Andy Kaltenbrunner

Andy Kaltenbrunner (* 1962) ist ein österreichischer Journalist, Politikwissenschaftler und Medienberater. Er begründete das Medienhaus Wien.

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Biografie

Von 1981 bis 1989 war Kaltenbrunner Redakteur der Wiener Zeitung Neue AZ (benannt nach der Arbeiter-Zeitung), dann Politik-Redakteur und –Ressortleiter des Nachrichtenmagazins profil und Gründer und Leiter der neuen Onlinedienste der trend/profil/Orac-Magazingruppe. Parallel war er Chefredakteur für die profil extra – Hefte. Seit 2000 besitzt Kaltenbrunner ein Medienberatungsbüro in Wien, das in Deutschland, Spanien und Österreich crossmediale Projekte und Strategien für mehrmediale Newsrooms entwickelt. 2005 gründete er gemeinsam mit Astrid Zimmermann, Daniela Kraus, Matthias Karmasin und Alfred J. Noll die Medienhaus Wien GmbH für praxisbezogene Journalismusforschung und Aus- und Weiterbildungsangebote im Medienbereich. In der Forschungs- und Publikationsreihe "Journalisten-Report" von Medienhaus Wien werden seit 2007 Eckdaten und Trends zur Entwicklung des Journalismus in Österreich durch Befragungen erhoben und analysiert.

1996 gründete er den "Redaktionslehrgang Magazinjournalismus" von Trend (Zeitschrift) und profil gemeinsam mit Hubertus Czernin und Thomas A. Bauer vom Institut für Publizistik- und Kommunikationswissenschaft der Universität Wien. Der Lehrgang wurde als dreijähriges Ausbildungsprojekt durchgeführt. Absolventen sind u.a. die Journalisten Florian Klenk, Barbara Tóth, Thomas Hofer, Robert Treichler und Mia Eidlhuber. 2001 wurde mit der Präsentation des Begleitbuchs "Beruf ohne (Aus-)Bildung. Anleitungen zum Journalismus" eine breite Debatte über Professionalisierung der Journalistenausbildung eröffnet. Kaltenbrunner initiierte den Fachhochschul-Studiengang Journalismus und Medienmanagement in Wien und leitete das Entwicklungsteam bis zum Start 2003 an der FHWien. Kaltenbrunner lehrte neben österreichischen Universitäten u.a. an der Akademie für Publizistik in Hamburg, der Universidad Miguel Hernández in Elche/Valencia und fungiert im wissenschaftlichen Beirat der Österreichischen Zeitschrift für Politikwissenschaft.

Im Jahr 2004 entwickelte die Kaltenbrunner Medienberatung ein Archiv der Arbeiter-Zeitung[1] im Internet als erstes kostenloses Archiv mit allen Ausgaben einer deutschsprachigen Tageszeitung ab 1945 im World Wide Web. [2] Ein weiteres offenes Printmedienarchiv im Web wurde mit Digitalisierung des regionalen Wochenblattes Burgenländische Freiheit (BF)[3] realisiert, mit Volltextsuche in allen Ausgaben von 1922 bis 2007.[4] Er war Leiter des Entwicklungsteams für den FH-Studiengang Film-, TV- und Medienproduktion [5] in Wien und ist Programmdirektor des executive Master Studiengangs International Media Innovation Management - imim [6] an der Deutschen Universität für Weiterbildung (DUW) Berlin.

Forschungsschwerpunkte

Journalismus in Österreich

2006 – 2008 wurde die Studie Journalismus in Österreich – analog zur Studie Journalismus in Deutschland von Siegfried Weischenberg, Armin Scholl und Maja Malik – durchgeführt. Sie stellt zentrale Daten über Merkmale und Einstellungen österreichischer Journalistinnen und Journalisten bereit. [7] [8]

Medienkonvergenz

Der Forschungsschwerpunkt Medienkonvergenz fokussiert auf die Veränderung journalistischer Berufsbilder und Arbeitsweisen im europäischen Vergleich. Kooperationspartner sind Klaus Meier (Katholische Universität Eichstätt-Ingolstadt) und José Garcia Avilés Universidad Miguel Hernández Elche.

