Alfred Grünewald

Alfred Grünewald (* 17. März 1884 in Wien; † ca. 1942 in Auschwitz oder Treblinka) war ein österreichischer Schriftsteller.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Alfred Grünewald war der Sohn eines Kaufmanns. Er absolvierte die Fakultät für Bauingenieurwesen und Architektur an der Technischen Hochschule Wien. Zunächst war er als Architekt und Mitarbeiter von Adolf Loos tätig, anschließend lebte er als freier Schriftsteller in Wien. Grünewald stand dem Expressionismus nahe.

Am 11. März 1938, dem Vorabend des Einmarsches der Nationalsozialisten in Österreich, unternahm Grünewald einen Selbstmordversuch (Grünewald war Jude und homosexuell[1][2]). Nach den Novemberpogromen wurde er am 14. November 1938 in das KZ Dachau gebracht, dort im Januar 1939 entlassen. Er floh über die Schweiz nach Südfrankreich, nach Kriegsausbruch wurde er interniert in der Fort-Carré in Antibes, bis Herbst 1942 lebte er in Nizza. Dort wurde er von der Polizei des Vichy-Regimes festgenommen und an die SS ausgeliefert. In Auschwitz wurde er im September 1942[3] ermordet.

Werke

Sein Werk umfasst vor allem Gedichtbände und Dramen.

  • Mummenschanz des Todes, 1909 (Gedichte)
  • Die Gezeiten der Seele, Wien 1912 (Gedichte)
  • Spiele, 1914 (Drei Einakter)
  • Das Vöglein Süzelin, 1918 (Gedichte)
  • Urians Lendenschmuck, Wien 1914 (Spiel)
  • Sonette an einen Knaben, Wien 1913
  • Dithyrambischer Herbst, Wien 1919 (Gedichte)
  • Karfunkel, 1920 (Balladen)
  • Mutter, Wien 1918 (Requiem)
  • Renatos Gesang, Wien 1917 (Gedichte)
  • Pavor nocturnus, 1921 (Spiel)
  • Ergebnisse, Wien 1921 (Aphorismen); Neudruck: "Ergebnisse", Aphorismen. Mit einem Nachwort von Klaus Hansen, 1995
  • Die Streiche des Herrn Sassaparilla, Wien 1922 (Epos)
  • Der Teufel von Wien, 1923 (Gedichte)
  • Tröstliche Kantate, 1928 (Gedichte)
  • Ausgewahlte Gedichte, 1931

Literatur

  • Giebisch/Pichler/Vancsa (Hg.): Kleines österreichisches Literaturlexikon. Brüder Hollinek: Wien, 1948
  • Wilhelm Kosch, Deutsches Literaturlexikon : biographisch-bibliographisches Handbuch, 3. neu bearb. Aufl. - Bern - ISBN 3-907820-00-2
  • J. W. Nagl, J. Zeidler, E. Castle: Deutsch-Österreichische Literaturgeschichte : ein Handbuch zur Geschichte der deutschen Dichtung in Österreich Ungarn. 4 Bde. - Wien, 1914-1937

Weblinks

 Wikisource: Alfred Grünewald – Quellen und Volltexte

Einzelnachweise

  1. Ein Denkmal. Alfred Grünewalds Aphorismen in: Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 7. August 1996; Abgerufen am 11. Januar 2013
  2. Auf der Suche nach dem verschollenen Text in: Die Welt vom 12. Februar 1997; Abgerufen am 11. Januar 2013
  3. Memorail de la Shoah