Altaussee

Altaussee
Wappen von Altaussee
Altaussee (Österreich)
Altaussee
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Steiermark
Politischer Bezirk: Liezen
Kfz-Kennzeichen: LI
Fläche: 92,11 km²
Koordinaten: 47° 38′ N, 13° 46′ O47.63333333333313.766666666667712Koordinaten: 47° 38′ 0″ N, 13° 46′ 0″ O
Höhe: 712 m ü. A.
Einwohner: 1.777 (1. Jän. 2012)
Bevölkerungsdichte: 19,29 Einw. pro km²
Postleitzahl: 8992
Vorwahl: 03622
Gemeindekennziffer: 6 12 04
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Fischerndorf 61
8992 Altaussee
Website: www. altaussee.at
Politik
Bürgermeister: Herbert Pichler (ÖVP)
Gemeinderat: (2010)
(15 Mitglieder)
9
6
Von 15 Sitzen entfallen auf:
Lage der Gemeinde Altaussee im Bezirk Liezen
Altaussee Bad Aussee Bad Mitterndorf Grundlsee Pichl-Kainisch Steiermark Bezirk LiezenLage der Gemeinde Altaussee in der Expositur Bad Aussee (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Österreich/Wartung/Lageplan Imagemap
Altaussee vom Loser gesehen
Altaussee vom Loser gesehen
(Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria)
Blick auf den Loser, den Altausseer Hausberg
Der Altausseer See in Richtung Südwesten, im Hintergrund der Sarstein
Blick auf den Altausseer See und die Trisselwand

Altaussee ist eine Gemeinde mit 1777 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2012) im steirischen Salzkammergut in Österreich. Die Gemeinde liegt im Bezirk Liezen (Gerichtsbezirk Irdning) und umfasst mit 92 km² große Teile des Ausseerlandes und des Toten Gebirges. Der Ort am Fuße des Losers ist besonders als Kurort bekannt und liegt direkt am Altausseer See. Die Besiedelungsgeschichte Altaussees geht auf die Zeit um 200 bis 400 nach Christus zurück, wobei der Salzbergbau eine tragende Rolle bei der Entstehung des Ortes spielte. Nach dem Ende der Römerzeit siedelten sich Slawen im Ausseerland an, die ab dem 8. Jahrhundert nach und nach von bairischen Siedlern assimiliert wurden. Im Mittelalter war das Gemeindegebiet zunächst Teil der landesfürstlichen Herrschaft Grauscharn-Pürgg, dann der Herrschaft Pflindsberg, welche um 1260 an die Steiermark angegliedert wurde. Wirtschaftlich spielen in der Gemeinde vor allem der Tourismus und der Bergbau eine wichtige Rolle. Das Salzbergwerk Altaussee ist heute die größte Salzabbaustätte Österreichs.

Inhaltsverzeichnis

Name

Der Name Altaussee wird standarddeutsch [ˈaltˌaʊseː] ausgesprochen. In der Ausseer Mundart heißt der Ort „Oid`n Aussee“ [ˌɔidʼnˈausːə] oder „Oidaussee“ [ˈɔidˌausəː]. Erstmals urkundlich erwähnt wurde der Ortsname 1265 als „Aussee interior“[1] (Inneres Aussee). Die Namensform „Alt Awssee“ wurde erstmals 1393 erwähnt.[1] Das Präfix Alt- lässt sich dadurch erklären, dass der Name Aussee wahrscheinlich zunächst nicht das Siedlungsgebiet des heutigen Bad Aussee, sondern jenes Altaussees bezeichnete.[2] Die Etymologie des Wortes Aussee ist nicht genau geklärt. Die gängige Interpretation ist die Herkunft aus dem Altslavischen. Erklärungsversuche gehen von altslavisch osoje (der auf der Schattenseite liegende Ort) über altslavisch ov(i)sah (bei den Haferbauern) bis hin zu slavisch ovec/ovca (das Schaf).[1] Eine andere Interpretation sieht in der ersten Silbe des Wortes Aussee das mittelhochdeutsche aust, bzw. althochdeutsche ougest (Ernte) und in der zweiten Silbe das mittelhochdeutsche se (See). Dieser Ansatz geht davon aus, dass den Namen ursprünglich der Altausseer See führte, bzw. dass Ort und See den gleichen Namen trugen.[3]

Geographie

Geographische Lage

Die Gemeinde Altaussee liegt im Ausseerland im steirischen Salzkammergut im Bezirk Liezen, Bundesland Steiermark. Der Ort erstreckt sich über eine Fläche von 92,11 km² und liegt auf 712 m Seehöhe am Westufer des Altausseer Sees am südwestlichen Rand des Toten Gebirges. Das Gemeindezentrum befindet sich in einem Talkessel, der nördlich vom Loser (1838 m), östlich von der Trisselwand (1755 m) und westlich vom Sandling (1717 m) begrenzt ist. Der höchste Berg Altaussees ist der Schönberg mit 2093 m an der Landesgrenze zu Oberösterreich.

Gewässer

Der zur Gemeinde gehörende Altausseer See wird durch die Altausseer Traun entwässert, einen der drei Quellflüsse der Traun. Durch den Ort fließt, von der Blaa-Alm kommend, der kleine Augstbach, der kurz nach deren Austritt aus dem Altausseer See in die Altausseer Traun mündet. Im Gemeindegebiet befinden sich auch der Augstsee, der Wildensee und der Ostersee.

Geologie

Das Tote Gebirge, dessen Ausläufer Altaussee auf drei Seiten umgeben, besteht zum Großteil aus Kalkstein und Dolomit, die in den Meeren des Mesozoikums, insbesondere der Trias und Jura, vor ungefähr 210 bis 135 Millionen Jahren entstanden. Mit der Verkarstung bildeten sich viele Dolinen und Höhlen, wie zum Beispiel die rund 86 km lange Raucherkarhöhle an der Grenze Altaussees zu Oberösterreich. Diese Höhle ist Teil des Schönberg-Höhlensystems, welches mit einer Länge von 130 km (Stand: August 2009) die längste Höhle Österreichs und der Europäischen Union ist. Das Höhlensystem liegt an Platz 12 der Liste der längsten Höhlen der Welt.[4] Das Salzvorkommen im Sandling-Massiv entstand vom Oberperm bis zum Skythium und besteht aus alpinem Haselgebirge.[5] Das Seebecken des Altausseer Sees wurde während der Würmvereisung als Zungenbecken eines Gletschers geformt. Es handelt sich um einen glazial übertieften Bereich einer schon präglazial vorhandenen Steilstufe am Rand der Dachsteinkalkplattform des Toten Gebirges.[6]

Klima

Das Klima in Altaussee ist durch seine geographische Lage im Ausseer Becken bestimmt. Es ist vor allem durch die Hochlage und die Lage im Nordstaugebiet gekennzeichnet. Das Resultat sind, bei Strömungslagen aus dem Westen bis Norden, oft tagelange Niederschlagsperioden, die im Winter mit großem Schneereichtum einhergehen. Mit 100 bis 120 Tagen Schneedecke pro Jahr gehört das Ausseer Becken zu den schneesichersten Beckenlagen Österreichs.[7] Die Zahl der Tage mit Neuschnee zwischen Dezember und März beträgt etwa ein Drittel aller Tage. Neuschneefälle sind von Oktober bis Mai zu erwarten.[8] Der Herbst ist mit einer relativen Sonnenscheindauer über 50 % die witterungsmäßig günstigste Zeit in der Region. Das Klima im Ausseer Becken ist oft, speziell im Winter, als Reizklima ausgebildet.[7] Altaussee ist seit 1989 ein anerkannter Luftkurort.[9][10]

Ausseer Becken
Klimadiagramm
J F M A M J J A S O N D
 
 
111
 
2
-6
 
 
82
 
5
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-1
 
 
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13
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121
 
19
7
 
 
181
 
21
10
 
 
212
 
23
11
 
 
167
 
24
11
 
 
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8
 
 
89
 
15
4
 
 
110
 
7
-1
 
 
124
 
2
-4
Temperatur in °C,  Niederschlag in mm
Quelle: ZAMG: Klimadaten von Österreich 1971 - 2000 Station: Bad Aussee, Höhe: 665 m
Monatliche Durchschnittstemperaturen und -niederschläge im Ausseer Becken
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Max. Temperatur (°C) 2,0 4,7 9,1 13,1 18,9 21,2 23,4 23,5 19,5 14,6 6,7 2,4 Ø 13.3
Min. Temperatur (°C) −5,7 −4,7 −1,3 1,8 6,5 9,5 11,4 11,4 8,1 3,9 −1,1 −4,4 Ø 3
Temperatur (°C) −2,5 −1,0 2,8 6,6 12,2 14,8 16,7 16,5 12,6 8,0 2,0 −1,5 Ø 7,3
Niederschlag (mm) 110,9 81,8 112,1 95,8 121,1 180,5 211,7 167,2 129,4 88,6 109,5 123,7 Σ 1.532,3
Regentage (d) 11,3 9,8 12,7 12,4 13,0 16,2 16,3 14,4 11,8 10,3 12,1 13,1 Σ 153,4
T
e
m
p
e
r
a
t
u
r
2,0
−5,7
4,7
−4,7
9,1
−1,3
13,1
1,8
18,9
6,5
21,2
9,5
23,4
11,4
23,5
11,4
19,5
8,1
14,6
3,9
6,7
−1,1
2,4
−4,4
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
N
i
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c
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110,9
81,8
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95,8
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180,5
211,7
167,2
129,4
88,6
109,5
123,7
  Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Quelle: ZAMG: Klimadaten von Österreich 1971 - 2000 Station: Bad Aussee, Höhe: 665 m

