Alfred Deutsch-German

Alfred Deutsch-German (* 27. September 1870 in Wien; † Herbst 1943, KZ Auschwitz)[1] war ein jüdischer, österreichischer Journalist, Schriftsteller, Drehbuchautor und Filmregisseur.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Alfred Deutsch-German begann seine Karriere als Schriftsteller und Journalist, als welcher er u.a. für die Kleine Volkszeitung tätig war. Für Hans Ostwalds Buchreihe „Großstadt-Dokumente“ verfasste er um 1906 Band 17: „Wiener Mädel“. Kurz vor dem Ersten Weltkrieg kam er als Drehbuchautor zur Wiener Kunstfilm-Industrie. 1915 schrieb er für die Robert Müller-Film das Drehbuch zu „Das Kriegspatenkind“, einen der ersten Propagandafilme Österreichs. Sein Regiedebüt lieferte er 1922 mit „Die Welt in Gefahr“ ab. Er inszenierte vorwiegend alt-österreichische und operettenselige Filme – häufig mit biografischem, musikalisch-historischem Hintergrund. Von 1929 bis 1932 drehte er keine Filme. Nach dieser Pause inszenierte er nur zugleich seinen ersten und einzigen Tonfilm: „Der Musikant von Eisenstadt“.

Danach arbeitete er bis 1938 als Funktionär in der österreichischen Filmwirtschaft weiter. Nach dem so genannten Anschluss Österreichs an Deutschland ging er ins Exil nach Nizza, um sich als Jude der Verfolgung durch die Nationalsozialisten zu entziehen. Dort wurde er im Lager von Drancy interniert und am 28. Oktober 1943 nach Auschwitz deportiert, wo er wenig später vergast wurde.[1]

Filmografie

als Drehbuchautor, sofern nicht anders angegeben:

  • 1913: Johann Strauß an der schönen blauen Donau
  • 1913: Frau Gertrud Namenlos
  • 1915: Das Kriegspatenkind
  • 1916: Tyrannenherrschaft
  • 1917: Bogdan Stimov
  • 1919: Alte Zeit, neue Zeit
  • 1919: Das Auge des Buddha
  • 1922: Die Rosenkreuzer
  • 1922: Die Welt in Gefahr (Regiedebüt)
  • 1923: Wien, die Stadt der Lieder (Regie)
  • 1924: Pflicht und Ehre (auch Regie)
  • 1925: Franz Lehár, der Operettenkönig (Regie)
  • 1926: Frau Braier aus Gaya (Regie)
  • 1926: Franz Schuberts letzte Liebe (Regie)
  • 1929: Erzherzog Johann
  • 1930: Die Tat des Andreas Harmer (auch Regie)
  • 1934: Der Musikant von Eisenstadt (auch Regie)

Einzelnachweise

  1. a b Kay Weniger (Hrsg.): Das große Personenlexikon des Films. Berlin 2001

Weblinks