalversammlung und Kuratorium

In der Generalversammlung sind die verschiedenen Einrichtungen des Hochschulwesens vertreten. Es werden jeweils Vertreter

entsandt.

Die Generalversammlung ist oberstes Organ der Agentur, ihre wesentlichste Aufgabe ist es, dem Bundesminister für Wissenschaft und Forschung für die Bestellung der Mitglieder des Boards entsprechende Vorschläge zu erstatten (§ 12 HS-QSG).

Die Generalversammlung wählt aus ihrer Mitte das Kuratorium, das die Sitzungen der Generalversammlung vorbereitet und dem sonst nur beratende Funktionen zukommen (§ 5 HS-QSG).

Board

Das Board ist das Leitungsorgan der Agentur und trifft im Rahmen der Qualitätssicherungsverfahren die Entscheidungen über die Bestellung der Gutachter sowie über die Erteilung der Akkreditierung oder Zertifizierung.

Die Mitglieder des Boards sind:

  • Experten aus dem Bereich des Hochschulwesens
  • Vertreter der Studierenden
    • Julian Hiller
    • Karin Schönhofer
  • Vertreter der Berufspraxis
    • Gudrun Feucht
    • Valerie Höllinger
    • Thomas Mayr
    • Peter Schlögl

Beschwerdekommission

Die Beschwerdekommission behandelt und entscheidet gemäß § 13 HS-QSG Einsprüche von Bildungseinrichtungen gegen den Verfahrensablauf und gegen Zertifizierungsentscheidungen. Sie besteht aus drei Mitgliedern und zwei Ersatzmitgliedern, die von der Generalversammlung bestellt werden.

Aufgaben

Aufgrund des Hochschul-Qualitätssicherungsgesetzes hat die Agentur zwei Arten von Qualitätssicherungsverfahren durchzuführen: Akkreditierung und Audit. Sie kann jedoch daneben auch andere Qualitätssicherungsverfahren durchführen oder die einzelnen Hochschulen im Bereich der Qualitätssicherung beraten und unterstützen.

Akkreditierung

In Österreich ist eine Akkreditierung für Privatuniversitäten und Fachhochschulen erforderlich. Die Akkreditierung kann nur von der Agentur erteilt werden; das Akkreditierungsverfahren ist ein hoheitlich geführtes Verfahren, das durch Bescheid abgeschlossen wird.

Es wird zwischen einer institutionellen Akkreditierung und einer Programmakkreditierung unterschieden. Während die Programmakkreditierung, die für jedes neue Studium jeweils neu zu beantragen ist, auf unbefristete Zeit vergeben wird, wird die institutionelle Akkreditierung nur für sechs Jahre erteilt (§ 23 bzw. § 24 HS-QSG).

An Privatuniversitäten wird nach zwölfjährigem Bestehen die Akkreditierung für jeweils zwölf Jahre erteilt. An Fachhochschulen ist nach zwölfjährigem Bestehen jeweils ein Auditverfahren durchzuführen, das jeweils nach sieben Jahren zu wiederholen ist. Durch den positiven Abschluss des Auditverfahrens gilt die Fachhochschule weiterhin als akkreditiert (§ 23 Abs. 9 HS-QSG).

Zertifizierung des Qualitätsmanagementsystems (Audit)

Die öffentlichen Universitäten sowie die bereits zwölf Jahre bestehenden Fachhochschulen haben jeweils ein Auditverfahren (§ 22 HS-QSG) anzustrengen. In einem Auditverfahren wird jeweils das interne Qualitätsmanagementsystem der jeweiligen Hochschule überprüft und die Hochschule erhält - wenn dieses den gesetzlichen Anforderungen entspricht - ein entsprechendes Zertifikat. Ein Auditverfahren kann von der Agentur für Qualitätssicherung und Akkreditierung Austria oder jeder anderen vom Bundesministerium für Wissenschaft und Forschung § 19 Abs. 2 HS-QSG anerkannten Agentur durchgeführt werden. Wird das Qualitätsmanagementsystem der Hochschule von der jeweiligen Agentur nicht zertifiziert, ist verpflichtend nach zwei Jahren ein Re-Audit durch die Agentur für Qualitätssicherung und Akkreditierung Austria durchzuführen.