Naturschutz

Blick auf den Altausseer See und die Gemeinde Altaussee, im Hintergrund der Hohe Dachstein und der Sarstein
Das Fischererfeld zwischen den alten Ortschaften Altaussee und Fischerndorf mit Blick auf den Sandling

Ein Großteil des Altausseer Gemeindegebiets steht unter strengstem Naturschutz.[11] Es existieren folgende Naturschutzstufen: Natura 2000 Europaschutzgebiete (Totes Gebirge mit Altausseer See), Naturschutzgebiete (u. a. Altausseer See, Totes Gebirge West), Geschützte Höhlen (Nagelsteighöhle, Loserhöhle bei Aussee, Raucherkarhöhle, Schwarzmoskogeleishöhle), Geschützte Landschaftsteile, Landschaftsschutzgebiete, Naturdenkmale, ÖPUL Projektgebiete und Biotope. Die gesamte Gemeinde liegt zusätzlich im Geltungsbereich der Alpenkonvention.[12]

Ausseer Heilquelle

1938 wurde im Scheibenstollen des Salzbergwerks Altaussee nach 1.207 Metern Vortrieb eine hypertonische borsäurehaltige Natriumsulfat-Chlorid-Quelle entdeckt. [13] 1961 wurde die Hauptquelle gefasst und offiziell als Ausseer Heilquelle anerkannt. Das glaubersalzhaltige Wasser wird vom Salzbergwerk direkt zu den Trinkbrunnen der Trinkhalle im Altausseer Kur- und Amtshaus geführt. Im Rahmen einer Trinkkur soll es unter anderem Linderung bei Gallen-, Leber-, Magen- und Darmerkrankungen sowie bei Gicht verschaffen.[14][15]

Gemeindegliederung

Altaussee besteht aus zwei Katastralgemeinden mit folgenden fünf Ortschaften. Die Angaben in Klammern beziehen sich auf die Wohnbevölkerung zum Zeitpunkt der Volkszählung 2001:[16] Die Katastralgemeinde Altaussee umfasst das engere Ortsgebiet von Altaussee (338 Einwohner) und die Ortschaften Fischerndorf (303), Puchen (586) und Lichtersberg (368). Die Ortschaft Lupitsch (288) ist gleichzeitig eine eigene Katastralgemeinde.

Nachbargemeinden

Nur zwei der sechs Nachbargemeinden Altaussees liegen in der Steiermark, das sind die beiden übrigen Gemeinden des Ausseerlands Bad Aussee und Grundlsee. Die weiteren Nachbargemeinden liegen in Oberösterreich. Im Uhrzeigersinn und im Westen beginnend sind diese Bad Goisern, Bad Ischl, Ebensee und Grünau im Almtal. Alle Nachbargemeinden liegen im Salzkammergut.

Bad Ischl  OÖ. Ebensee  OÖ. Grünau im Almtal  OÖ.
Bad Goisern  OÖ. Nachbargemeinden Grundlsee
Bad Aussee

Bevölkerung

Bevölkerungsentwicklung

Die Einwohnerzahl Altaussees ist seit 1951 konstant rückläufig. Hatte die Gemeinde 1951 laut Volkszählung noch 2.267 Einwohner, so sank die Bevölkerung bis 2012 auf 1.777 und liegt somit unter dem Stand von 1910.

Bevölkerungsstruktur nach Geschlecht, Alter und Bildung

Die grobe Altersstruktur der Altausseer Bevölkerung zum 1. Januar 2012 zeigt, dass 65,6 % der Altausseer über 15 und unter 65 Jahre alt sind. 11,9 % der Bevölkerung sind jünger, 22,5 % älter. Von den 1.777 Altausseern sind 886 (49,9 %) Frauen.[17] Laut Volkszählung 2001 haben 130 Altausseer, das sind 8,1 % der über Fünfzehnjährigen, den Abschluss einer Universität, Fachhochschule oder Akademie, der Frauenanteil liegt bei 44,6 %. Weitere 163 Altausseer, das sind 10,1 % der relevanten Bevölkerungsgruppe, haben die Matura, der Frauenanteil liegt bei 49,9 %. 820 Altausseer, das sind mit 51,1 % mehr als die Hälfte der über Fünfzehnjährigen, haben eine Lehre oder berufsbildende mittlere Schule abgeschlossen, wobei der Frauenanteil 44,3 % beträgt. 493 oder 30,7 % der Altausseer haben nur einen Pflichtschulabschluss, darunter 68,3 % Frauen.[18]

Herkunft und Sprache

Laut Statistik vom 1. Januar 2012 sind 93,5 % der Altausseer Einwohner österreichische Staatsbürger und 90,7 % wurden in Österreich geboren. 4,7 % der Altausseer kommen aus anderen EU-Staaten, 1,7 % aus Nicht-EU-Staaten.[17] In Altaussee wird, wie im gesamten restlichen Salzkammergut, eine Varietät des mittel- oder donaubairischen Dialekts gesprochen. Bei der Volkszählung 2001 haben 96,1 % der Einwohner Deutsch als Umgangssprache angegeben, 0,8 % Kroatisch, 0,7 % Serbisch, 0,5 % Ungarisch, 0,2 % Slowenisch, 0,1 % Bosnisch, 0,1 % Türkisch und 1,4 % eine sonstige Sprache.[18]

Religionen

Bei der Volkszählung 2001 haben 81,7 % der Altausseer römisch-katholisch als Religionsbekenntnis angegeben, 5,7 % evangelisch, 0,7 % orthodox, 0,3 % islamisch, 0,1 % israelitisch und 2,1 % sonstige Glaubensrichtungen. 9,5 % der Einwohner haben angegeben, ohne Bekenntnis zu sein.[18] Der einzige offizielle religiöse Versammlungsraum im Gemeindegebiet ist die katholische Pfarrkirche hl. Ägid in der Ortschaft Fischerndorf. Die Kirche wurde erstmals 1433 urkundlich erwähnt, dürfte aber bereits im 12. Jahrhundert entstanden sein. 1770 stiftete Kaiserin Maria Theresia ein eigenes Vikariat, 1892 stieg dieses zur selbständigen Pfarre auf.[19] Das Gebiet der Gemeinde Altaussee ist heute Teil des katholischen Pfarrverbunds der „Ausseerland-Pfarren“ und wird vom Pfarramt Bad Aussee aus betreut. Die Mitglieder der evangelischen Kirche gehören zur evangelischen Kirchengemeinde Bad Aussee.

Lebens- und Wohnsituation

Altaussee verzeichnet eine immer größer werdende Anzahl an Zweitwohnsitzen. Im Jahr 2006 waren mit 509 Wohnobjekten bereits 38,7 % aller Wohnungen und Häuser in der Gemeinde Zweitwohnsitze.[20] Als Resultat sind Häuser und Grundstücke in Altaussee sehr teuer geworden und für Einheimische so gut wie nicht mehr leistbar.[21] So zahlt man heute bereits bis zu 400 Euro pro m² Baugrund und die Wohnungspreise liegen zwischen 3.500 und 6.000 Euro pro m².[21] Das tendenziell höhere Preisniveau, welches in tourismusintensiven Gebieten herrscht,[22] wird im gesamten Ausseerland zusätzlich durch eine sehr hohe Millionärsdichte forciert, die heute eine der höchsten Österreichs darstellt.[21] Die mit dieser Entwicklung einher gehenden Konsequenzen − immer höher werdende Immobilien- und Lebenserhaltungskosten und somit starke soziokulturelle und sozioökonomische Veränderungen – zeigen signifikante Parallelen zu städtischen Gentrifizierungserscheinungen[21] und führen zu einer schleichenden Abwanderung junger Leute.[23] Seitens der Gemeinde Altaussee wird zwar seit ein paar Jahren versucht, mittels geförderter Wohnungen für Einheimische gegenzusteuern,[23] von der Einführung einer Zweitwohnsitzsteuer, welche Gemeinden in vergleichbarer Situation einheben,[24] wird bis dato aber abgesehen.

