Alexander Wassilko von Serecki (Graf)

Alexander Graf Wassilko von Serecki, November 1916

Alexander Graf Wassilko von Serecki (* 2. Februar 1871 auf Schloss Berhometh; † 21. Juli 1920 in Bârlad), war k. u. k. Kämmerer, Kammervorsteher des Erzherzoges Heinrich Ferdinand von Österreich-Toskana und hochdekorierter k. u. k. Oberstleutnant des K.u.k. Böhmischen Dragoner-Regiments „Fürst von Liechtenstein“ Nr. 10 aus der Familie Wassilko.

Inhaltsverzeichnis

Biographie

Alexander war der Sohn von Freiherr Alexander Wassilko von Serecki, dem gleichnamigen Geheimen Rat und Landeshauptmann des Herzogtums Bukowina. Er trat nach Privaterziehung und dem Ablegen des Abiturs am k. k. Staats-Ober-Gymnasium von Rădăuți (deutsch Radautz) im Jahre 1890[1] in die Theresianische Militärakademie in der Wiener Neustadt ein und wurde als Leutnant am 18. August 1893 zum K.u.k. Galizisch-Bukowina’schen Dragoner-Regiment „Erzherzog Albrecht“ Nr. 9 in Olmütz abkommandiert.[2] Am 1. August 1897 wurde er zum Oberleutnant befördert und dem K.u.k. Böhmischen Dragoner-Regiment „Fürst von Liechtenstein“ Nr. 10 zugewiesen, dem er bis zum Zerfall der Donaumonarchie angehörte.[3].[4]

Alexander avancierte am 1. November 1907 zum Hauptmann und wurde am 7. Dezember 1907 von dem Erzherzog Heinrich Ferdinand von Österreich-Toskana zum Kammervorsteher ernannt. Alexander begleitete ihn bis Kriegsende,[3] und lebte von 1907 bis zu Kriegsbeginn mit dem kunstbeflissenen Erzherzog in München. 1914 begleitete Alexander ihn zum 4. Armeekommando des Erzherzogs Joseph Ferdinand von Österreich-Toskana. Der Ordonnanzoffizier erlebte den Krieg in der Bukowina und Galizien von Anfang an der Front, unter anderem in der letzten Reiterschlacht der Weltgeschichte[5] von Jaroslau am San und bei Przemyśl gegen die zaristischen Streitkräfte.[3].[4]

1915/16 kämpfte Alexander in Oberitalien, wo er schwer verwundet wurde und in Kriegsgefangenschaft geriet, aus der er auf diplomatischem Wege wieder freikam. Er wurde wegen seines Einsatzes am 1. Mai 1916 zum Major ernannt.[6] 1917/18 folgte er Heinrich Ferdinand (zwischenzeitlich Gruppenkommandeur, kurz darauf Generalmajor) auch an die Kärntner Front. Für sein Engagement wurde er am 1. Mai 1918 zum Oberstleutnant befördert. Der Krieg endete für Wassilko am 2. Februar 1918 nach der Beurlaubung des Erzherzogs.[7]

Er wurde bereits am 19. Dezember 1905 mit dem Titel eines k. u. k. Kämmerers geehrt[8] und durch Allerhöchste Entschließung vom 29. August 1918 zu Eckartsau (Diplom vom 19. Oktober zu Wien) von Kaiser Karl I. wegen seiner Treue, seiner persönlichen Opfer und die seiner Familie in den Grafenstand erhoben.[9]

Alexander Wassilko von Serecki in Husarenuniform bei einer Feierlichkeit seines Regiments (1893)

1919 wurde er als Oberst in die Rumänische Armee in das Elitekavallerieregiment Roşiori übernommen. Seine militärische Karriere endete durch seinen Tod im Alter von knapp 50 Jahren.

Auszeichnungen (Auswahl)

Familie

Am 11. Oktober 1899 heiratete er Eva Anastasia Freiin Putz von Rolsberg (* 2. Juli 1878 auf Schloss Leitersdorf; † 1. Juli 1946 in Troppau), Tochter des Karl Borromäus Ferdinand Putz von Rolsberg und Enkelin von Wilhelm Lenk von Wolfsberg.[10] auf Schloss Leitersdorf in der Nähe von Troppau.[11] Ihre Ehe brachte drei Kinder hervor: Eva Lucretia (1902–1969), verh. mit Ludwig Fürst zu Sayn-Wittgenstein (1900–1974), Carlo (1905–1989), ehemaliger Diplomforstingenieur, verh. u. a. mit Elisabeta Conovici (1922–2010) und Georg (1908–1982), ehem. Direktionschef von Prodexport Bukarest und Journalist, verh. mit Elvira von Wiese (1915–1981). Die beider älteren Kinder wurden noch in Olmütz geboren, sein jüngster Sohn in München, wegen des dortigen langjährigen Aufenthalts des Erzherzogs.[11] Während des ganzen Krieges lebte Eva mit den Kindern in einem Trakt der Salzburger Residenz, die Erzherzog Heinrich Ferdinand gehörte.

Bildergalerie

Wappen

Wappen Grafen Wassilko von Serecki

Ein blauer Schild, in welchem ein aufgerichteter Pfeil von einem Halbmonde, dessen nach abwärts gekehrte Spitzen mit je einem sechsstrahligen Sterne besetzt sind, überstiegen wird, dies alles golden. Auf dem Hauptrande des Schildes ruht die goldene Grafenkrone mit neun sichtbaren Perlenzinken, überhöht von einem offenen gekrönten Turnierhelme, den beiderseits blaue, mit Gold unterlegte Decken umwallen. Aus der Helmkrone geht ein von einem goldenen Pfeil quer nach rechts durchschossener natürlicher Pfauenwedel von zwei Reihen zu je fünf Federn hervor. Unterhalb des Schildes verbreitet sich eine bronzefarbene Arabeske, auf welcher zwei als Schildhalter dienende, einander zugekehrte aufgerichtete natürliche Hirsche, die zwischen den Geweihen goldene Kreuze tragen, stehen.[9]

Alle Familienmitglieder der Familie Wassilko von Serecki waren ursprünglich rumänisch-orthodoxen Glaubens. Alexander konvertierte aber zu Ehren des Kaisers im Jahre 1910 zusammen mit seinem Sohn Georg zur Römisch-katholischen Kirche. Heute leben seine Nachfahren in Deutschland und Kanada.

Literatur

  • Die Gothaischen Genealogischen Taschenbücher des Adels S–Z, S. 606, GB 1919
  • Gothaisches Genealogischen Taschenbuch der Gräflichen Häuser Teil B, S. 536–537, 114. Jahrgang, 1941
  • Die Flondoraffaire im Bukowinaer Landtage. Nach den stenographischen Protokollen. Czernowitz 1903. Verlag der „Bukowinaer Post“, Druck Isidor Wiehler, Czernowitz, S. 256
  • Ion Nistor, Istoria Bucovinei, Editura Humanitas , Bucureşti 1991
  • Erich Prokopowitsch, Der Adel in der Bukowina, Verlag "Der Südostdeutsche", München 1983
  • Ion Drăguşanul, Bucovina faptului divers, Vol. 1,2, Editura Bucovina Viitoare, Suceava, 2002
  • Mihai-Ştefan Ceauşu, Czernowitz 1892 in: Wladimir Fischer (Hg.), Räume und Grenzen in Österreich-Ungarn 1867–1918: kulturwissenschaftliche Annäherungen, Francke Verlag 2010

Einzelnachweise

  1. http://www.bukowina.info/StudRad.html
  2. Johann Svoboda, Die Theresianische Militär-Akademie zu Wiener-Neustadt und ihre Zöglinge von der Gründung der Anstalt bis auf unsere Tage, Band 2, Hof- und Staatsdruckerei, 1894, S. 855
  3. a b c Theodor Ritter von Zeynek, Ein Offizier im Generalstab erinnert sich, Böhlau Verlag GmbH, Wien – Köln – Weimar 2009, S. 196 ff
  4. a b kuk-wehrmacht.de, 10. Böhmisches Dragoner-Regiment (1888) Liechtenstein, Johannes Joseph Fürst von, FM
  5. Gertrude Enderle-Burcel, Johannes Kraus: "Mandatare im Ständestaat: christlich - ständisch - autoritär : 1934 - 1938", Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes 1991, S. 258
  6. Eva Lucretia Fürstin zu Sayn Wittgenstein, Aufzeichnungen zur Familie Wassilko, Hangu 1938
  7. Peter Broucek (Hg.): "Ein General im Zwielicht – Erinnerungen des Edmund Edmund Glaises von Horstenau", Verlag Hermann Böhlaus Nachf. GmbH, Graz 1980, S. 163
  8. Erich Prokopowitsch: Der Adel in der Bukowina, Südostdeutscher Verlag, München, 1983, S.130
  9. a b c Adelsbrief 1918
  10. Maximilian Mayerhoffer, Stammtafel und Adelsnachweise der Familie Putz von Rolsberg
  11. a b Gothaisches Genealogischen Taschenbuch der Gräflichen Häuser Teil B, 114. Jahrgang, 1941

Weblinks

 Commons: Alexander Wassilko von Serecki (1871–1920) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien