Anna Fischer-Dückelmann

Anna Clara Theresia Fischer-Dückelmann (* 5. Juli oder 7. Juli 1856 in Wadowice in Galizien; † 5. November oder 13. November 1917 in Ascona) war eine Lebensreformerin, Ärztin und Autorin.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Anna Dückelmann war die Tochter des österreich-ungarischen Militärarztes und Gutsbesitzers Friedrich Dückelmann und verbrachte ihre Jugendzeit in Wien und Tragwein[1]. Sie heiratete 1880 in Graz gegen den Willen ihrer Eltern den Philosophen Arnold Fischer und zog mit ihm nach Frankfurt am Main. Dort war sie Herausgeberin der Zeitschrift Volkswohl.

Als Mutter von drei Kindern zog sie mit ihrer gesamten Familie nach Zürich, studierte dort von 1890 bis 1896 Medizin und promovierte mit der Dissertation Die vom April 1888 bis Januar 1895 in der Zürcher Frauenklinik beobachteten Fälle von Puerperalfieber. Sie war eine der ersten Frauen, die Medizin studierte, was nicht unumstritten war und zu Erörterungen in der Fachpresse führte. Im Bilz-Sanatorium in Oberlößnitz (heute Radebeul) erwarb sie als Assistenzärztin die Praxis für die Ausübung des Arztberufes.[2]

Von 1897 bis 1914 führte sie eine Arztpraxis für Frauen- und Kinderheilkunde in einer Villa in Loschwitz bei Dresden und war erste und lange Zeit einzige Ärztin, die sich mit Naturheilkunde beschäftigte.

Beim Ausbruch des Ersten Weltkrieges übersiedelte sie auf den Monte Verita bei Ascona im Kanton Tessin, wo sie bereits 1913 ein Landgut in der Nähe der dortigen Naturheilanstalt auf freigenossenschaftlicher Grundlage erworben hatte.[3]

Publikationen

  • Ihr herausragendstes Werk ist das 1901 erstmals herausgegebene, mehr als eintausend Seiten dicke populärwissenschaftliche Nachschlagewerk Die Frau als Hausärztin, das 1913 Millionenauflage erreichte, in 13 Sprachen übersetzt wurde, und nach mehrmaliger Überarbeitung und Erweiterung immer wieder neu aufgelegt und bis in die 1980er-Jahre vermarktet wurde.
  • Weitere Bücher:
    • Das Geschlechtsleben des Weibes - Eine physiologisch-soziale Studie mit ärztlichen Ratschlägen (Berlin 1900, 1919 in der 19. Auflage).
    • Der Geburtenrückgang - Ursachen und Bekämpfung vom Standpunkt des Weibes (Stuttgart 1914).
    • Was lehrt uns der Krieg - Häusliche Krankenpflege in Kriegszeiten (Stuttgart 1916).
    • Die heutigen Behandlungsmethoden der Frauenkrankheiten für Ärzte und Gebildete aller Stände (Berlin 1898).
    • Entstehung, Verhütung und Heilung der Frauenkrankheiten aller Altersstufen für Frauen und erwachsene Töchter (Berlin 1898, 1919 in der 5. Auflage).
    • Über die Reform der weiblichen Kleidung (Berlin 1890).

Literatur

  • Paulette Meyer: Physiatrie und German Maternal Feminism: Dr. Anna Fischer-Dückelmann Critiques Academic Medicine. In: Canadian Bulletin of Medical History / Bulletin canadien d´histoire de la médicine. 23, 2006, 1, S. 145-182.
  • Landeshauptstadt Dresden - Reine Männersache? Teil II., Dresden 2004, S. 14.
  • Annemarie Körner-Peth: Anna Fischer-Dückelmann. Eine Frau als Pionierin um die Jahrhundertwende - Vorkämpferin für das medizinische Frauenstudium. In: Deutsche Schwesternzeitung. 11, 1958, S. 344-345.

Einzelnachweise

  1. Max Neweklowsky: Vierhundert Jahre Hausgeschichte. Eine Chronik des Hauses Tragwein Nr. 2 und seiner Bewohner. In: Beiträge zur Landeskunde von Oberösterreich : Historische Reihe 1 ; 4. Linz 1977.
  2. Anna Fischer-Dückelmann. In: Lebensreform in der Schweiz.
  3. Anna-Maria Blosse:Anna Fischer-Dückelmann (1856 bis 1917), Die erste Naturärztin und ihr Gesundheits-Bestseller 1901. In: Naturel. Printausgabe 12/2002, (online)

Weblinks