Geschichte

Urzeit und Römerzeit

Die frühesten Zeugen menschlicher Siedlungstätigkeit im Ausseerland bilden altsteinzeitliche Funde in der Salzofenhöhle im Toten Gebirge (Gemeindegebiet Grundlsee). Dort aufgefundene Holzkohlereste einer paläolithischen Feuerstelle konnten auf ein Alter von rund 34.000 Jahren datiert werden.[25] Zahlreiche Funde aus der Bronze- und der Eisenzeit wurden entlang der natürlichen Verkehrslinie des Koppentales gefunden. Diese Funde sind im Kontext des nur 20 km entfernt liegenden Ortes Hallstatt zu erklären, der aufgrund seiner archäologischen Bedeutung namensgebend für die ältere Eisenzeit (800-450 v. Chr.) wurde. Die jüngere Eisenzeit/La-Tène-Zeit (5.-1. Jh. v. Chr.), die von den Kelten getragen wurde, hinterließ archäologisch keine Spuren. Nur der Flussname „Traun“ (aus keltisch „druna“, „die Laufende“) berichtet von keltischer Besiedelung.[26] Als Zeugen der römischen Herrschaft in Noricum wurden in den 1990er-Jahren bei Ausgrabungen am Altausseer Michlhallberg (Sandling-Massiv) spätrömische Siedlungsspuren entdeckt. Dem bisher geborgenen Fundmaterial zufolge dürfte die Siedlung vom Ende des 2. Jahrhunderts n. Chr. bis ins späte 4. Jahrhundert bestanden haben. Es wird dort ein römerzeitlicher Salzbergbau vermutet.[27]

Mittelalter

Die Burg Pflindsberg um 1681

Die Epoche der Völkerwanderung hinterließ keine Spuren im Ausseerland. Die nächste Bevölkerungsgruppe, die sich mit Sicherheit nachweisen lässt, sind die Slawen. Namensmäßige Spuren der slawischen Besiedelung finden sich im gesamten Ausseerland (Orts- und Flurnamen mit den Endungen -itz, -itsch, -isch; in Altaussee z. B. Lupitsch). Um 800 n. Chr. begann eine starke Zuwanderung von Bajuwaren.[28] Wichtige Spuren der ersten Berührung der Slawen mit den Baiern sind hier wiederum die Ortsnamen. Die frühesten datierbaren Eindeutschungen von Ortsnamen im Ausseerland stammen aus der althochdeutschen Zeit vor 1100 n. Chr.[29]

Erstmals urkundlich erwähnt wurden Ansiedlung und Salzabbau im heutigen Gemeindegebiet Altaussees im Jahre 1147. Markgraf Ottokar III. schenkte dem Stift Rein bei Graz zwei Salzpfannen „bei Ahorn“ („…in Enstal apud Mahorn“) nahe dem heutigen Moosberg am Sandling-Massiv. Nach dem Tod des letzten Babenberger Herzogs Friedrich II. im Jahre 1246 besetzte der erwählte Erzbischof von Salzburg, Philipp von Spanheim, weite Teile des Ennstals und somit auch das Ausseerland. Zur Befestigung des neuen Machtanspruchs und zum Schutz der nahen Salzbergwerke am Sandling-Massiv und der Saumpfade erbaute er auf einem Hügel östlich von Altaussee die kleine Festung Pflindsberg.[30] Philipp von Spanheim musste sich im Zuge des Friedens von Ofen von 1254 schließlich wieder zurückziehen und die Burg und das Ausseerland wurden um 1260 in die Steiermark einverleibt. Die frühere Geschichte des Ausseerlandes ist umstritten. Höchstwahrscheinlich war es im 12. bis 13. Jahrhundert Teil einer Grafschaft im Ennstal unter den Markgrafen der Kärntner Mark. Die Theorie, dass das Ausseer Gebiet vorher zur Grafschaft Traunau gehörte, lässt sich nicht erweisen.[31] Im Jahre 1265 wurde die Burg Pflindsberg erweitert und als "Vlinsperch castrum" erstmals urkundlich erwähnt.[32] Im gleichen Jahr wird auch der Ort erstmals namentlich als „Aussee interior“ erwähnt.[1] Die Burg Pflindsberg war aufgrund der Schutzfunktion für die Saline und die Straße über den Pötschenpass gegen Ende des 13. Jahrhunderts eine wichtige Grenzfeste der Steiermark.[33] Die Anlage entwickelte sich zum Verwaltungsmittelpunkt mit niederer Gerichtsbarkeit der eigenständigen Herrschaft Pflindsberg, die von der landesfürstlichen Herrschaft Grauscharn-Pürgg abgetrennt wurde. Sie umfasste rund 90 % der Güter des Ausseerlandes und war als Teil des Salzkammergutes landesfürstlich. Das Pflegeamt wurde von einem landesfürstlichen Beamten ausgeübt. Die kleine Festung fungierte zusätzlich auch als Sitz des für die Saline zuständigen Pflegeamtes (Hallamt). Die beiden Ämter (Pfleger der Herrschaft Pflindsberg und Pfleger der Saline) wurden meist in Personalunion ausgeübt. Den Amtssitz der Salinenverwaltung verlegte man jedoch bereits 1395 in den Markt Aussee. Zwischen 1460 und 1490 wurde der Herrschaft die hohe Gerichtsbarkeit übertragen. Die Burgpfleger fungierten ab diesem Zeitpunkt auch als Landrichter und der Bergfried der Burg Pflindsberg diente als Gefängnis des Landgerichts.[33]

Frühe Neuzeit

Im Verlauf des 16. Jahrhunderts wurde schließlich auch der Verwaltungssitz der Herrschaft Pflindsberg in den Markt Aussee verlegt.[34] Im Zuge der Reformation im 16. Jahrhundert war die gesamte Bevölkerung des Ausseerlands weitgehend protestantisch geworden. Ab 1599 setzte eine Rekatholisierungskommission gewaltsam die Gegenreformation durch.[35] Von den größeren kriegerischen Auseinandersetzungen und sozialen Aufständen des 16. und 17. Jahrhunderts (Bauernkriege, Dreißigjähriger Krieg) blieb das gesamte Ausseerland verschont. Grund für die ausgebliegenen sozialen Spannungen war einerseits ein relativ gesichertes Auskommen der Bevölkerung und weiters weitreichende soziale Zugeständnisse von Seiten der Obrigkeit. Das gesamte Salzkammergut war ein geschlossenes Herrschaftsgebiet, das sich einer Monokultur verschrieben hatte. Der einzige Erwerbszweig war die Salzproduktion, auf welche alle wirtschaftliche Tätigkeit abgestimmt war.[36] Dei meisten Altausseer waren im Salzbergbau beschäftigt und zusätzlich meist kleine Nebenerwerbsbauern, die gemeinsam mit ihren Familienangehörigen einen Teil der lebensnotwendigen Produkte selbst erzeugten.[37] Als Privilegien gab es Badestuben für die Salinenbelegschaft und im Krankheitsfall die unentgeltliche Inanspruchnahme ärztlicher Hilfe.[37] Bereits 1764 wurde die Arbeitszeit im Bergwerk mit acht Stunden festgelegt.[38] Extraleistung wurde extra honoriert,[39] und zusätzlich bekamen die ständigen Arbeiter noch einen Naturallohn. Weiters stand den Arbeitern eine Altersversorgung zu,[40] und die Einrichtung gewerkschaftlicher Knappschaftskassen, der so genannten „Bruderladen“, bot weitere soziale Absicherung.[41]

Während der Napoleonischen Kriege marschierten zwischen 1800 und 1809 mehrmals französische Truppenbestände durch das Ausseerland. 1809 wurden deshalb der Koppen- und der Pötschenpass verschanzt und befestigt. Zu Kampfhandlungen kam es aber nicht. 1813 befestigte man den Pötschenpass abermals. Diesmal aber mit mehreren Geschützstellungen, einem Pulvermagazin und zwei Kasernen. Die erwarteten Kämpfe um den Pass blieben aber aus, da Napoleons Truppen im Oktober 1813 in der Völkerschlacht bei Leipzig entscheidend geschlagen wurden.[42]

Sommerfrische und Literatur

Theodor Herzl in Altaussee, um 1900

Während der Koalitionskriege besichtigte Kaiser Franz I. 1808 das Salzbergwerk Altaussee, zwei Jahre später Erzherzog Johann und 1812 schließlich Erzherzog Karl.[43]

In der Folgezeit wurde das Salzkammergut als Destination für die Sommerfrische entdeckt. Das nahe Bad Ischl entwickelte sich zu einem prominenten Kurort und diente schließlich ab 1849 als kaiserliche Sommerresidenz. Durch die Anwesenheit des Adels in der Region avancierte auch das Ausseerland immer mehr zum Anziehungspunkt für die vornehme Gesellschaft. 1847 baute sich der Offizier und Schriftsteller Joseph Christian Freiherr von Zedlitz auf Anraten Adalbert Stifters, der den Ort schon kannte, als erster Gast ein Sommerhaus am Altausseer See. Es folgte die Familie des Dichters August Daniel von Binzer. 1864 erwarb schließlich die Familie des späteren deutschen Reichskanzlers Chlodwig zu Hohenlohe-Schillingsfürst ein Haus und baute es zur Sommervilla um. Schon bald zog es viele Künstler und Vertreter der Wiener Gesellschaft nach Altaussee[44], das erst seit 1848, durch die Aufhebung der Grundherrschaft, als politische Gemeinde existierte.

Um die Jahrhundertwende urlaubten und wohnten in Altaussee vor allem Autoren um die Gruppe Jung Wien, wie Hugo von Hofmannsthal, Leopold Andrian, Raoul Auernheimer, Arthur Schnitzler, Richard Beer-Hofmann, Hermann Bahr und Jakob Wassermann. Letzterer verlegte 1919 seinen Wohnsitz vollends nach Altaussee, wo er bis zu seinem Tod 1934 lebte. Auch Theodor Herzl verbrachte viele Sommer in Altaussee.[45]

In den 1920er und 30er-Jahren verbrachte Hermann Broch seine Sommer in der Gemeinde, ebenso wie Friedrich Torberg, der auch nach dem Zweiten Weltkrieg abwechselnd in Wien und Altaussee lebte. Broch wurde 1938, nach dem Anschluss Österreichs an das Deutsche Reich, in Altaussee verhaftet. Sein nationalsozialistischer Briefträger hatte ihn als Kommunist denunziert.[46][47] Dem Ende der Demokratie im Österreich der Zwischenkriegszeit hatte man in Altaussee schon drei Jahre zuvor ein Denkmal gesetzt: 1935 wurde im Steinbergstollen des Salzbergwerks Altaussee zum Gedenken an den 1934 ermordeten Bundeskanzler Engelbert Dollfuß eine Barbarakapelle errichtet.[48]

Zeit des Nationalsozialismus

Gruppenfoto nach der Bergung der in Holzkisten verpackten 500-kg-Bomben aus dem Bergungsort Salzbergwerk Altaussee, Mai 1945

Nach dem Anschluss Österreichs an das Deutsche Reich 1938 wurde das gesamte Ausseerland in die Verwaltungseinheit Oberdonau (Oberösterreich) ausgegliedert. Die Verwaltungseigenständigkeit der Gemeinden Bad Aussee, Grundlsee und Altaussee wurde aufgelöst und eine „Bürgermeisterei“ in Bad Aussee eingerichtet. Die Gemeindeämter Altaussees und Grundsees waren fortan Außendienststellen von Bad Aussee.[49] Die insgesamt 29 Altausseer Villen im Besitz jüdischer Familien wurden arisiert.[50] Der Ort zog in der Folge zahlreiche Nazi-Größen an, die diese bewohnten. Unter anderem verbrachten drei nationalsozialistische Gauleiter regelmäßig ihre Ferien in Altaussee: August Eigruber, Konrad Henlein und Hugo Jury.[51]

Ab dem Frühjahr 1944 existierte im Toten Gebirge, nördlich des Losers in der Nähe der Schwarzenbergalm, ein Dauerversteck für Ausseer, Goiserer und Bad Ischler Wehrmachtsdeserteure, Wehrdienstverweigerer und Widerstandskämpfer. Dieses Versteck, der „Igel“ genannt, wurde von Vertrauenspersonen aus der Bevölkerung mit Lebensmitteln versorgt.[52] Gegen Ende des Krieges hielten sich dort 35 Leute auf.[53]

Das Ausseerland war Teil der so genannten Alpenfestung und daher ein letztes Rückzugsgebiet für nationalsozialistische Partei- und Regierungsstellen und Wehrmachtsstäbe. Zuflucht suchten aber auch ganze Regierungen, die von den Nationalsozialisten in den Balkanstaaten eingesetzt worden waren.[54] So hielten sich zu Kriegsende neun profaschistische Exilregierungen aus Osteuropa in Altaussee auf.[55] Günther Altenburg fungierte zum Beispiel von Ende 1944 bis Kriegsende als Leiter der „Dienststelle des Auswärtigen Amtes für Bulgarien und Rumänien“ („Büro Altenburg“) in Altaussee, wo er die deutschlandhörigen Exilregierungen von Bulgarien und Rumänien betreute.[56] Ernst Kaltenbrunner, Chef des Reichssicherheitshauptamtes, verlegte Ende April 1945 sein Hauptquartier von Berlin in die Villa Kerry in Altaussee. Von dort aus versuchte er mit Hilfe Wilhelm Höttls Kontakt zu den Westalliierten aufzunehmen, um einen Sonderfrieden zu erreichen.[57] Im April/Mai 1945 setzten sich auch August Eigruber[55], Hugo Jury[55] und Adolf Eichmann[58][59][60] mit ihren Familien nach Altaussee ab, ebenso wie Franz Stangl.[61] Bereits im Jahr 1943 hatte man begonnen, im Salzbergwerk Altaussee von den Nationalsozialisten geraubte Beutekunst aus ganz Europa einzulagern. Im April 1945 plante nun der Gauleiter August Eigruber eigenmächtig, die Kulturgüter zu vernichten. Zu diesem Zweck ließ er acht Fliegerbomben mit je 500 kg in die Stollen des Salzbergwerkes transportieren. Die Zerstörung der Kunstschätze und des Bergwerks konnte jedoch in letzter Minute von der Salinenverwaltung, den Bergungsbeauftragten und Bergmännern verhindert werden. Der Gesamtwert der im Bergwerk deponierten Kulturgüter wurde nach dem Krieg auf ungefähr 3,5 Milliarden US-Dollar geschätzt (Hauptartikel → Bergungsort Salzbergwerk Altaussee).

Am 8. Mai 1945 erreichten schließlich die Amerikaner das Ausseerland. Am nächsten Tag folgte die Hauptmacht der amerikanischen Armee. Zuvor hatte sich in Bad Aussee schon eine selbsteingesetzte Zivilregierung unter Albrecht Gaiswinkler gebildet, die die Ordnung wahrte und die Verpflegung der Bevölkerung sicherstellte.[62] Ernst Kaltenbrunner floh nach Kriegsende mit seinem Adjutanten auf die Altausseer Wildenseealm. Er wurde dort am 12. Mai 1945 von einer amerikanischen Militärstreife verhaftet. Bei Kriegsende entdeckte man bei der Villa Kerry, in der Kaltenbrunner gewohnt hatte, unter anderem eine Kiste mit ca. 60 kg Gold. Ein Großteil des Goldes ist seit den Wirren der ersten Nachkriegstage verschollen.[63] In den zwei großen Kriegen des 20. Jahrhunderts sind insgesamt 162 Altausseer als Soldaten gefallen (44 im Ersten und 118 im Zweiten Weltkrieg).[64]

Zweite Republik

Am 1. Juli 1948 kam Altaussee wieder zurück an die Steiermark.[65] 1945 bis 1955 war es Teil der amerikanischen Besatzungszone in Österreich. In den folgenden Jahrzehntem investierte die Gemeinde große Summen in die Infrastruktur. Im Jahr 1960 kaufte sie die 1884 errichtete „Auspitzvilla“ im Ortsteil Fischerndorf und ließ sie zum Kurhaus umbauen, welches 1961 mit einem Trinkbrunnen für die Ausseer Heilquelle in Betrieb genommen wurde. 1969 begannen die Arbeiten für die Kanalisierung der Gemeinde, 1972 erfolgte der Bau des „Volkshauses“ als Zeughaus der Feuerwehr, Veranstaltungszentrum und Turnsaal für die Volksschule. In den 1990er-Jahren wurde das Kurhaus umgebaut und generalsaniert und 1994 zog dort die Gemeindeverwaltung ein und es dient seither als Kur- und Amtshaus.[43] Von den ersten Gemeinderatswahlen nach dem Zweiten Weltkrieg bis 2010 stellte durchgehend die SPÖ den Bürgermeister Altaussees. Seit 2010 hat dieses Amt erstmals ein Kandidat der ÖVP inne.[66] Bis 2011 war Altaussee Teil der politischen Expositur Bad Aussee, welche ab 1. Jänner 2012 in eine Außenstelle der Bezirkshauptmannschaft Liezen umgewandelt wurde.

