Alfred Graf von Soden

Alfred Anton Georg Ludwig Graf von Soden (* 9. Dezember 1866 in Neustädtles bei Mellrichstadt; † 9. April 1943 in Lübeck) war deutscher Offizier, zuletzt Generalleutnant.

Leben

Alfred entstammte der ev.-luth. Linie der Familie Soden[1]. Er trat am 11. Januar 1887 als Fahnenjunker in das 2. Thüringische Infanterie-Regiment Nr. 32 ein. Nach seiner Ernennung zum Fähnrich am 16. August 1887 folgte kurze Zeit darauf am 10. September seine Versetzung in das I. Seebataillon in Kiel.

Im Jahre 1900 war er als Oberleutnant nach der Ermordung des deutschen Gesandten Clemens von Ketteler zeitweise Führer des Seesoldaten-Detachements zur Verteidigung der Gesandtschaft in Peking während des Boxeraufstandes. Hier organisierte Soden mit den Militärkontingenten des internationalen Expeditionskorps die Verteidigung des diplomatischen Viertels gegen die Boxer.[2] [3]

Für diesen Einsatz verlieh Wilhelm II. ihm am 20. September 1900 die höchste preußische Tapferkeitsauszeichnung, den Orden Pour le Mérite. Im Telegramm des Kaisers an den Oberkommandierenden der aus den Kontingenten der europäischen, japanischen und amerikanischen bestehenden vereinigten Interventionsarmee, Generalfeldmarschall Alfred von Waldersee, heißt es:

„Nach Lesen Tagebuch Grafen Soden habe Ich Ueberblick gewonnen über die außergewöhnliche Umsicht, Energie und Tapferkeit desselben. Ebenso bewunderswerth ist die Hingabe, Treue und heroenhafte Schneid des Seesoldaten-Detaschements. In dankbarer Anerkennung verleihe Ich dem Grafen den p.l.m. und den Mannschaften das Militair-Ehrenzeichen I. Klasse. Dem Eroberer der Fahne Militair-Verdienstkreuz.“

Wilhelm I.R.[4]

Am 23. Juli 1904 wurde Soden diensttuender Flügeladjutant Wilhelms II. Unter Belassung in dieser Stellung erfolgte zwei Jahre später die Ernennung zum militärischen Begleiter des Prinzen Oskar von Preußen. Nach drei Jahren entband man ihn von dieser Stellung und kommandierte ihn zur Dienststellung beim Prinzen. Diese Tätigkeit hatte Soden über den Ausbruch des Ersten Weltkriegs hinweg bis zum 1. April 1915 inne. Dann fungierte er bis 14. Juni 1916 als Kommandant von Lüttich und anschließend als Kommandant von Brüssel. In dieser Stellung erfolgte am 18. Dezember 1917 seine Beförderung zum Generalmajor. Als solcher wurde Soden nach Kriegsende am 22. November 1918 zu den Offizieren von der Armee überführt und am 8. Januar 1919 aus dem Militärdienst verabschiedet.

Am 27. August 1939 erhielt Soden am Jahrestag der Schlacht von Tannenberg den Charakter als Generalleutnant verliehen.[5].

Alfred Graf von Soden war Gutsherr auf Löwitz bei Rehna in Mecklenburg.

Literatur

  • Karl-Friedrich Hildebrand, Christian Zweng: Die Ritter des Ordens Pour le Mérite des I. Weltkriegs, Band 3: P–Z, Biblio Verlag, Bissendorf 2011, ISBN 3-7648-2586-3, S. 321–322.

Einzelnachweise

  1. Genealogisches Handbuch des Adels Band G B IV, Seite 331, C.A. Starke.Verlag, Limburg, 1973
  2. Friedrich Kellner: ,Vernebelt, verdunkelt sind alle Hirne', Tagebücher 1939-1945, Band I, Seite 405, Wallstein-Verlag, Göttingen, 2011, Ausriss aus der Hess. Landeszeitung vom 12. April 1943
  3. Aufruhr gegen fremde Teufel, Der Spiegel, 53/1979
  4. Quelle: Gustav Lehmann: Die Ritter des Ordens pour le merite, Mittler, 1913.
  5. Kellner, aaO.