Weitere Aufgaben

Gemäß § 3 HS-QSG hat die Agentur weiters folgende Aufgaben im Bereich der externen Qualitätssicherung zu erfüllen:

  • Entwicklung und Durchführung externer Qualitätssicherungsverfahren, jedenfalls Audit- und Akkreditierungsverfahren, nach nationalen und internationalen Standards;
  • Akkreditierung von hochschulischen Bildungseinrichtungen und Studien;
  • Berichte an den Nationalrat im Wege des zuständigen Bundesministers;
  • Veröffentlichung der Ergebnisberichte der Qualitätssicherungsverfahren;
  • kontinuierliche begleitende Aufsicht akkreditierter hochschulischer Bildungseinrichtungen und Studien hinsichtlich der Akkreditierungsvoraussetzungen;
  • Aufgaben gemäß den Bestimmungen des Fachhochschul-Studiengesetzes und des Privatuniversitätengesetzes;
  • Zertifizierung von Bildungseinrichtungen nach Audit;
  • Durchführung von Studien und Systemanalysen, Evaluierungen und Projekten;
  • Information und Beratung zu Fragen der Qualitätssicherung und Qualitätsentwicklung;
  • Internationale Zusammenarbeit im Bereich der Qualitätssicherung

Geschichte

Erstmals wurde in Österreich eine Akkreditierungseinrichtung im Jahr 1993 im Bereich des Fachhochschulwesens eingerichtet. Aufgrund der Besonderheit, dass in Österreich Fachhochschulen (Erhalter von Fachhochschulstudienhängen) privatrechtlich organisiert sind, sah das Fachhochschul-Studiengesetz vor, dass Fachhochschul-Studiengänge einer Akkreditierung durch den Fachhochschulrat bedürfen.

Im Jahr 1999 wurde mit dem Universitäts-Akkreditierungsgesetz die Möglichkeit zur Schaffung von Privatuniversitäten vorgesehen. Zur Entscheidung über die Akkreditierung von Privatuniversitäten wurde ein eigenes Gremium, der Österreichische Akkreditierungsrat gegründet.

Im Zuge der Umsetzung des Bologna-Prozesses wurde die Schaffung einer Qualitätssicherungseinrichtung auch für die Universitäten laut. Diese wurde durch einen privatrechtlichen Verein, die Österreichische Qualitätssicherungsagentur (AQA), verwirklicht. Dieser Verein hat keine Akkreditierungsbefugnis gegenüber den staatlichen Universitäten, vielmehr besteht seine Aufgaben in der Durchführung von Qualitätssicherungsprojekten gemeinsam mit in- und ausländischen Hochschulen. Seit Juni 2009 ist die AQA berechtigt, in Deutschland die Systemakkreditierung nach den Richtlinien des deutschen Akkreditierungsrates anzubieten.

Im Jahr 2011 wurde beschlossen, die drei genannten Einrichtungen zu einer einheitlichen Agentur zusammenzufassen. Das im Herbst 2011 beschlossene Hochschul-Qualitätssicherungsgesetz sieht daher die Einrichtung der Agentur für Qualitätssicherung und Akkreditierung Austria mit 1. März 2012 vor. Das Gesetz erlaubt als Übergangsbestimmung dem Fachhochschulrat und dem Österreichischen Akkreditierungsrat, am 1. März 2012 bereits laufende Verfahren bis Ende August 2012 abzuschließen. Für die AQA bestehen keine besonderen Übergangsbestimmungen, da sie als Verein organisiert ist und als solcher abgewickelt werden soll.[1]

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Vgl. die Übergangsregelungen, die auf der Homepage angekündigt sind; abgerufen am 5. August 2012.