Aigen im Mühlkreis

Aigen im Mühlkreis
Wappen von Aigen im Mühlkreis
Aigen im Mühlkreis (Österreich)
Aigen im Mühlkreis
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Oberösterreich
Politischer Bezirk: Rohrbach
Kfz-Kennzeichen: RO
Fläche: 17,41 km²
Koordinaten: 48° 39′ N, 13° 58′ O48.64666666666713.9725596Koordinaten: 48° 38′ 48″ N, 13° 58′ 21″ O
Höhe: 596 m ü. A.
Einwohner: 1.934 (1. Jän. 2012)
Bevölkerungsdichte: 111,09 Einw. pro km²
Postleitzahl: 4160
Vorwahl: 07281
Gemeindekennziffer: 4 13 03
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Marktplatz 17
4160 Aigen im Mühlkreis
Website: www.aigen.ooe.gv.at
Politik
Bürgermeister: Johann Peter (ÖVP)
Gemeinderat: (2009)
(25 Mitglieder)
19 ÖVP, 6 SPÖ
Lage der Marktgemeinde Aigen im Mühlkreis im Bezirk Rohrbach
Afiesl Ahorn Aigen im Mühlkreis Altenfelden Arnreit Atzesberg Auberg Berg bei Rohrbach Haslach an der Mühl Helfenberg Hofkirchen im Mühlkreis Hörbich Julbach Kirchberg ob der Donau Klaffer am Hochficht Kleinzell im Mühlkreis Kollerschlag Lembach im Mühlkreis Lichtenau im Mühlkreis Nebelberg Neufelden Neustift im Mühlkreis Niederkappel Niederwaldkirchen Oberkappel Oepping Peilstein im Mühlviertel Pfarrkirchen im Mühlkreis Putzleinsdorf Rohrbach in Oberösterreich St. Johann am Wimberg St. Martin im Mühlkreis St. Peter am Wimberg St. Stefan am Walde St. Ulrich im Mühlkreis St. Veit im Mühlkreis Sarleinsbach Schlägl Schönegg Schwarzenberg am Böhmerwald Ulrichsberg OberösterreichLage der Gemeinde Aigen im Mühlkreis im Bezirk Rohrbach (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
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(Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria)
Marktplatz

Aigen im Mühlkreis ist eine Marktgemeinde mit 1934 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2012) in Oberösterreich im Bezirk Rohrbach im Oberen Mühlviertel. Die Gemeinde liegt im Gerichtsbezirk Rohrbach.

Inhaltsverzeichnis

Geografie

Aigen im Mühlkreis liegt auf etwa 600 Meter Höhe im Oberen Mühlviertel im Tal der Großen Mühl. Die Ausdehnung beträgt von Nord nach Süd sechs Kilometer, von West nach Ost acht Kilometer. Die Gesamtfläche beträgt 17,3 km². 66,5 % der Fläche sind bewaldet, 30,1 % der Fläche sind landwirtschaftlich genutzt.

Die Grenze zu Tschechien ist 7,5 Kilometer entfernt. Die Grenze zu Deutschland ist etwa 10 Kilometer entfernt. Der 1077 Meter hohe Bärenstein ist ein beliebtes Ausflugsziel.

Ortsteile sind:

  • Aigen im Mühlkreis
  • Grünwald
  • Rudolfing
  • Sonnenwald

Geschichte

Das Obere Mühlviertel gehörte ursprünglich zum Herzogtum Bayern und seit 1180 zum Herzogtum Österreich.

Aigen entstand im Zuge der Kolonisation, die in diesem Gebiet durch das Prämonstratenserstift Schlägl erfolgte. Mit Genehmigung des österreichischen Herzogs Friedrich II. veranlasste Propst Heinrich I. 1242 die Anlage einer Siedlung auf dem zum Klostergrund gehörenden „Eigen“, wobei den Neusiedlern für zwölf Jahre eine Steuerbefreiung gewährt wurde. Auf Bitten des Schlägler Propstes Johannes verlieh Herzog Rudolf IV mit einer am 28. Juli 1362 in Passau ausgestellten Urkunde dem Dorf Aigen das Marktrecht. 1459 bestätigte Herzog Albrecht VI. das Privileg eines Jahrmarkts für den Sonntag nach Allerheiligen. Seit 1490 wird Aigen dem Fürstentum Österreich ob der Enns zugerechnet. 1529 anerkannten Richter und Rat des Marktes Aigen einen 1497 abgeschlossenen Vertrag zwischen dem Schlägler Propst und dessen Untertanen, mit dem Todfall und Besthaupt geregelt wurden, die davor einige Zeit nach böhmischen Brauch geübt worden waren. Im 16. Jahrhundert breitete sich die Reformation aus und 1585 vernichtete ein Brand den Markt Aigen. Um den Wiederaufbau zu unterstützen, bestätigte Kaiser Rudolf II. am 17. Juni 1598 die bisherigen Privilegien und genehmigte gleichzeitig einen weiteren Jahrmarkt, der am 6. Februar, dem Fest der heiligen Dorothea, abzuhalten war. 1599 erhielt Aigen eine neue Marktordnung, durch die ein blühender Handel mit Böhmen möglich wurde. 1708 wurde den Bürgern von Aigen das Recht zugestanden, einen eigenen Richter vorzuschlagen. Während der Koalitionskriege wurde Aigen mehrfach besetzt und 1808 durch ein Feuer zerstört. 1852 brannten die Markthäuser infolge Blitzschlags nieder. Mit dem Anschluss an die Mühlkreisbahn 1888 erfolgte ein wirtschaftlicher Aufschwung.

Seit 1918 gehört Aigen zum Bundesland Oberösterreich. Nach dem Anschluss Österreichs an das Deutsche Reich am 12. März 1938 gehörte der Ort zum „Gau Oberdonau“. 1941 wurden die Gemeinden Aigen und Schlägl zu einer Verwaltungsgemeinschaft zusammengefasst, die 1945 wieder aufgelöst wurde. Im 20. Jahrhundert entwickelte sich Aigen zu einem Sommerfrischeort. In den letzten Jahrzehnten stieg es zu einem Tourismuszentrum des Oberen Mühlviertels auf.

Aigen war ab 1850 Teil des Gerichtsbezirks Aigen, wobei der Gerichtssitz 1873 von Schlägl nach Aigen verlegt wurde. 2003 wurde der Gerichtsbezirk Aigen aufgelöst und die Gemeinde dem Gerichtsbezirk Rohrbach zugewiesen.

Wappen

Blasonierung: Erniedrigt geteilt; oben in Gold auf drei grünen Hügeln je ein grüner, schwarzstämmiger Nadelbaum; unten gespalten von Silber und Schwarz mit zwei schräggekreuzten Schlegeln in gewechselten Farben. Die Gemeindefarben sind Rot-Weiß-Blau.

Politik

  • Bürgermeister ist Johann Peter von der ÖVP (Stand Juni 2008).
  • Einwohnerentwicklung: 1991 hatte die Gemeinde laut Volkszählung 1.802 Einwohner, 2001 dann 1.929 Einwohner.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

  • Die dem Stift Schlägl inkorporierte Pfarrkirche Hl. Apostel und Evangelist Johannes wurde 1897–1901 nach Plänen des Linzer Architekten Raimund Jebinger errichtet.
  • Vogelmuseum im Kulturhaus Aigen
  • Kunstgalerie Atelier Anders
  • Kalvarienberg (Aigen im Mühlkreis)

Persönlichkeiten

Literatur

  • Isfried H. Pichler: Urkunden Stift Schlägl. Schlägler Schriften Band 12. Selbstverlag Stift Schlägl, 2003.

Weblinks

 Commons: Aigen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien