Alexander von Hormuzaki

Alexander Freiherr von Hormuzaki (um 1904)

Alexander Freiherr von Hormuzaki, auch Hurmuzaki und Hurmuzachi (* 3. Oktober 1869 in Czernowitz; † 1945 in der Schweiz), war ein österreichisch-rumänischer Politiker und promovierter Jurist im Herzogtum Bukowina.[1]

Inhaltsverzeichnis

Abstammung

Diese Familie, die ihrem Namen nach griechischer, fanariotischer Abstammung ist, gehörte zum Adel der Moldau. Im Jahr 1636 wurde ein Hurmuzaki wegen seiner Verdienste für den Diwan vom Fürsten der Moldau mit einem Gut beschenkt. Unter der Regierung des Fürsten Nikolaus Mavrocordatos, auch ein Fanariot, war Emanuel Oberstallmeister und Diwansmitglied.

Constantin, kaufte im Jahre 1765 das Gut Czernawka (Cernăuca).[2]

Alexanders Großvater Doxaki (1782–1857) pflegte aus politischen Gründen geflüchteten rumänischen Führern aus Siebenbürgen unter hohem finanziellen Einsatz Zuflucht zu gewähren.[3] Dessen Söhne Nikolaus und Georg erhielten den österreichischen Freiherrnstand durch Allerhöchste Entschließung vom 20. Juli 1881 (Diplom, Wien 2. Oktober 1881) als Großgrundbesitzer und Reichsratsabgeordnete.

Mit der Entschließung vom 20. Juli 1881 und Diplom vom 2. Oktober 1881 wurde seinem Vater Nikolaus, Reichsratsabgeordneter und Großgrundbesitzer und dessen Bruder Georg sowie deren Nachfahren laut Allerhöchster Entschließung von Kaiser Franz Joseph I. der österreichische Freiherrenstand zuerkannt.[4]

Biographie

Alexander Freiherr von Hormuzaki war der Sohn von Nikolaus Freiherr von Hormuzaki (1826–1909), vermählt mit Baronin Natalia von Styrczea und Bruder des Professors für Entomologie und Biogeographie Constantin von Hormuzaki. Er studierte die Rechtswissenschaften in Czernowitz und Wien.

Der Freiherr war ein hoher Angestellter im öffentlichen Dienst (Innenministerium) und betätigte sich zeitlebens als Anwalt und Politiker.[5]

Alexander verstarb ledig.[6]

Politisches Wirken

Alexander Freiherr von Hormuzaki (um 1911)

Alexander war bis 1911 wie seine Vater langjähriger Reichsratsabgeordneter. Er bewarb sich erstmalig für den Wahlkreis Suczawa-Sereth (rumänisch-national), kandidierte später für die Demokratischen Fortschrittspartei.

Zuerst schloss er sich im Reichsrat dem Hohenwart’schen Klub bis zu dessen Zerfall an. Danach gründete er in Wien, zusammen mit George Popovici, Georg Freiherr Wassilko von Serecki und den anderen rumänischen Abgeordneten den Rumänen-Club (Clubul Parlamentar Român) innerhalb des Reichsrats. Dessen Stimmen benötigte die Regierung für das Erreichen der Mehrheit bei derm Verabschiedung verschiedener Gesetzesvorlagen. Dafür erhielten die Rumänen einige Vorteile, wie zum Beispiel die Gründung einiger rumänischer Parallelklassen am deutschen Gymnasium in Czernowitz, u. a. Er war auch Mitbegründer des politischen Sprachrohrs der Partei, der Zeitung „Gazeta Bucovinei“ (1898).[7]

Von 1911 bis zu seiner Auflösung am 12. November 1918 war er wie Jahre zuvor sein Onkel Eudoxius Freiherr von Hormuzaki Landeshauptmann des Herzogtums Bukowina.[8][9] Er war der Nachfolger von Georg Wassilko von Serecki.

Der letzte Landeshauptmann der Bukowina weigerte sich trotz heftigen Bittens der neuen rumänischen Regierung, dieser zu dienen, da er, wie er begründete, einen Eid auf den Kaiser geleistet habe und seine Ehre ihm verbiete, diesen Eid zu brechen.[10]

Bis zu seinem Tod war er als Advokat in Czernowitz tätig.

Wappen

Wappen der Freiherren Nikolaus und Georg von Hormuzaki von 1881

1881 Wappen für Nikolaus und Georg von Hormuzaki: Geteilt, oben in Gold ein natürlicher Büffelkopf, unten gespalten, rechts in Blau sieben (sechs als Kreis um eins) silberne Perlen, links in Rot zwei geschrägte Handjare mit goldenen Griffen. - Auf dem Helm mit rechts blau-goldenen, links rot-goldenen Decken ein natürlicher Pfauenwedel. - Schildhalter, zwei rot-bezungte goldene Löwen.[11]

Einzelnachweise

  1. http://www.hauster.de/data/Czernowitz.xls
  2. Erich Prokopowitsch, Der Adel in der Bukowina, Verlag "Der Südostdeutsche", München 1983, S. 124
  3. I. G. Sbiera, "Hurmuzachi", Enciclopedia Română, (1900), II, S. 736–739
  4. Frank-Döfering, Daten aus den Adelsakten im ÖStA,
  5. Gerald Stourzh, From Vienna to Chicago and back: essays on intellectual history, Gerald Stourzh 2007, S. 184
  6. Erich Prokopowitsch, Der Adel in der Bukowina, Verlag "Der Südostdeutsche", München 1983, S. 125, S. 163
  7. Ion Nistor, Istoria Bucovinei, Ed. Humanitas, Bukarest, 1991, S. 261, S. 262-263
  8. Erich Prokopowitsch, Der Adel in der Bukowina, Verlag "Der Südostdeutsche", München 1983, S. 125
  9. Thomas Hensellek, Die letzten Jahre der kaiserlichen Bukowina Studien zur Landespolitik im Herzogtum Bukowina, Diplomica Verlag GmbH, Hamburg 2011, S. 72
  10. National and Other Identities in Bukovina in Late Austrian Times, Austrian History Yearbook 2004, Copyright © Center for Austrian Studies, University of Minnesota 2004
  11. http://www.coresno.com/standeserhoehungen/164-texte/1713-sacha-bukowina-adel.html

Literatur

  • Erich Prokopowitsch, Der Adel in der Bukowina, Verlag "Der Südostdeutsche", München 1983
  • I. G. Sbiera, "Hurmuzachi," Enciclopedia Română, II., Bukarest 1900
  • Ion Nistor. Istoria Bucovinei. Ed. Humanitas, Bukarest, 1991

Weblinks

 Commons: Hormuzaki – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien


Vorgänger Amt Nachfolger
Georg Wassilko von Serecki Landeshauptmann der Bukowina
1911–1918
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