Aibl

Aibl
Wappen von Aibl
Aibl (Österreich)
Aibl
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Steiermark
Politischer Bezirk: Deutschlandsberg
Kfz-Kennzeichen: DL
Fläche: 40,66 km²
Koordinaten: 46° 41′ N, 15° 13′ O46.68333333333315.216666666667470Koordinaten: 46° 41′ 0″ N, 15° 13′ 0″ O
Höhe: 470 m ü. A.
Einwohner: 1.429 (1. Jän. 2012)
Bevölkerungsdichte: 35,15 Einw. pro km²
Postleitzahl: 8552
Vorwahl: 0 34 66
Gemeindekennziffer: 6 03 01
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Aichberg 58
8552 Aibl
Website: www.aibl.gv.at
Politik
Bürgermeister: Ing. Andreas Kremser (ÖVP)
Gemeinderat: (2010)
(15 Mitglieder)
13 ÖVP, 2 SPÖ
Lage der Gemeinde Aibl im Bezirk Deutschlandsberg
Aibl Deutschlandsberg Eibiswald Frauental an der Laßnitz Freiland bei Deutschlandsberg Bad Gams Garanas Georgsberg Greisdorf Gressenberg Groß Sankt Florian Großradl Gundersdorf Kloster Hollenegg Lannach Limberg bei Wies Marhof Osterwitz Pitschgau Pölfing-Brunn Preding Rassach Sankt Josef Sankt Martin im Sulmtal Sankt Oswald ob Eibiswald Sankt Peter im Sulmtal Sankt Stefan ob Stainz Schwanberg Soboth Stainz Stainztal Stallhof Sulmeck-Greith Trahütten Unterbergla Wernersdorf Wettmannstätten Wielfresen Wies SteiermarkLage der Gemeinde Aibl im Bezirk Deutschlandsberg (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Österreich/Wartung/Lageplan Imagemap
(Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria)

Aibl ist eine Gemeinde mit 1429 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2012) im Bezirk Deutschlandsberg in der Steiermark.

Inhaltsverzeichnis

Geografie

Lage

Aibl liegt in der südlichen Weststeiermark am Fuße der Koralpe an der slowenischen-österreichischen Grenze. Die Radlpass Straße verbindet die Gemeinde mit dem benachbarten Slowenien. Der niedrigste Punkt des Gemeindegebietes liegt auf 365 m ü. A., den höchsten Punkt bildet der Haderniggkogel mit 1184 m ü. A.. Charakteristisch für das Gemeindegebiet sind die breiten Hügel und Kuppen, daneben findet man aber auch enge Täler, die von Bächen in die Hügellandschaft geschnitten wurden. Die landwirtschaftlich genutzten Flächen weisen eine durchschnittliche Steilheit von circa 15 Grad auf.

Gemeindegliederung

Die Gemeinde Aibl besteht aus den Katastralgemeinden Aibl, Aichberg, Hadernigg, Staritsch, Sankt Bartlmä, Sankt Lorenzen und Rothwein.

Nachbargemeinden

St. Oswald Wernersdorf Pitschgau /
Wies
Soboth Nachbargemeinden Eibiswald /
Großradl
Muta / Hohenmauthen Radlje / Mahrenberg

Geschichte

In der Gemeinde Aibl lag im Norden von Eibiswald der Edelsitz „Aichberg“. Der Name des Aibler Ortsteiles Aichberg erinnert an ihn. Dies Anlage hatte sich aus einem Bauernhof entwickelt und wurde im 18. Jahrhundert wieder zu einem solchen. Der Bauernhof Aichberger erinnert ebenfalls daran, er wird als Meierhof des damaligen Edelhofes betrachtet. Die frühere Wehranlage existiert nicht mehr.[1] Eine Belehnung mit dem Schramphnhof am Aichperg ist für 1427 dokumentiert, um 1460 wurde der Hof durch Kaiser Friedrich III. verliehen. 1572 war der Hof als Gschloß Aichperg bezeichnet. 1598 brannte die Anlage ab und wurde mit einer Unterstützung durch die Landesherrschaft von 600 fl wieder aufgebaut. in der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts verfügte das Anwesen über eine Rüstkammer und eine Bibliothek aus 50 Bänden. Ab 1627 gehörte die Gült Aichberg zur Grundherrschaft Eibiswald. 1693 wird die Anlage als baufällig bezeichnet, für die Zeit um 1780 wird angenommen, dass der Hof wieder zu einem Bauernhof wurde.[1] [2]

Die Glasfabrik in Aibl lieferte im 19. Jahrhundert Flaschen für Mineralwasser bis nach Srebrenica in Bosnien,[3] Flaschen für Franzbranntwein (Diana mit Menthol) nach Ungarn und Bierflaschen für die Brauereien Götz in Eibiswald und Wolfsbauer in Stainz.[4] Sie war aber zu klein für größere Aufträge, geriet immer wieder in wirtschaftlichen Schwierigkeiten und musste mehrfach geschlossen werden.[5] [6]

Schloss Aichberg bei Eibiswald in der Darstellung von Georg Matthäus Vischer

Bevölkerung

Bevölkerungsentwicklung

Von 1869 bis Mitte des 20. Jahrhunderts wuchs die Bevölkerungszahl der Gemeinde an, sie ging danach mit Ausnahme einer kurzen Periode nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges kontinuierlich zurück. Der Rückgang der Bevölkerungszahl konnte nicht gestoppt werden, sie erreichte 2011 ihren niedrigsten Stand seit über 140 Jahren.


