Akademisches Gymnasium Salzburg

Akademisches Gymnasium Salzburg
Schulform Allgemeinbildende Höhere Schule Humanistisches Gymnasium
Gründung 1617
Ort Salzburg
Bundesland Salzburg
Staat Österreich
Koordinaten 47° 47′ 39,9″ N, 13° 2′ 2,9″ O47.794417213.0341425Koordinaten: 47° 47′ 39,9″ N, 13° 2′ 2,9″ O
Träger Republik Österreich
Schüler 604 (2011/12)
Lehrkräfte 70
Leitung Klaus Schneider
Website www.akadgym.salzburg.at

Das Akademische Gymnasium Salzburg ist ein humanistisches Gymnasium (Langform) und Europagymnasium in Salzburg. Das Gymnasium wurde am 20. September 1617 von Fürsterzbischof Markus Sittikus gegründet.

Inhaltsverzeichnis

Lage

Die Schule liegt im Stadtteil Riedenburg direkt am Südhang des Rainbergs.

Geschichte

Die Vorläufer des Akademischen Gymnasiums waren die Domschule und die Lateinschule zu St. Peter, deren Anfänge sich bis in die Zeit von Arno und des heiligen Rupertus zurückverfolgen lassen.

Der Nachfolger von Erzbischof Markus Sittikus, Erzbischof Paris Lodron, baute das Gymnasium zur Universität aus. Der Leiter der Schule, Praefectus Gymnasii, war dem Rektor der Universität verantwortlich, die Schüler wurden in die Matrikel der Universität eingetragen.

Während der Bayernherrschaft

Nach dem „Normativ der Errichtung der öffentlichen Unterrichtsanstalten“ im Schuljahr 1811/12 wurde das Gymnasialstudium ausgeweitet.[1] Die Stundentafeln wurden besonders im Sinn des Neuhumanismus verändert und die altphilologischen Fächer traten stärker hervor. In den vier Jahren der Oberstufe waren 23 Wochenstunden für Latein und Alt-Griechisch vorgesehen. Auch Mathematik war mit 12 Wochenstunden stark vertreten. Wegen der politischen Situation und der Abhängigkeit Bayerns von Napoleon wurde Französisch angeboten. Das Akademische Gymnasium hat also während der Wirren des napoleonischen Krieges eine Blütezeit erlebt.[2]

Zur Zeit des Biedermeier

Nachdem das Land Salzburg 1816 endgültig zu Österreich gekommen war, wurden auch wieder die österreichischen Lehrpläne eingeführt, in denen ein Lehrer für alle Fächer – mit der Ausnahme von Religion – vorgesehen war. Die Lehrer wurden von den Benediktinerabteien St. Peter und Michaelbeuern gestellt. Der Schulalltag dürfte in dieser Zeit eher ruhig verlaufen sein.

Die Reform des höheren Schulwesens in Österreich 1849/50

Durch diese Reform unter Kultusminister Leo Graf Thun erhielt das höhere Schulwesen in Österreich eine neue Grundlage, die es bis 1962 behalten sollte. Das Gymnasialstudium wurde auf acht Jahre ausgeweitet, es wurde das Fachlehrersystem eingeführt und sah eine Reifeprüfung für die Absolventen vor. Besonders die geprüften Fachlehrer sollten das Bildungsniveau heben. Darüber hinaus wurden Deutsch und naturwissenschaftliche Fächer als Gegenstände eingeführt.[3]

Schulzweige

Neusprachlich-humanistisches Gymnasium

In diesem Zweig bilden Sprachen, Bildung im Sinne einer Persönlichkeitsentfaltung, sozialer Umgang und eine kritisch-innovative Auseinandersetzung mit modernen Technologien die Schwerpunkte. In der ersten Klasse wird Englisch unterrichtet, das Fach Soziales Lernen vermittelt Kommunikation, Lerntechniken und das Thema Miteinander.

Ab der zweiten Klasse kommt Latein hinzu, in der fünften Klasse kann zwischen Französisch und Alt-Griechisch gewählt werden. Ab der sechsten Klasse gibt es ein Kurssystem (Modulare Oberstufe), in dem 16 Wahlmodule gewählt werden können.

Europagymnasium

Ziel des Schulversuches Europagymnasium ist es, den Schülern neben den Schwerpunkten des neusprachlich-humanistischen Gymnasiums eine zusätzliche Sprache und völkerverständigende Grundwerte zu vermitteln. Ein Schüleraustausch mit EU-Ländern soll die sprachlichen Fähigkeiten und das kulturelle Verständnis erweitern. Im Unterschied zum neusprachlich-humanistischen Gymnasium wird Spanisch ab der vierten Klasse unterrichtet und im Modulsystem ab der sechsten Klasse können 6 Wahlmodule gewählt werden.

