Alexander Pereira

Alexander Pereira (* 11. Oktober 1947 in Wien) ist ein österreichischer Kulturmanager. Von 1991 bis 2012 war er Intendant des Opernhaus Zürich, seit 2012 ist er Intendant der Salzburger Festspiele. Sein Name geht auf portugiesische Vorfahren zurück, die sich 1720 in Wien niedergelassen hatten.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Alexander Pereira kam als Sohn eines österreichischen Diplomaten in Wien zur Welt; er ist ein Nachkomme von Fanny von Arnstein. Da er auf Wunsch der Eltern zunächst „einen rechten Beruf erlernen“ sollte, ließ er sich in Marketing und Verkauf ausbilden und ging als Touristikmanager nach London. Anschließend war er fast zwölf Jahre für Olivetti tätig: In Frankfurt verkaufte er Schreib- und Rechenmaschinen, in Berlin war er Geschäftsstellenleiter.

Nebenbei absolvierte er ein Gesangsstudium und kam dadurch mit der Welt von Musik und Gesang in Berührung. 1979 erhielt er von Hermann Josef Abs, dem Chef der Deutschen Bank, den Auftrag, zusammen mit Katharina von Bismarck die Frankfurter Bachkonzerte zu veranstalten, die von der Deutschen Bank gegründet worden waren. 1979 bis 1983 war er Vorstandsmitglied der Frankfurter Bachkonzerte.

1984 wurde er als Generalsekretär der Konzerthausgesellschaft nach Wien berufen. Mit Sinn für Kunst und Kommerz gleichermaßen gelang es ihm, die Konzertszene zu modernisieren, neues und junges Publikum zu gewinnen sowie Christoph Lieben-Seutter als persönlichen Assistenten für diese Tätigkeit zu gewinnen. Alle zwei Jahre veranstaltete er das Internationale Musikfest der Wiener Festwochen.

1989 war er als künstlerischer Leiter der Salzburger Festspiele im Gespräch, doch stattdessen kam er ans Opernhaus Zürich, wo er am 1. Juli 1991 Intendant wurde.

In kurzer Zeit gelang es ihm, zahlreiche international beachtete Inszenierungen auf die Bühne zu stellen, durch erfolgreiches Marketing und Akquirieren von Sponsoren Millionenschulden abzubauen und Gewinn zu erwirtschaften.

Als Intendant legte Pereira Wert auf die Entwicklung eines Ensembles, die Förderung junger Interpreten, offene Veranstaltungsformen und die Einbeziehung des Publikums sowie die Zusammenarbeit mit bekannten Künstlern. Im Zentrum von Pereiras Spielplangestaltung steht die Pflege des Opernrepertoires von Mozart bis Verdi. Darüber hinaus unterstützt er auch Uraufführungen von zeitgenössischen Werken.

1996 wurde Pereira Geschäftsführer der künstlerischen Kommission der Zürcher Festspiele, die er maßgeblich initiiert hatte und die im Sommer 1997 zum ersten Mal stattgefunden haben.

Im April 2005 lehnte Pereira ein Angebot der Mailänder Scala ab. Diese Entscheidung basierte einerseits auf seiner engen Verbundenheit mit Zürich, anderseits auf dem Beschluss des Regierungsrates des Kantons Zürich, von der angekündigten Kürzung des Subventionsbeitrags um zwei Millionen Franken abzusehen. Sein Vertrag am Opernhaus lief bis Sommer 2012[1], seine Zürcher Ära beendete er am 8. Juli 2012 mit Verdis Falstaff.[2] Am 20. Juli 2012 übernahm Alexander Pereira die Intendanz der Salzburger Festspiele von Markus Hinterhäuser. Sein Nachfolger als Intendant des Opernhauses Zürich ist Andreas Homoki, der zum Zeitpunkt der Ernennung Intendant der Komischen Oper Berlin war.

Sonstiges

Alexander Pereira gilt international als erstrangiger Kulturdirektor. Seine großen Erfahrungen im Verkaufswesen helfen ihm, wirtschaftlich erfolgreich zu sein. Aktuelle Projekte sind die künstlerische Nachwuchsförderung und die Ausbildung künftiger Intendanten. Zu diesem Zweck initiierte Pereira ein Master-Programm für Kulturmanager, das von der Universität Zürich als Nachdiplomstudium angeboten wird (Executive Master of Arts Administration). Das dreijährige Master-Programm vermittelt die notwendigen Kenntnisse für die Gesamtführung von Kulturbetrieben.

Alexander Pereira ist Besitzer von Rennpferden und leidenschaftlicher Hobbykoch. Zudem ist er im Beirat der Liechtensteiner Stiftung Ars Rhenia, die Kultur und Kunst fördert.

Literatur

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Medieninformation. Link nicht mehr abrufbar.
  2. Susanne Kübler: Alexander Pereira. In: Tages-Anzeiger vom 19. Mai 2012