Amoklauf von Mauterndorf

Der Amoklauf von Mauterndorf ereignete sich am 20. November 1997 in der Marktgemeinde Mauterndorf im österreichischen Bundesland Salzburg. Der 36-jährige Mechaniker Johann Gautsch (* 1961; † 21. November 1997) erschoss sechs Menschen und richtete sich anschließend selbst. In hinterlassenen Schreiben soll er „Dämonen“, die ihn zu den Taten veranlasst hätten, zitiert haben. In Österreich kam eine Diskussion über das Waffengesetz in Gang.

Johann Gautsch verließ am 20. November 1997 mit einer Walther PPK 7,65 und einer Smith & Wesson .357 Magnum sein Haus und erschoss seinen 39-jährigen Nachbarn Harald Moser, dessen 40-jährige Lebensgefährtin Gabrielle Artner und deren dreijährige Tochter Elisabeth. Die einjährige Tochter Magdalena soll er übersehen haben. Danach erschoss er den 55-jährigen Vizebürgermeister und Direktor der Hauptschule Mariapfarr Wernfried Gappmayer, den 19-jährigen Soldaten Stefan Bader und dessen 22-jährige Freundin Irene Schitter in ihren Wohnungen, als sie dem Täter ahnungslos die Türe öffneten. Am nächsten Morgen, als bereits nach ihm gefahndet wurde, beging Gautsch durch einen Kopfschuss Selbstmord. Bei der anschließenden Durchsuchung seiner Wohnung wurden vier weitere Pistolen, fünf Gewehre, zehn Kilogramm Schwarzpulver sowie 1000 Schuss Munition sichergestellt.

Der Amoklauf des 36-Jährigen brachte eine Diskussion in Österreich über die Waffengesetze in Gang. Die sozialdemokratische Partei Österreichs (SPÖ), die Grünen und Liberales Forum forderten eine Verschärfung des Waffengesetzes. Auch in der Regierung wurde eine Änderung diskutiert, doch zwischen den Koalitionspartnern gab es unterschiedliche Auffassungen. Die SPÖ wollte das Waffengesetz noch weiter verschärfen, der damalige Bundeskanzler Viktor Klima sogar den Waffenbesitzschein verbieten. Es wurden weitreichende Pläne zur Verschärfung des unmittelbar zuvor in Kraft getretenen Waffengesetzes 96 bis hin zur Enteignung einzelner Gruppen legaler Waffenbesitzer entwickelt. Ein Abgeordneter zum Nationalrat propagierte die Einführung einer Waffensteuer mit dem erklärten Ziel der Verteuerung des Waffenbesitzes bis zu dessen „freiwilliger“ Aufgabe. Dies wurde von einer Medienkampagne unterstützt. Die Österreichische Volkspartei war dagegen: Vizekanzler Wolfgang Schüssel meinte, Österreich habe bereits eines der schärfsten Waffengesetze Europas. Letztendlich blieb das Waffengesetz unangetastet.

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