Medienselbstregulierung

Seit 2005 werden Forschungs- und Transferprojekte zum Thema Medienselbstregulierung durchgeführt, die internationale Vergleichsdaten und Analysen zur Wiedereinrichtung eines neuen Medienselbstkontrollorgans in Österreich (nach Auflösung des Österreichischen Presserates) liefern. [9] Kaltenbrunner arbeitet im EU-Forschungsprojekt MediaAct mit, das sich mit Medienselbstkontrolle und Medientransparenz beschäftigt. [10]

Publikationen

  • Karmasin, Matthias; Kraus, Daniela; Kaltenbrunner, Andy; Bichler, Klaus (2011): Austria: A Border-Crosser. In: Eberwein, Tobias; Fengler, Susanne; Lauk, Epp; Leppik-Bork, Tanja (Hg.): Mapping Media Accountability - in Europe and Beyond. Köln. Halem. 22-36.(English)
  • García-Avilés; José-Alberto; González-Esteban, José-Luis; Kaltenbrunner, Andy; Karmasin, Matthias: Self-regulation and the new challenges in journalism: Comparative study across European countries. Revista Latina de communication social. Nr. 66. 2011. (English)
  • Kaltenbrunner, Andy/Karmasin, Matthias/Kraus, Daniela (Hg.)(2010): Der Journalisten Report III. Politikjournalismus in Österreich. Facultas. Wien.
  • Kaltenbrunner, Andy (2010): Was bin ich? Leitmotive und Leitmedien im Politikjournalismus. In: Kaltenbrunner, Andy/Karmasin, Matthias/Kraus, Daniela (Hg.): Der Journalisten Report III. Politikjournalismus in Österreich. Facultas. Wien. S. 109-134.
  • Kaltenbrunner, Andy/Tálos, Emmerich (2010): Wikipedia als Wegweiser. In: Kaltenbrunner, Andy/Karmasin, Matthias/Kraus, Daniela (Hg.): Der Journalisten Report III. Politikjournalismus in Österreich. Facultas. Wien. S. 87-108.
  • Carvajal, Miguel/García-Avilés, José/Meier, Klaus/Kaltenbrunner, Andy/Kraus, Daniela (2009): Newsroom Integration in Austria, Spain and Germany: Models of Media Convergence. In: Journalism Practice 3/2009.
  • Kaltenbrunner, Andy/Karmasin, Matthias/Kraus, Daniela/Zimmermann, Astrid (2008): Der Journalisten Report II. Österreichs Medienmacher und ihre Motive. Facultas. Wien.
  • Kaltenbrunner, Andy/Karmasin, Matthias/Kraus, Daniela/Zimmermann, Astrid (2007): Der Journalisten-Report. Österreichs Medien und ihre Macher. Facultas Verlag. Wien.
  • Gottwald, Franzisca/Kaltenbrunner, Andy/Karmasin, Matthias (2006): Medienselbstregulierung zwischen Ökonomie und Ethik. Erfolgsfaktoren für ein österreichisches Modell. Lit Verlag. Wien
  • Kaltenbrunner, Andy: Medienpolitik. In: Tálos, Emmerich (2006): Schwarz-Blau. Ein Bilanz des "Neu-Regierens". Lit Verlag. Wien
  • Kaltenbrunner, Andy (Hg.) (2001): Beruf ohne (Aus-)Bildung. Anleitungen zum Journalismus. Czernin-Verlag. Wien

Quellen

  1. Archiv der Arbeiter-Zeitung
  2. http://www.news.at/articles/0410/542/76485/historisch-arbeiter-zeitung-internet
  3. Burgenländische Freiheit (BF)
  4. http://derstandard.at/1285199332650/Offenes-Zeitungsarchiv-Burgenlands-aelteste-Zeitung-wurde-digitalisiert-und-online-gestellt
  5. http://www.fh-vie.ac.at/Studium/Bachelor/Film-TV-und-Medienproduktion
  6. http://www.imim-master.com/blog/
  7. Kaltenbrunner, Andy/Karmasin, Matthias/Kraus, Daniela/Zimmermann, Astrid (2007): Der Journalisten-Report. Österreichs Medien und ihre Macher. Facultas Verlag. Wien.
  8. Kaltenbrunner, Andy/Karmasin, Matthias/Kraus, Daniela/Zimmermann, Astrid (2008): Der Journalisten Report II. Österreichs Medienmacher und ihre Motive. Facultas. Wien.
  9. Gottwald, Franzisca/Kaltenbrunner, Andy/Karmasin, Matthias (2006): Medienselbstregulierung zwischen Ökonomie und Ethik. Erfolgsfaktoren für ein österreichisches Modell. Lit Verlag. Wien
  10. http://www.mediaact.eu

Weblinks