Politik

Gemeinderatswahl in Altaussee 2010
Endergebnis
 %
70
60
50
40
30
20
10
0
38,27
(-17,75)
61,73
(+17,75)
2005

2010

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Gemeinderat und Bürgermeister

Der Gemeinderat als oberstes Gremium der Gemeinde umfasst 15 Sitze und wird alle fünf Jahre im Zuge steiermarkweiter Gemeinderatswahlen gewählt. Die letzte Gemeinderatswahl fand 2010 statt. Bei einer Wahlbeteiligung von 75,84 % lag die Zahl der ungültigen Stimmen bei 1,9 %. Bei der Wahl traten mit der SPÖ und der ÖVP nur zwei Parteien an. Es ergab sich folgende Mandatsaufteilung: Die ÖVP erhielt mit 61,73 % neun Mandate, SPÖ mit 38,27 % sechs Mandate. Der Bürgermeister ist seither Herbert Pichler (ÖVP). Die SPÖ hat im Vergleich zu den Gemeinderatswahlen 2005 17,75 % verloren, die ÖVP ebenso viele Prozentpunkte dazugewonnen. Somit stellt die SPÖ erstmals seit Beginn der Zweiten Republik nicht den Bürgermeister Altaussees.[67]

Wappen

Wappen von Altaussee

Die offizielle Blasonierung des 1971 verliehenen Gemeindewappens lautet:

„In silbernem Schild über goldenem, mit dem blauen Bergwerkszeichen belegten Schildfuß ein blauer, in einer blauen Felswand gipfelnder Berg. Auf dem Schildfuß ruht eine goldene Schale, aus der ein silberner Springquell aufsteigt. Schlägel und Eisen im Schildfuß weisen auf den Salzbergbau hin, der hier seit dem 12. Jahrhundert betrieben wird, die Schale mit dem Springquell auf die heilkräftige Sole, die vorherrschende blaue Farbe auf den See. Der Berg stilisiert die Silhouette des Loser und deutet zugleich die Burg Pflindsberg an, die als Ruine erhalten ist.“

Steiermärkische Landesregierung[68]

Kultur

Kath. Pfarrkirche Altaussee
Alte Gradieranstalt
Altes Knappenhaus, heute Schaubergwerk der Salzwelten Altaussee
Altausseer Kur- und Amtshaus

Architektur

Das älteste Bauwerk der Gemeinde ist die Katholische Pfarrkirche hl. Ägid. Die Kirche wurde erstmals im Gesamturbar des Herzogtums Steiermark, das unter Albrecht I. zwischen 1280 und 1296 angelegt wurde, urkundlich erwähnt. Der Kirchenpatron weist auf eine Entstehung im 12. Jahrhundert hin. Der heutige Bau stammt aus dem Jahr 1434. 1859-61 finanzierte Kaiser Franz Joseph I. einen vergrößernden Umbau im Stil der Neugotik. Vom Vorgängerbau ist u. a. noch ein spätgotisches Sakramentshäuschen erhalten (um 1520).[69][70] Weiters im Gemeindegebiet befindet sich mit der Burgruine Pflindsberg der einzige größere mittelalterliche Wehrbau des Ausseerlands. Die Burg wurde um 1250 im Auftrag des erwählten Salzburger Erzbischofs Philipp von Spanheim als Wehranlage erbaut. Nachdem 1755 der letzte Bewohner die Burganlage verlassen hatte, wurde sie dem Verfall preisgegeben. 2000 errichteten die Österreichischen Bundesforste auf dem Gelände der ehemaligen Burganlage eine Aussichtswarte. Eine architektonische Rarität ist die Altausseer Freiluft-Gradieranlage, welche 1956 erbaut wurde. In ihr tropft Sole aus dem Altausseer Salzbergwerk über Tannenreisig, wodurch ätherische Öle freigesetzt werden. Eine regelmäßige Anwendung soll Linderung bei Bronchien- und Asthmaerkrankungen verschaffen.[71]

Museen

In der Gemeinde gibt es zwei Museen. Im Kur- und Amtshaus befindet sich das 1970 gegründete Literaturmuseum Altaussee. Der Schwerpunkt der Sammlung liegt auf Literaten, die in Altaussee gewirkt haben, wie Hugo von Hofmannsthal, Friedrich Torberg und Jakob Wassermann. Das Museum sieht sich als Ort der Begegnung für Literaturbegeisterte. Historische Exponate, Hör- und Videobeispiele, Lesungen, Bücherflohmarkt, Buchshop, Leseraum und Literaturgarten sollen zur Literaturvermittlung beitragen.[47] Das zweite Museum sind die „Salzwelten Altaussee“, das Schaubergwerk des Altausseer Salzbergwerks. Es befindet sich etwas außerhalb des Ortes an den nordöstlichen Hängen des Sandlings im 1319 angeschlagenen Steinbergstollen.

Regelmäßige Veranstaltungen

Drei regelmäßige Veranstaltungen in Altaussee sind hier hervorzuheben. Zunächst der Altausseer Kiritåg, dessen Bierzelt eines der bekanntesten Österreichs darstellt. Mit rund 20.000 Gästen an drei Tagen ist es eines der größten Zeltfeste des Landes.[72] An den drei Bierzelt-Festtagen werden rund 600 Fässer Bier konsumiert.[73][74] Das Zeltfest findet seit 1961 jährlich am ersten Wochenende im September statt. Veranstalter des Bierzelts ist die Freiwillige Feuerwehr Altaussee, unterstützt durch andere Vereine, wie die ortsansässige Bergrettung, und Privatpersonen.[75] Jedes Jahr Ende Mai wird im Ausseerland das Narzissenfest veranstaltet. Das dazu gehörende Bootskorso findet jährlich wechselnd einmal in Altaussee und einmal in Grundlsee statt. Zweimal jährlich - in der Woche vor Ostern und in der ersten Oktoberwoche - finden in Altaussee die Fortbildungsworkshops der Internationalen Arbeitsgemeinschaft für Gruppenanalyse statt, an der mehr als hundert Kandidaten aus dem gesamten deutschen Sprachraum und zahlreichen Ländern Ost- und Südosteuropas teilnehmen.

Kulturwanderwege

Im Altausseer Gemeindegebiet bestehen drei markierte Kulturwanderwege. Die Via Artis begibt sich auf die Spuren der im Verlauf der Geschichte in Altaussee weilenden Literaten und Künstler und umrundet dabei den Ortsteil Fischerndorf (fünf Stationen, Strecke: ca. 4 km, Gehzeit: ca.1 ½ bis 2 Stunden).[76] Die Via Salis folgt den Spuren des Salzbergbaus in Altaussee (23 Stationen, Wegstrecke: ca. 8 km, Höhenunterschied: ca. 300 m, Gehzeit: ca. 2 1/2 - 3 Stunden),[77] und die LiteraTour begibt sich auf einen literarischen Spaziergang durch den Ort (Ausgangspunkt ist das Literaturmuseum Altaussee).[47]

Kunst

Bekanntester Künstler Altaussees ist der Schauspieler und Regisseur Klaus Maria Brandauer. Er ist Vorsitzender des Vereins „Poesie im Ausseerland“, der jeden Sommer Kulturprojekte realisiert. Unter anderem inszeniere er mehrere Jahre lang William Shakespeares „Ein Sommernachtstraum“ in der Altausseer Seewiese und Felix Mitterers „Spiel im Berg“ im Salzbergwerk. Die Schriftstellerin Barbara Frischmuth lebt in der Gemeinde und leitet das örtliche Literaturmuseum. Der Altausseer Maler Horst K. Jandl ist vor allem für seine romantischen Landschaftsgemälde bekannt. In Altaussee gibt es weiters eine lange Tradition des Laienschauspiels. 1924 gründete Hans Kain mit der „Heimatbühne Altaussee“ die erste Theatergruppe des Ortes, welche bis 1935 bestand. Von 1949 bis 1957 spielte der „Altausseer Geselligkeitsverein Glück-Auf“ Theater, und von 1979 bis 2005 brachte die von Franz Hütter wiedergegründete „Heimatbühne Altaussee“ insgesamt 22 Stücke zur Aufführung.[78] Im Jahr 2011 wurde mit der „Bühne Altaussee“ eine neuer Theaterverein ins Leben gerufen, der wieder alljährlich ein Stück aufführt.[79] Seit 2010 findet in Räumlichkeiten des Schaubergwerks Altaussee jeweils von Mai bis Oktober die Ausstellungsreihe „Kunst am Steinberg“ statt. Die jährlichen Gruppenausstellungen bieten jeweils vier zeitgenössischen Künstlern ein Forum für ihre Kunst.[47]

