Alfred Gold

Alfred Gold (* 28. Juni 1874 Wien; † 24. Oktober 1958 New York) wa ein österreichischer Literat, Theaterkritiker, Feuilletonist, später Kunsthistoriker, Kunsthändler, Kunstvermittler und Kunstsammler.

Alfred Gold gehört zur Wiener Moderne des späten 19. Jahrhunderts. Er ist der Autor des Textes von Arnold Schönberg erstem vollständig erhaltene Werk »In hellen Träumen hab ich Dich oft geschaut« für Gesang und Klavier, komponiert im Sommer 1893. Bis 1901 lebte Gold in Wien als Redakteur der dort erscheinenden Zeitschrift "Die Zeit". Von 1901 bis 1911 war er Berliner Korrespondent der Frankfurter Zeitung. 1905 sollte bei Cassirer sein Theaterstück 'Ausklang' erscheinen; zu der geplanten Inszenierung des Einakters durch Max Reinhardt kam es aber nicht. Bekannt wurde er wegen eines Plagiatstreites: Im November 1904 warf das Berliner Tageblatt Siegfried Jacobsohn, den späteren Herausgebers der Weltbühne, vor, Texte Alfred Golds übernommen zu haben, was zur Entlassung Jacobsohns bei der „Welt am Montag“ und vorläufigen Beendigung seiner Laufbahn führte. 1911 erscheint von Gold ein populärwissenschaftliches Buch über Frans Hals, 1912 promovierte er in Münster über Johann C. Wilck: Ein Maler des deutschen Empire (Berlin, Paul Cassirer, 1912), die erste Monographie über den 1772 in Schwerin geborenen und 1819 bei Nürnberg gestorbenen Maler Johann Carl Wilck. Gemeinsam mit Max Liebermann erscheint zur Ausstellung aus dem Nachlass Carl Steffecks 1913 „Carl Steffeck: (1818–1890); seine Kunst, sein Leben, seine Werke. Vom 31. August 1914 bis Ende März 1916 gibt Alfred Gold die „Kriegszeit“, Künstlerflugblätter. Heft 1 – bis 64/65, im Verlag Paul Cassirer heraus. Alle 272 Beiträge sind Originallithographien; Grafiken u. a. v. Hans Baluschek, Ernst Barlach, Max Beckmann, Walter Bony, August Gaul, Willi Geiger, Rudolf Großmann, Otto Hundt, Willy Jaeckel, Arthur Kampf, Georg Kolbe, Käthe Kollwitz, Max Liebermann, Hans Meid, Oskar Nerlinger, Max Oppenheimer, Carl Olof Petersen, Max Slevogt, Ottomar Starke, Max Unold, Wilhelm Wagner, Karl Walser, E. R. Weiß und vielen mehr. Eine Sondernummer Max Liebermann erschien als Heft 6. Die hurrapatriotische Reihe wurde mit dem fortschreitenden Krieg eingestellt. 1917 ist Gold Korrespondent des Berliner Tageblatt zu Kopenhagen. Am 5. November 1917 schreibt er aus dem Hotel Esplanade in Berlin an seine Bekanntschaft aus Wiener Zeit, Leopold Andrian, er solle im Auftrag des dänischen Blattes „Politiken“ einen Artikel über den Reichsaußenminister Ottokar Theobald Otto Maria Graf Czernin von und zu Chudenitz schreiben und bittet ihn um die Vermittlung einer Audienz.

Nach dem Krieg war Gold mehrere Jahre in Paris als Einkäufer und Vertrauensmann für den internationalen Kunsthandel tätig, 1927 kommt er nach Berlin zurück und eröffnet eine Kunsthandlung. Durch seine Initiative kam es 1930 zu einer Ausstellung von Meisterwerken deutscher und französischer Malerei des 19. Jahrhunderts, veranstaltet vom Kunstverein für die Rheinlande und Westfalen in Düsseldorf 1930. Gold schrieb auch die Einführung des Kataloges. Mit dem aufkommenden Nationalsozialismus verlegt Gold seine Galerie nach Paris und betätigt sich weiterhin im internationalen Kunsthandel, unter anderem vermittelt er bedeutende Werke des französischen Impressionismus an internationale Museen. 1940 emigriert er in die USA. Dort erscheint von ihm 1942 „The most stupid of all races – dialogues and comments“ – eine Abrechnung mit Nazideutschland. Bis 1958 lebt Gold an der Ostküste.

Von Gold ist eine Tochter, die spätere Bildhauerin Marianne Gold Littman (* 1907; † 23. März 1999) bekannt, die 1907 in Berlin („von österreichischen Eltern“, so scheint die Frau Golds ebenfalls Österreicherin gewesen zu sein) geboren wurde und in Kopenhagen zur Schule ging. In den 30er Jahren studierte sie bei Aristide Maillol und Charles Malfrey an der Academie Ranson in Paris. Dort heiratete sie ihren Kollegen Frederic Littman, zusammen (mit Alfred Gold?) zogen sie 1940 nach New York, wo ihre erste Einzelausstellung stattfand. 1941 erhielten sie und ihr Mann, von dem sie sich bald trennte, Lehraufträge in Reed. Von 1943 bis 1954 unterrichtete sie dort als „resident artist“ und stellte am Portland Art Museum, in Seattle und San Francisco aus. Sie und ihr Mann erhielten zahlreiche öffentliche Aufträge. Nach 1969 war sie in der Friedensbewegung gegen den Vietnamkrieg aktiv.

Quellen

  • Holleczek A., Meyer A. (Hrsg): Französische Kunst – Deutsche Perspektiven (1870–1945). Akademie-Verlag, erlin 2004, Literaturarchiv Marbach, Handschrift A:78.0002
  • Wunberg G. (Hrsg): Die Wiener Moderne. Reclam, Stuttgart 1981.
  • Dr. Alfred Gold’s Gallery Berlin (Paris) Selbstverlag, 1930.
  • A. Gold: The most stupid of all races: Dialogues and comments. Bloch, New York 1942.
  • R. F. Feilchenfeldt, M. Brandis: Paul Cassirer Verlag. Eine kommentierte Bibliographie. Saur, München 2005.
  • Werner J. Schweiger: (Kunsthandlung) Dr. Alfred Gold.

Weblinks