Alexandra Föderl-Schmid

Alexandra Föderl-Schmid (* 30. Januar 1971 in Haslach, Oberösterreich) ist eine österreichische Journalistin und seit 2007 Chefredakteurin der österreichischen Tageszeitung Der Standard.

Leben

Alexandra Föderl-Schmid wuchs in Klaffer auf und absolvierte zwischen 1981 und 1989 das Gymnasium in Rohrbach. Schon während der Schulzeit schrieb sie Beiträge für die Mühlviertler Nachrichten (heute Oberösterreichische Rundschau) und die Oberösterreichischen Nachrichten. Ihre erster Artikel im Standard erschien am 6. Juni 1990 als Innenpolitik-Journalistin in Linz. Parallel studierte sie in Salzburg Publizistik, Politikwissenschaft sowie Geschichte und schloss das Studium mit dem Doktorat ab. Ihre Dissertation befasste sich 1996 mit dem Thema Vom Monopol zum Markt: zehn Jahre duales Rundfunksystem in Deutschland. [1] 1993 wechselte sie für den Standard als Korrespondentin nach Berlin, wo sie bis 2004 blieb. Im selben Jahr heiratete sie Markus Föderl-Höbenreich, den damaligen Chefredakteur des deutschen Nachrichtensenders n-tv.[2]

2003 war sie stellvertretende Vorsitzende des Vereins der Ausländischen Presse in Deutschland e.V. (VAP). 2004 war sie als erste Frau Vorsitzende des VAP. Darüber hinaus arbeitete sie im Rahmen der Carter-Foundation als Wahlbeobachterin in Südamerika – Föderl-Schmid spricht fließend spanisch und versteht portugiesisch.

2005 absolvierte Föderl-Schmid im Rahmen des von der Austria-Presse-Agentur verliehenen Alfred-Geiringer Stipendiums einen dreimonatigen Studienaufenthalt am Green College der britischen Universität Oxford.

Von 1. April 2005 bis 31. März 2006 war Föderl-Schmid Brüssel-Korrespondentin des Standard. Am 1. Juni 2006 wechselte sie als Leiterin des Wirtschaftsressorts nach Wien. Am 1. Juli 2007 wurde sie als erste Frau Chefredakteurin einer österreichischen Tageszeitung. Seit 1. Oktober 2012 ist sie Co-Herausgeberin des Standard. [3] Zu ihren Vorbildern zählt sie Gerfried Sperl und die Chilenin Patricia Verduga, deren Recherchen zu den Anklagen gegen Augusto Pinochet geführt haben. Im Zeitungsbereich nennt sie die Süddeutsche Zeitung wegen ihrer starken Analysen und Kommentare sowie die Financial Times und die Financial Times Deutschland, aufgrund der optischen Gestaltung und der Praxis, dass häufig mehrere Leute an einer Geschichte arbeiten, als Vorbilder. Von „Institutionalisierungen“ wie dem großen Wochenend-Leitartikel, den Chefredakteure von Tageszeitungen häufig als Pflicht wahrnehmen, halte sie nichts: „Ich schreibe, wenn ich was zu sagen habe. Und wenn ein Kollege eine bessere Idee oder das aktuellere Thema hat, schreibt er oder sie den Samstag-Leitartikel.[2]

Föderl-Schmid ist Board-Mitglied der in Wien ansässigen Pressefreiheitsinstitution International Press Institute (IPI) und auch in der UNESCO-Jury vertreten, die alljährlich den Preis für Pressefreiheit vergibt.

2012 erhielt sie den Kurt-Vorhofer-Preis für Politikjournalismus.

Einzelnachweise

  1. Föderl-Höbenreich, Alexandra: Vom Monopol zum Markt: zehn Jahre duales Rundfunksystem in Deutschland / eingereicht von Alexandra Föderl-Höbenreich , 1996 . - 292 Bl. - Salzburg, Univ., Diss., 1996, Österreichische Nationalbibliothek
  2. a b Auf zu neuen Ufern. Alexandra Föderl-Schmid im Interview mit Freddie Kräftner, Der Österreichische Journalist, Nr. 06+07 2007, S. 34–38
  3. http://diepresse.com/home/kultur/medien/1283794/Der-Standard_FoederlSchmid-wird-CoHerausgeberin