Modulare Oberstufe

Die modulare Oberstufe beginnt in der sechsten Klasse (10. Schulstufe) und wird derzeit als Schulversuch durchgeführt. Die Pflichtfächer werden auf das gesetzlich vorgeschriebene Stundenminimum reduziert und die Schüler haben mehr Wahlmöglichkeiten. Nach jedem Semester wird ein Zeugnis ausgestellt, allfällige negative Module können im Rahmen einer Modulprüfung positiv abgelegt werden.

Die Module:[4]

  • Basismodule (Pflichtfächer wie Deutsch etc.) sind verpflichtend, im Stundenausmaß etwas reduziert.
  • Wahlmodule (bisher Wahlpflichtfächer) sind wesentlich erweitert und in einem vorgegebenen Rahmen von den Schülern ihren Interessen entsprechend „wählbar“. Es werden drei Arten von Wahlmodulen unterschieden:
  • Ergänzungsmodule erweitern das allgemeine Fachangebot, z. B. Italienisch, Spanisch, Informatik, Darstellende Geometrie.
  • Vertiefungsmodule beziehen sich auf die Basismodule (Deutsch, Englisch, Mathematik etc.) und haben die Funktion, Inhalte zu „vertiefen“ und vernetzendes Denken (fächerübergreifende Angebote) zu fördern.
  • Schlüsselqualifikationsmodule sollen zukünftige Anforderungen in Beruf und Gesellschaft flexibel zu bewältigen helfen. Beispiele für Angebote sind Rhetorik, Kommunikation, Präsentation, Medienkunde, wissenschaftliches Arbeiten.

Außerschulische Aktivitäten

Fremdsprachenwettbewerbe

Französisch

Der Landesfremdsprachenwettbewerb Französisch wird derzeit von Lehrern aus dem Akademischen Gymnasium organisiert und findet in der Schule statt.

Spanisch

Der Fremdsprachenwettbewerb Spanisch wird ebenfalls von Lehrern der Schule organisiert und es nehmen jährlich viele Schüler des Akademischen Gymnasiums teil. Neben dem Wettbewerb werden zahlreiche Projekte wie zum Beispiel spanisches Theater von und für Schüler angeboten.

Latein und Alt-Griechisch

Jährlich nehmen Schüler an der Latein- und Griechischolympiade teil. Schüler der Schule nehmen auch am Ovidwettbewerb (Certamen Ovidianum Certamen Ovidianum Sulmonese) und am Cicerowettbewerb (Certamen Ciceronianum Arpinas) teil.

Russisch

Russisch wird nicht direkt an der Schule unterrichtet, Schüler können es jedoch am Bundesgymnasium Zaunergasse besuchen und dann am Fremdsprachenwettbewerb teilnehmen.

Känguru der Mathematik

Alle Schüler nehmen an dem jährlich stattfindenden Wettbewerb teil.

Darstellende Geometrie

Darstellende Geometrie kann im Rahmen des Modulsystems am Borromaeum Salzburg besucht werden.

Literatur

  • Erwin Niese(Redaktion): Festschrift 375 Jahre Akademisches Gymnasium 1617–1992 mit Jahresbericht über das Schuljahr 1991/92. Salzburg 1992
  • Jahresberichte des Akademischen Gymnasiums

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Stockinger, Josef: Wiedergeburt aus dem Geist der Renaissance und des Humanismus. In: Festschrift 375 Jahre Akademisches Gymnasium 1617–1992; Salzburg 1992
  2. vgl. Stockinger, Josef: Das Akademische Gymnasium zu Salzburg zur Zeit der Bayernherrschaft (1810–1816). In: Jahresbericht des Akademischen Gymnasiums 1969/70, S. 6–21, bes. S. 11 f.
  3. Wolf, Unterabschnitt: Das Akademische Gymnasium Salzburg in den Jahrzehnten der großen Schulreform im Jahre 1849 bis zum Zusammenbruch der Monarchie. In: Festschrift 350 Jahre Akademisches Gymnasium Salzburg 1617–1967; Salzburg 1967 S. 65–78, bes. S. 65;
  4. Website des Akademischen Gymnasiums Salzburg, http://www.akadgym.salzburg.at, Stand: 1. Dezember 2012