Andrian-Werburg

Stammwappen derer von Andrian-Werburg

Andrian-Werburg, oftmals auch nur Andrian, ist der Name eines alten ursprünglich lombardischen Adelsgeschlechts. Die Familie gelangte später auch in Österreich, in Tirol, im Krain, der Steiermark, in Friaul und in Bayern zu Besitz und Ansehen.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Herkunft

Erstmals urkundlich erwähnt wird das Geschlecht um das Jahr 1350 mit Bettino Andri de Boaris de Gandino. Fracesco erscheint zwischen 1439 und 1510, unter anderem als Konsul in Gandino, in Urkunden. Sein Sohn Simon Andrinis de Gandino wird in den Jahren 1482 bis 1548 in Urkunden genannt. Er war ebenso wie sein Vater Konsul in Gandino.[1]

Leopold von Andrian zu Werburg
(* 1875; † 1951)

In älterer Literatur wird eine Tiroler Herkunft der Familie vermutet. Demnach nannte sie sich ursprünglich Murentheim (auch Murentein oder Murenthein) von Andrian und erschien bereits um 1200 unter anderem in der Grafschaft Görz. Das Geschlecht benannte sich nach dem Ort Andrian in Südtirol, die auch ein ähnliches Wappen führt. Später soll es den Namen Andrian von Werburg bzw. von Andrian-Werburg angenommen haben. Das Schloss Werburg soll 1332 (nach anderen 1323) durch Heirat von Egbard Murentheim von Andrian mit Adelheid von Werburg, Tochter des Heinrich von Werburg, an die Familie gekommen sein.[2] [3]

Ausbreitung und Linien

Von Simons Söhnen wurde Piero, urkundliche Nennungen von 1529 bis 1548, der Begründer der innerösterreichischen Linie und Jacomin, urkundliche Nennung 1548, der Begründer der Linie in Friaul, die aber schon 1716 wieder erlosch. Zusammen mit ihren Bruder Andrea, der 1587 urkundlich erscheint, führten sie als erste die Namensform Andrian.[1]

Am 12. Dezember 1610 zu Graz erhielten die Vettern Elias und Peter Andrian eine Adelsbestätigung mit dem Privileg, mit rotem Wachs zu siegeln. Elias Andrian wurde am 19. Januar 1624 in die Krainer Landstände aufgenommen. Nicolaus Andrian aus der friauler Linie wurde am 19. April 1629 zu Wien in den Reichsadelsstand mit einer Wappenbesserung aufgenommen. Eine Verleihung der niederen Gerichtsbarkeit auf den Gütern in und um Fiumicello sowie das Recht, sich von Clandorf (Parwa villa) zu nennen, erfolgte durch die Fürstin Anna Maria von Eggenberg am 15. Juli 1649 zu Eggenberg für Nicolaus Andriani und alle seine männlichen Nachkommen. In die steiermärkischen Landstände wurde Thomas Ignatius Andrian am 19. Januar 1650 aufgenommen. Den alten böhmischen Ritterstand mit Wappenbesserung erhielt Giacintho Andriani von Clandorf, Oberstwachtmeister, am 6. August 1667. Ferdiando Barone d'Andriani, kurfürstlich kölnischer Kämmerer und Oberst, wurde am 28. September 1769 Patrizier von Görz.[1]

Der freiherrliche Stamm ist durch den Sohn des Freiherren Franz Carl Elias, Joseph Ferdinand Leopold Freiherr von Adrian-Werburg, nach Bayern gelangt. Durch die Mitgift seiner Gemahlin Josephine Sidonia von Baumann, deren Mutter eine Schillerer von Regenstauf war, erhielt er umfangreiche Güter im Nordgau.[2]

Standeserhebungen

Nicolaus Andrian, apostolischer Protonotar und Abt vom Koster Fünfkirchen, Johann Joseph Adrian, Hauptmann im Regiment Portia und Max Joseph Andrian wurden am 27. August 1692 zu Wien in den Reichsfreiherrenstand mit dem Prädikat von Andrian Freiherr von Verburg und einer Wappenmehrung erhoben.[1]

Eine Eintragung in die Adelsmatrikel bei der Freiherrenklasse im Königreich Bayern erfolgte am 3. Oktober 1812.[1]

Wappen der Gemeinde Andrian (Südtirol)

Wappen

Stammwappen

Das Stammwappen nach der Tiroler Adelsmatrikel: „Im Deichselschnitt gespalten von Silber und Rot mit gespaltener Spitze[4]. Auf dem goldbekrönten Helm mit rot-silbernen Decken ein Flug mit dem Schildbild.“[3] [1]

Freiherrliches Wappen

Das freiherrliche Wappen, verliehen 1692: „Geviert, in 1 gespalten, rechts in Gold ein goldbewehrter und gekrönter, schwarzer Doppeladler am Spalt, links fünf mal von Gold und Rot geteilt. in 2 in Gold ein linkssehender, goldbewehrter und gekrönter schwarzer Adler, in 3 in Blau ein zweischwänziger, gekrönter goldener Löwe, in 4 in Rot ein dreizinniger, silberner Turm mit offenem Tor und drei (2, 1) offenen Fenstern, belegt mit einem Mittelschild, das Stammwappen enthaltend.“ Zwei Helme mit rechts rot-silbernen und links schwarz-goldenen Helmdecken, auf dem rechten ein schwarzer Adlerkopf mit goldenem Schnabel, auf links der Stammhelm.[1]

Namensträger

Einzelnachweise

  1. a b c d e f g Genealogisches Handbuch des Adels, Adelslexikon Band I, Band 53 der Gesamtreihe, Seite 87-88
  2. a b Neues allgemeines deutsches Adels-Lexicon Band 1, Seite 80-81
  3. a b Otto Hupp: Münchener Kalender 1922., Seite 28
  4. Dr. Bernhard Peter: Göpel und Deichsel

Literatur