Bevölkerungsstruktur

Die Gemeinde hatte laut Volkszählung 2001 1521 Einwohner. 96,1 % der Bevölkerung besitzen die österreichische Staatsbürgerschaft. Zur römisch-katholischen Kirche bekennen sich 96,3 % der Einwohner, 1,7 % sind ohne religiöses Bekenntnis.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Wichtigste Sehenswürdigkeiten der Gemeinde Aibl sind der Naturstein Hadernigg und das Ortszentrum von Aibl.

Die Pfarrkirche „St. Lorenzen ob Eibiswald“ ist 1399 in einer Urkunde dokumentiert, sie war bis 1790 Filialkirche von Eibiswald. Um 1670 wurde sie umgebaut, nach einem Brand 1807 und im Jahr 1946 restauriert. Die Filialkirche zum „Hl. Leonhard in der Ebene“ gehörte bis 1829 zur Pfarre Mahrenberg im Drautal, weil sie südlich der Grenze zwischen den damaligen Kreisen Graz und Marburg lag. Sie ist im Kern romanisch und wurde spätgotisch erweitert.[7]

Bevölkerungsverteilung 2001
Aibl 518
Aichberg 435
Hadernigg 208
Sankt Lorenzen 200
Staritsch 115
Rothwein 29
Sankt Bartlmä 16

Die Wallfahrtskirche „St. Anton in Bachholz“ ist eine jener wenigen Kirchen, die dem Hl. Antonius dem Einsiedler geweiht sind. Sie befindet sich neben der Straße auf den Radlpass und wurde 1617 erstmals erwähnt, ein Neubau erfolgte 1711–1715. Der Hochaltar stammt aus dem Jahr 1732 mit Bildern (Marienkrönung) von Johann Anton Strauß, um 1775. Eine Kanzel wird auf 1700 datiert, die Positivorgel auf 1720.[8]

Wirtschaft und Infrastruktur

Laut Arbeitsstättenzählung 2001 gibt es 34 Arbeitsstätten mit 158 Beschäftigten in der Gemeinde sowie 498 Auspendler und 94 Einpendler. Wichtigste Branchen sind das Unterrichtswesen und der Handel. Aibl ist auch eine wichtige Schilcherweinbau- und Tourismusgemeinde. Neben einigen Gewerbebetrieben liegt in der Gemeinde auch die HMF Fertigungstechnik GmbH (Maschinenbau) sowie ein Stein- und Schotterwerk. Es gibt 171 land- und forstwirtschaftliche Betriebe (davon 42 im Haupterwerb), die zusammen 3.817 ha bewirtschaften (1999).

Politik

Gemeinderat

Die ÖVP konnte ihre starke Vormachtstellung auch bei den Gemeinderatswahlen 2010 behaupten und weiter ausbauen. Die ÖVP kam auf 85,34 % der Stimmen und die SPÖ auf 14,66 %.

Aibl um 1877/78, Aufnahmeblatt der Landesaufnahme
Die Grenze zwischen dem Grazer und dem Marburger Kreis verlief in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts nördlich von St. Lorenzen

Wappen

Das Wappen von Aibl zeigt auf einem weißen Schild drei rote Streifen, die im 45 Grad Winkel von der oberen, linken Seite zur unteren, rechten Seite verlaufen. Im mittleren roten Streifen sind dabei drei weiße, im mittleren weißen Streifen drei rote Weinblätter dargestellt. Das Recht zur Führung des Gemeindewappens erhielt die Gemeinde am 1. Oktober 1989.

Weblinks

 Commons: Aibl – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
geologische Karte zu Aibl und seiner Umgebung, um 1926

Referenzen

  1. a b Robert Baravalle: Burgen und Schlösser der Steiermark. Eine enzyklopädische Sammlung der steirischen Wehrbauten und Liegenschaften, die mit den verschiedensten Privilegien ausgestattet waren. Graz 1961, Verlag Stiasny. S. 58–59.
  2. Herwig Ebner: Burgen und Schlösser in der Steiermark. Graz, Leibnitz, West-Steiermark. 2. Auflage. Wien 1981, Birken-Verlag. ISBN 3-85030-028-5. S. 10–11.
  3. Blatnik: Glasfabrik. S. 514.
  4. Blatnik: Glasfabrik. S. 519.
  5. Herbert Blatnik: Zur Geschichte der Glasfabrik Aibl in Eibiswald. In: Gerhard Pferschy, Gernot P. Obersteiner (Hg.), Meinhard Brunner (Red.): Rutengänge: Studien zur geschichtlichen Landeskunde. Festgabe für Walter Brunner zum 70. Geburtstag. Forschungen zur geschichtlichen Landeskunde der Steiermark, Band 54. Zeitschrift des Historischen Vereines für Steiermark, Sonderband 26. Graz 2010. ISBN 978-3-901251-34-4. S. 512–524.
  6. Glashütte Aibl.
  7. Kurt Woisetschläger, Peter Krenn: Dehio Handbuch - Die Kunstdenkmäler Österreichs: Steiermark (ohne Graz). Topographisches Denkmälerinventar, hg. vom Bundesdenkmalamt, Abteilung für Denkmalforschung. Verlag Anton Schroll. Wien 1982. ISBN 3-7031-0532-1. Seite 454–455.
  8. Dehio, Seite 415. Das Patrozinium ist lt. diesem Denkmälerinventar das Einzige dieses Heiligen in der Steiermark. Seite 658.