Andreas Thaler

Andreas Thaler (* 10. September 1883 in Oberau, Tirol; † 28. Juni 1939 in Dreizehnlinden, Brasilien) war ein österreichischer Politiker und Koloniegründer in Brasilien.

Andreas Thaler, Porträt im Andreas-Thaler-Haus in Treze Tílias

Leben

Nach dem Besuch der Gymnasien in Salzburg, Hall in Tirol und Feldkirch unternahm Thaler mehrere Studienreisen nach Südamerika. 1914–1919 war er Gemeindevorsteher von Oberau, ab 1919 Abgeordneter im Tiroler Landtag, 1929-1932 Obmann des Reichsbauernbundes, 1926 Bundesminister für Land- und Forstwirtschaft.

Aufgrund der wirtschaftlichen Not vieler Tiroler Bauern hatte Thaler den Plan einer geschlossenen österreichischen katholischen Ansiedlung in Südamerika und unternahm hierfür weitere Reisen nach Lateinamerika, um den geeigneten Standort dafür zu finden. Schließlich fiel die Wahl auf den südbrasilianischen Bundesstaat Santa Catarina, wo bereits mehrere Siedlungen mit deutschsprachigen Einwanderern bestanden, wie zum Beispiel Blumenau, Pomerode und Joinville.

1933 erfolgte der Transport der Familien über den Hafen von Genua. Nach Anfangsschwierigkeiten stabilisierte sich die Siedlung und es konnte in den ersten Jahren bereits eine Schule und eine Kirche errichtet werden. Bei einer Überschwemmung 1939 kam Andreas Thaler unter bisher nicht ganz geklärten Umständen ums Leben. Seine Nachkommen leben und arbeiten noch in der Urwaldsiedlung. Seine Enkel sind brasilienweit für die Anfertigung von Holzschnitzereien bekannt.

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