Brauchtum

Die meisten Bräuche finden sich um die Rauhnächte in der relativ langen Winterzeit. Hervorzuheben sind hier vor allem zwei Tage: Am 5. Dezember ist der so genannte „Miglåtåg“ (abgeleitet von Nikolaus - Nikolo - Niklo - Miklo). Am Abend ziehen die laut schreienden „Miglån“ [miɡlɔn], wie die Krampusse in Altaussee genannt werden, in verschiedenen Gruppen („Passn“) von Haus zu Haus und begleiten die Gestalt des Hl. Nikolaus bei ihren Kinderbesuchen. Neben den „Pözteufön“ (Pelzteufeln) mit ihren geschnitzten Holzmasken finden sich schwarze oder rote „Ganggerln“ in einer Montur aus Stoff, „Miglåmandl“ und „Miglåweuwö“ und die aufwendig hergestellten Figuren der „Grosteufön“ (aus Tannenreisig) und „Miasteufön“ (aus Moos und Flechten).[80] Am 5. Januar ist der so genannte „Glöckötåg“ (Glöcklertag). An diesem Tag gehen vormittags bis 12 Uhr Kinder mit Glocken und weißen Leinensäcken von Haus zu Haus, um den Winter „auszuläuten“ und werden dafür mit „Glöckökrapf´n“ und Süßigkeiten belohnt. Läuten bei einem Haus viele „Glöckler“, so bedeutet das viel Glück im neuen Jahr. Am Abend findet auf einem zentralen, meist tief verschneiten Feld im Dorfzentrum ein symbolischer Kampf der den Frühling repräsentierenden, laut läutenden „Glöckler“ mit den „Bärigln“ (Pelzperchten) statt, die den Winter repräsentieren. Die Perchten versuchen, der Glocken der Glöckler habhaft zu werden und diese in den Schnee zu werfen. Nach dieser Aktion gehen die mit Fellen vermummten Perchten von Haus zu Haus. Dabei kontrollieren sie die Häuser auf Sauberkeit und dürfen, während sie ihr Gesicht noch verborgen halten, kein Wort sprechen. Um Mitternacht ist der Spuk dieser letzten Rauhnacht vorbei.[80]

Auch um die Faschingszeit findet sich eine Vielzahl an Bräuchen, die in den so genannten „heiligen drei Faschingstagen“ von Faschingssonntag bis Faschingsdienstag kulminieren. Während dieser Tage gehen die „Maschkera“ (maskierte Faschingsgeher) um und es finden die so genannten „Faschingsbriefe“ statt, in welchen im Zuge einer bissigen, meist musikalisch begleiteten Aufführung über peinliche Verfehlungen von Personen aus der Dorfgemeinschaft hergezogen wird. Weiters gibt es Schützenumzüge, den Umzug der Trommelweiber am Faschingsmontag und jenen der aufwendig gestalteten Altausseer „Knopferln“ am Faschingsdienstag. Über all dem Treiben steht akustisch drei Tage lang der ausgelassene „Ausseer Faschingsmarsch“.[81] Nur in der auf den Fasching folgenden Fastenzeit werden im steirischen Salzkammergut die Beigeln, ein salziges, ringförmiges Laugengebäck gebacken. Erwähnenswert ist auch der Palmsonntag, der letzte Sonntag in der Fastenzeit, an welchem Kinder zuvor geweihte Palmbuschen an Nachbarn und Bekannte verteilen.[80]

Tracht

Das „Ausseea G´wånd“ ist für viele Altausseer eine alltägliche Selbstverständlichkeit, die keine festgesetzten Normen kennt. Es wird kontinuierlich an den jeweiligen Zeitgeschmack angepasst.[82] In diesem Kontext ist auch die Tatsache zu sehen, dass es im gesamten Ausseerland keinen einzigen Trachtenverein gibt. Das „G´wånd“ für Frauen ist ein Dirndl mit weißer Bluse, welches farblich in allen möglichen Variationen vorkommt. Die klassische Version besteht aus einem rosafarbenen Rock („Kittl“), einem grünen Leibl und einer lila Schürze („Fischta“). Bei besonders festlichen Anlässen wird eine schwarze Seidenschürze umgebunden und ein Seidentuch über die Schulter gelegt.[83] Die Tracht der Herren besteht aus einer grün besticken Lederhose, die entweder als kurze Hose oder als Kniebundhose ausgeführt ist. Die klassische Altausseer Lederhose ist eine kurze, „sieb´nnahtige“ (mit sieben seitlichen Nähten), bei welcher am Beinende ein ca. 2 cm breites "Bürserl" angestückelt wird. Das Resultat ist ein heller Streifen kurz vor dem Hosenende.[84] Zur Lederhose werden handgemodelte grüne Kniestrümpfe („Stutzn“), eine grüne Weste („Leüwö“) und darüber ein grauer oder ein grüner Spenzer („Janka“ od. „Rock“) getragen. Bei besonderen Anlässen wird ein weißes Hemd („Pfoad“) angezogen und ein bedrucktes, seidernes Bindl umgebunden.[85]

Musik

In Altaussee dominieren die Volksmusik und die Neue Volksmusik. Wie im übrigen Salzkammergut werden auch in Altaussee die überlieferten Liedformen wie Jodler, Landler und Steirer weitertradiert und variiert. Das Gstanzlsingen und Paschen beim Steirer, beim Schleinigen und beim Landler ist besonders charakterisierend für die Volksmusik im inneren und steirischen Salzkammergut. Die wichtigste Musikgattung ist die Tanzmusik in ihrer Form als Geigenmusik. Zentrale Instrumente der Ausseer Volksmusik sind Geige, Kontrabass, steirische Ziehharmonika und Gitarre. Die Besetzung wird in den beliebigsten Variationen erweitert und verändert. Über das Schützenwesen hat sich in Altaussee auch die militärische Pfeiffer- und Trommelmusik erhalten.[86] Den unkonventionellen Umgang mit der Volksmusik dokumentiert zum Beispiel die Band „Rauhnacht“ um den Altausseer Franz Thalhammer, indem sie traditionelle Motive mit Elementen der Welt-, Funk- und Rockmusik fusioniert und so, laut Eigendefinition, „Alpenvoodoo“ produziert.[87][88] Die 1852 gegründete Salinenmusik Altaussee und die Feuerwehrmusikkapelle Lupitsch geben im Sommer regelmäßig Platzkonzerte im Altausseer Kurpark.

Vereinswesen

In der Gemeinde Altaussee sind mehr als 40 Vereine (2012) gemeldet.[89] Der älteste Verein ist die Privilegierte Schützengesellschaft, die um das Jahr 1793 gegründet wurde.[90] Neben den beiden Musikkapellen und Feuerwehren in den Ortschaften Altaussee und Lupitsch ist noch der örtliche Bergrettungsdienst erwähnenswert. Von den elf gemeldeten Sportvereinen betreibt der Taubenschützenverein Altaussee die wohl ungewöhnlichste Sportart. Bei dieser speziellen Form des „Taubenschießens“ zielt man mit einer hölzernen Taube, die an einem Pendel hängt, auf eine Zielscheibe.

Wirtschaft und Infrastruktur

Beschäftigung

Die Anzahl der Arbeitsstätten stieg zwischen den beiden letzten Volkszählungen 1991 und 2001 um 9,5 % auf 115. Die Anzahl der Arbeitsplätze erhöhte sich im selben Zeitraum um 11,3 % auf 561.[91] Somit bot die Gemeinde 2001 theoretisch für 75,3 % seiner 745 erwerbstätigen Einwohner einen Arbeitsplatz.[92] 2009 hatten 265 außerhalb der Gemeinde wohnende Personen einen Arbeitsplatz in Altaussee, während 497 Altausseer auswärts arbeiteten. Somit waren im Jahr 2009 63 % aller erwerbstätigen Altausseer außerhalb ihres Wohnorts beschäftigt. 80,4 % der Einpendler kamen aus dem Bezirk Liezen, ebenso blieben 62,6 % der Auspendler innerhalb der Grenzen des Bezirkes.[93] 2009 waren 6,1 % der in Altaussee beschäftigten erwerbstätigen Personen in der Land- und Forstwirtschaft tätig. In Industrie und Bauwesen waren 22,6 % beschäftigt, davon 4,5 % im Bergbau. Der Großteil der Erwerbstätigen war im Dienstleistungssektor beschäftigt, davon 11,8 % im Tourismusbereich. Die allgemeine Erwerbsquote belief sich auf 46,0 %, die Erwerbsquote der 15-64 Jährigen auf 68,0 %. Die Arbeitslosenquote betrug 1,8 %.[94]

Tourismus

Seit der Zeit der Sommerfrische im 19. Jahrhundert hat der Tourismus eine lange Tradition im Ort. Mit 133.345 Nächtigungen pro Jahr (Nächtigungen in allen Unterkunftsarten, Stand 2011)[95] und 34 touristischen Arbeitsstätten (Stand 2006)[96] ist die Tourismuswirtschaft in der Sommer- und Wintersaison einer der bedeutendsten Wirtschaftsfaktoren im Dienstleistungssektor. Die Gemeinde Altaussee bildet gemeinsam mit den anderen fünf Gemeinden des steirischen Salzkammerguts die Ferienregion Ausseerland-Salzkammergut. Diese wiederum ist Teil der größeren, bundesländerübergreifenden Tourismusregion Salzkammergut.[97]

Bergbau

Seit mindestens 1147 wird am Sandling-Massiv bei Altaussee ohne Betriebsunterbrechung Salz abgebaut. Der Salzbergbau hat maßgeblich zur Entstehung des Ortes beigetragen und über Jahrhunderte neben der kargen Landwirtschaft für ein schmales, aber gesichertes Einkommen der Bevölkerung gesorgt. Die Salinen Austria AG ist heute noch der größte Industriebetrieb der Gemeinde und beschäftigt 57 Mitarbeiter (Stand 2012).[98] Mit einer jährlichen Produktion von 450.000 Tonnen Salz (Stand 2008)[99] ist das Salzbergwerk Altaussee heute die größte Salzgewinnungsstätte Österreichs (Hauptartikel → Salzbergwerk Altaussee).

Verkehr

Altaussee liegt an der B145, der Salzkammergut Bundesstraße, die die Gemeinde in Richtung Westen über den Pötschenpass mit Bad Goisern und Bad Ischl und in Richtung Osten mit dem Hinterbergtal und weiter über die Klachauer Höhe mit Trautenfels im Ennstal verbindet. Die Ortschaften Lupitsch und Lichtersberg liegen direkt an der Salzkammergut Bundesstraße, die übrigen Ortschaften werden über die Altausseerstraße (L702), welche Altausse mit Bad Aussee verbindet, erschlossen. Zusätzlich gibt es mit der Wimmstrasse (L702a) eine größere Zubringerstraße direkt von der Salzkammergutstraße, welche vor dem eigentlichen Ortsbeginn in die Altausseerstraße mündet. In Altaussee nimmt weiters die 9 km lange Loser Panoramastraße (erbaut 1970-1975) ihren Anfang. Sie wird als Mautstraße betrieben und führt bis auf 1600 m Seehöhe. Seit 2001 laufen Planungen einer direkten Verbindungsstraße vom Pötschen zum Skigebiet Loser. Ziel ist eine Entlastung der durch das Altausseer Ortszentrum führenden Altausseerstraße. Eine Realisierung ist bis 2020 geplant, die Finanzierung ist jedoch noch offen.[100] Mit öffentlichen Verkehrsmitteln ist Altaussee mittels Linienbussen der ÖBB-Postbus GmbH erreichbar. Die Buslinie 955 bindet die Gemeinde dabei täglich bis zu zwölfmal an die Nachbargemeinde Bad Aussee an (Fahrzeit: 10 Minuten). Der nächstgelegene Anschluss an das Bahnnetz befindet sich ebenfalls im rund 4 km südlich gelegenen Bad Aussee.[101] Am Altausseer See verkehrt von Ende April bis Ende Oktober ein kleines, solarbetriebenes Ausflugsschiff. Von der Schiffsanlegestelle „Altaussee Madlmaier“ nahe dem Altausseer Ortszentrum fährt es täglich ein- bis fünfmal zur Seewiese am Ostufer des Altausseer Sees und retour. Die Fahrzeit einer einfachen Strecke beträgt ca. 25 Minuten.[102]

Bildung

Altausseer Volksschule

In Altaussee gibt es seit 1897 eine eigenständige Volksschule. Bis 1991 gab es auch eine eigene Volksschule in der Ortschaft Lupitsch.[43] 1992 wurde das Altausseer Schulgebäude generalsaniert, in den Jahren 2008/09 erfolgte der Bau eines neuen Turnsaales. Die Schule beherbergt heute vier Klassen, die von sechs Lehrpersonen betreut werden.[103] Weiterführende Schulen bis zur Matura befinden sich in der Nachbargemeinde Bad Aussee. Die nächstgelegene Volluniversität liegt im 79 km entfernten Salzburg.

Sicherheit und Gesundheitswesen

Altaussee verfügt heute über keine eigene Polizeistation mehr, wobei das Zuständigkeitsgebiet des ehemaligen Gendarmeriepostens der Polizeiinspektion Bad Aussee angegliedert wurde. Die Freiwillige Feuerwehr wurde 1877 gegründet. Neben dem 2006 neueröffneten Hauptgebäude im Ortsteil Puchen verfügt sie seit 1956 über eine eigene Wasserwehr am Altausseer See.[104] Zusätzlich gibt es in der Ortschaft Lupitsch seit 1919 eine eigenständige Feuerwehr. Zur Bergung von Bergopfern wurde 1952 eine Einsatzgruppe des Österreichischen Bergrettungsdienstes eingerichtet.[105] Für die Gesundheitsversorgung steht in der Gemeinde ein Arzt für Allgemeinmedizin zur Verfügung. Für den Besuch eines Facharztes muss jedoch ins benachbarte Bad Aussee ausgewichen werden. Dort befindet sich auch das LKH Bad Aussee, welches gemeinsam mit dem LKH Rottenmann als „Krankenanstaltenverbund Rottenmann-Bad Aussee“ betrieben wird.[106]

Sport und Freizeit

Der Ort bietet Winter- und Sommersportmöglichkeiten. Das Skigebiet Loser-Sandling (850 – 1.770 m) umfasst 29 km Pisten und Abfahrten.[107] Zudem sind im Gemeindegebiet 15 km Langlaufloipen (klassisch und skating) gespurt.[108] Die umliegenden Berge des Toten Gebirges sind durch ein gut markiertes Wandernetz erschlossen, so führt auch der violette Weg des grenzüberschreitenden Weitwanderwegs Via Alpina durch das Gemeindegebiet. Auf diesem bestehen zudem zwei Schutzhütten, die Loserhütte und die Ischler-Hütte. Beliebte Kletterrouten führen durch die Loser-Südwand – über einen 2007 eröffneten Klettersteig (D)[109] – und die Trisselwand-West- und Südwestwand (III+ bis VII-)[110]. Am Loser-Plateau bestehen weiters zwei Startrampen für Drachenflieger (1.550 & 1.600 m) und drei ausgewiesene Startplätze für Paraglider (1.680 – 1.837 m).[111]

Persönlichkeiten

Geboren in Altaussee

Personen mit Bezug zur Gemeinde

Theodor-Herzl-Gedenkstein neben dem Altausseer Kur- und Amtshaus
  • Ferdinand Leopold von Andrian-Werburg (1835–1914), österreichischer Geologe und Anthropologe, Ehrenbürger von Altaussee, begraben auf dem Altausseer Friedhof.
  • Leopold Andrian (1875–1951), österreichischer Schriftsteller und Diplomat, begraben auf dem Altausseer Friedhof.
  • Hannes Androsch (* 1938), Industrieller und ehem. Politiker (SPÖ), Ehrenringträger der Gemeinde Altaussee, lebt in Wien und Altaussee.
  • Klaus Maria Brandauer (* 1944), österreichischer Schauspieler und Regisseur, Professor am Max Reinhardt Seminar, Ehrenbürger von Altaussee, lebt in Altaussee, Wien und New York.
  • Bruno Brehm (1892-1974), nationalsozialistischer Schriftsteller und Herausgeber, begraben auf dem Altausseer Friedhof.
  • Eberhard Frowein (1881–1964), deutscher Roman-, Drehbuchautor und Filmregisseur, begraben auf dem Altausseer Friedhof.
  • Wilhelm Höttl (1915-1999), österreichischer SS-Offizier (Reichssicherheitshauptamt und SD), begraben auf dem Altausseer Friedhof.
  • Horst K. Jandl (*1941), österreichischer Maler, lebt in Altaussee.
  • Alice Ricciardi (1910–2008), italienische Ärztin und Psychoanalytikerin deutscher Abstammung, begraben auf dem Altausseer Friedhof.
  • Friedrich Torberg (1908–1979), österreichisch-tschechoslowakischer Schriftsteller, Journalist und Herausgeber, lebte und arbeitete in Altaussee und Wien.

Literatur

  • Reinhard Lamer: Das Ausseer Land. Geschichte und Kultur einer Landschaft. Styria, Graz 1998. ISBN 3-222-12613-5
  • Karl Vocelka: Die Haus- und Hofnamen der Katastralgemeinden Altaussee, Grundlsee, Lupitsch, Obertressen, Reitern und Straßen im steirischen Salzkammergut. Band 2 (= Dissertationen der Universität Wien 102). Verband der wissenschaftlichen Gesellschaften Österreichs, Wien 1974.

Weblinks

 Commons: Altaussee – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. a b c d Vgl. Karl Vocelka: Die Haus- und Hofnamen der Katastralgemeinden Altaussee, Grundlsee, Lupitsch, Obertressen, Reitern und Straßen im steirischen Salzkammergut. Band 2 (= Dissertationen der Universität Wien 102). Verband der wissenschaftlichen Gesellschaften Österreichs, Wien 1974, S. 500.
  2. Vgl. Reinhard Lamer: Das Ausseer Land. Geschichte und Kultur einer Landschaft. Styria, Graz 1998, ISBN 3-222-12613-5, S. 23 & 28.
  3. Vgl. Reinhard Lamer: Das Ausseer Land. Geschichte und Kultur einer Landschaft. Styria, Graz 1998, ISBN 3-222-12613-5, S. 23.
  4. Bob Gulden: WORLDS LONGEST CAVES. June 16, 2012, abgerufen am 18. Juli 2012.
  5. Maria Schindl-Neumayer: Gefügekundliche Studien in alpinen Salzlagern. In: Arch. f. Lagerst.forsch. Geol. B.-A. (= Bd. 5). Wien, September 1984, S. 137.
  6. Dirk van Husen: Verbreitung, Ursachen und Füllung glazial übertiefter Talabschnitte an Beispielen in den Ostalpen. In: Eiszeitalter und Gegenwart. Quaternary Science Journal (= Bd. 29, Nr. 1), Stuttgart 1979, S. 16.
  7. a b Das Land Steiermark: Klimaregion Ausseer Becken. Abgerufen am 21. Juli 2012.
  8. Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik: Klimaatlas Steiermark. Kapitel 6: Schneefall und Schneedecke, S. 12f. Abgerufen am 21. Juli 2012.
  9. ZAMG Klimagutachten. Abgerufen am 18. Juli 2012.
  10. Vgl. die Verordnung der Steiermärkischen Landesregierung vom 2. April 1990 über die Festsetzung der Grenzen des Kurbezirkes Altaussee. Verordnung online (abgerufen am 28. Mai 2012)
  11. Vgl. Digitaler Atlas der Steiermark: Flora & Fauna. Abgerufen am 6. August 2012.
  12. Verwaltung Land Steiermark: Fachabteilung 13C Naturschutz (Karten, Verordnungstexte, Gebietsbeschreibungen). Abgerufen am 6. August 2012.
  13.  Josef Zötl, Johann E. Goldbrunner: Die Mineral- und Heilwässer Österreichs: Geologische Grundlagen und Spurenelemente. Springer, Wien 1993, ISBN 3211823964, S. 68f.
  14. Gemeinde Altaussee, Trinkkur. Abgerufen am 18. Juli 2012.
  15. Fremdenverkehrsverein Altaussee, Die kleine feine Kur. Abgerufen am 18. Juli 2012.
  16. Statistik Austria: Volkszählung vom 15. Mai 2001. Einwohner nach Ortschaften. Abgerufen am 5. August 2012.
  17. a b Statistik Austria: Bevölkerungsstand und -struktur 01.01.2012. Abgerufen am 5. August 2012.
  18. a b c Statistik Austria: Volkszählung vom 15. Mai 2001. Demografische Daten. Abgerufen am 18. Juli 2012.
  19. Ausseerlandpfarren: Die Pfarrkirche St. Ägid zu Altaussee. Abgerufen am 6. August 2012.
  20. Statistik Austria: Gebäude- u. Wohnungszählung vom 15. Mai 2001. Abgerufen am 18. Juli 2012.
  21. a b c d Alexander Zens: Die Millionäre vom Ausseerland. In: nachrichten.at, 05. Juni 2012. Abgerufen am 21. Juli 2012.
  22.  Jutta Wiener: Tourismus und Nachhaltigkeit. GRIN, Norderstedt 2007, ISBN 978-3-640-37462-5, S. 29.
  23. a b Der Altausseer (Nr. 2/2012): Siedlungswohnbau Altaussee, S. 3. Abgerufen am 11. August 2012.
  24. salzburg.orf.at: Zweitwohnsitzsteuer soll Einheimischen nützen, 4. März 2012. Abgerufen am 11. August 2012.
  25.  Doris Döpoes: New dating results of the Salzofen Cave, Totes Gebirge, Austria (= Hugo Obermaier-Gesellschaft für Erforschung des Eiszeitalters und der Steinzeit e.V. 47. Tagung der Gesellschaft in Neuchâtel Schweiz). Neuchâtel 29. März – 2. April 2005, S. 27ff. Artikel online. Abgerufen am 16. Juli 2012.
  26. Vgl. Karl Vocelka: Die Haus- und Hofnamen der Katastralgemeinden Altaussee, Grundlsee, Lupitsch, Obertressen, Reitern und Straßen im steirischen Salzkammergut. Band 1 (= Dissertationen der Universität Wien 102). Verband der wissenschaftlichen Gesellschaften Österreichs, Wien 1974, S. 65f.
  27. Gerald Grabherr: Michlhallberg. Die Ausgrabungen in der römischen Siedlung 1997-1999 und die Untersuchung an der zugehörigen Straßentrasse (=Schriftenreihe des Kammerhofmuseums Bad Aussee, Bd. 22). Verein der Freunde des Kammerhofmuseums, Bad Aussee 2001, ISBN 3-901370-226, S. 103.
  28. Vgl. Reinhard Lamer: Das Ausseer Land. Geschichte und Kultur einer Landschaft. Styria, Graz 1998, ISBN 3-222-12613-5 S. 24.
  29. Vgl. Karl Vocelka: Die Haus- und Hofnamen der Katastralgemeinden Altaussee, Grundlsee, Lupitsch, Obertressen, Reitern und Straßen im steirischen Salzkammergut. Band 1 (= Dissertationen der Universität Wien 102). Verband der wissenschaftlichen Gesellschaften Österreichs, Wien 1974, S. 66f.
  30. Reinhard Lamer: Das Ausseer Land. Geschichte und Kultur einer Landschaft. Styria, Graz 1998, S. 31f. ISBN 3-222-12613-5
  31. Karl Vocelka: Die Haus- und Hofnamen der Katastralgemeinden Altaussee, Grundlsee, Lupitsch, Obertressen, Reitern und Straßen im steirischen Salzkammergut. Band 1 (= Dissertationen der Universität Wien 102). Verband der wissenschaftlichen Gesellschaften Österreichs, Wien 1974, S. 19f.
  32. Karl Vocelka: Die Haus- und Hofnamen der Katastralgemeinden Altaussee, Grundlsee, Lupitsch, Obertressen, Reitern und Strassen im Steirischen Salzkammergut. Band 1 (= Dissertationen der Universität Wien 102). Verband der wissenschaftlichen Gesellschaften Österreichs, Wien 1974, S. 19f.
  33. a b Auszug aus einem Sachverständigengutachten von Erik Hilzensauer, In: Bescheid des Bundesdenkmalamtes von 2005, S. 1. online (abgerufen am 7. Juli 2012)
  34. Reinhard Lamer: Das Ausseer Land. Geschichte und Kultur einer Landschaft. Styria, Graz 1998, S. 32f. ISBN 3-222-12613-5
  35.  Reinhard Lamer: Das Ausseer Land. Geschichte und Kultur einer Landschaft. Styria, Graz 1998, ISBN 3-222-12613-5, S. 124f.
  36. Günter Treffer, Weißes Gold. 3000 Jahre Salz in Österreich. Wien 1981, S. 105f.
  37. a b Franz Stadler, Salzerzeugung, Salinenorte und Salztransport in der Steiermark vom Frühmittelalter bis heute. Linz 1988, S. 55f.
  38. Anton Schnabel, Die Arbeiterverhältnisse der k. k. Salinen. Wien 1900, S. 139.
  39. Vgl. Günter Treffer, Weißes Gold. 3000 Jahre Salz in Österreich. Wien 1981, S. 111f.
  40. Franz Stadler, Salzerzeugung, Salinenorte und Salztransport in der Steiermark vom Frühmittelalter bis heute. Linz 1988, S, 68.
  41. Anton Schnabel, Die Arbeiterverhältnisse der k. k. Salinen. Wien 1900, S. 105ff.
  42.  Reinhard Lamer: Das Ausseer Land. Geschichte und Kultur einer Landschaft. Styria, Graz 1998, ISBN 3-222-12613-5, S. 154f.
  43. a b c Gemeinde Altaussee, Chronik. Abgerufen am 20. Juli 2012.
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  45.  Reinhard Lamer: Das Ausseer Land. Geschichte und Kultur einer Landschaft. Styria, Graz 1998, ISBN 3-222-12613-5, S. 250f.
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  50.  Erika Selzer (Hrsg.): 1945. Ende und Anfang im Ausseer Land. Katalog zur Ausstellung im Ausseer Kammerhofmuseum Mai 1995 - Mai 1996 (= Schriftenreihe des Kammerhofmuseums Bad Aussee. 17). Bad Aussee 1996, S. 19.
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  57.  Erika Selzer (Hrsg.): 1945. Ende und Anfang im Ausseer Land. Katalog zur Ausstellung im Ausseer Kammerhofmuseum Mai 1995 - Mai 1996 (= Schriftenreihe des Kammerhofmuseums Bad Aussee. 17). Bad Aussee 1996, S. 89.
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