Anton Amann (Soziologe)

Anton Amann (* 1943 in Immenstadt im Allgäu) ist ein österreichischer Soziologe, Gerontologe und Autor.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Amann wurde 1943 als erstes von sechs Kindern der Eheleute Karl und Dorothea Amann geboren. Er besuchte die Aufbaumittelschule in Stams in Tirol und schloss diese erfolgreich mit der Matura ab. Es folgte der neunmonatige Präsenzdienst, danach der Beginn des Studiums der Soziologie, Ökonomie und Sozialpolitik an der Universität Wien. 1971 erhielt er den akademischen Grad eines Magisters und promovierte am 4. Dezember 1975 mit dem Thema Grundlagen zur Forschung in der sozialen Gerontologie. Seine Habilitation erfolgte 1981 an der Universität Wien mit einem Sammelband Einige kritische Bemerkungen zum Begriff der Gesundheit in der sozialen Gerontologie. 1982 wurde er zum Universitätsprofessor für Soziologie und Sozialgerontologie am Institut für Soziologie der Universität Wien berufen.[1]

Akademische Laufbahn

Nach Gastprofessuren und Lektoraten an verschiedenen Universitäten in Österreich, Schweiz und Deutschland erfolgte 1985 die Gründung des Wiener Instituts für Sozialwissenschaftliche Dokumentation und Methodik (WISDOM), dessen Direktor er bis 1995 blieb. 1991 erfolgte die Gründung eines zweiten Instituts, des Zentrums für Alternswissenschaften und Sozialpolitikforschung in St. Pölten an der NÖ Landesakademie, dessen wissenschaftlicher Leiter er bis heute ist.[2]

Seit 1981 ist er immer wieder in internationalen und nationalen Gremien und Gesellschaften tätig, u. a. als Sektionspräsident in der Internationalen Gesellschaft für Gerontologie, in der Österreichischen Gesellschaft für Geriatrie und Gerontologie, als Mitglied der Österreichischen UNESCO-Kommission oder für den Ersten Altenbericht der Bundesrepublik 1993. Dazu war er in den Editorial Boards verschiedener Fachzeitschriften. Seit 2001 ist er Geschäftsführer des Paul-Felix-Lazarsfeld-Archivs.

Am 1. Oktober 2006 trat er in den Ruhestand, leitet jedoch weiterhin verschiedene Forschungsprojekte. Er gilt als Experte für die Lebenssituation und Pflege im Alter.[3][4]

Als Autor und Herausgeber veröffentlichte er bisher rund 20 größere Werke, als Beiträger war er an rund 200 Büchern und Zeitschriften beteiligt. Sein Werk Soziologie: ein Leitfaden erlebte mehrere Auflagen.[5]

Schriften

  • Anton Amann, Günther Ehgartner, David Felder: Sozialprodukt des Alters : über Produktivitätswahn, Alter und Lebensqualität. Böhlau, Wien, Köln, Weimar 2010, ISBN 978-3-205-78511-8.
  • Anton Amann: Nach der Teilung der Welt : Logiken globaler Kämpfe. Braumüller, Wien 2008, ISBN 978-3-7003-1645-9. (Sociologica. 12).
  • Anton Amann (Hrsg.), Franz Kolland (Hrsg.): Das erzwungene Paradies des Alters? : Fragen an eine kritische Gerontologie. VS-Verlag, Wiesbaden 2008, ISBN 978-3-531-15528-9. (Alter(n) und Gesellschaft. 14).
  • Anton Amann (Hrsg.), Gerhard Majce (Hrsg.): Soziologie in interdisziplinären Netzwerken : Leopold Rosenmayr gewidmet. Böhlau, Wien, Köln, Weimar 2005, ISBN 3-205-77280-6.
  • Anton Amann: Die großen Alterslügen : Generationenkrieg - Pflegechaos - Fortschrittsbremse? Böhlau, Wien, Köln, Weimar 2004, ISBN 3-205-77246-6.
  • Anton Amann (Hrsg.): Kurswechsel für das Alter. Böhlau, Wien, Köln, Weimar 2000, ISBN 3-205-99185-0.
  • Anton Amann: Die vielen Gesichter des Alters : Tatsachen - Fragen - Kritiken. Verlag der Österreichischen Staatsdruckerei, Wien 1989.
  • Anton Amann: Soziologie : ein Leitfaden zu Theorien, Geschichte und Denkweisen. Böhlau, Wien, Köln 1986. Zuletzt 4. Auflage 1996.

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Onlineauftritt Institut für Soziologie der Universität Wien
  2. Onlineauftritt NÖ Landesakademie ZENTAS
  3. Onlineauftritt Universität Wien Pflege im Alter. Vielfalt der Aufgaben und Mangel an Ressourcen
  4. Onlineauftritt ORF Science Altersstrukturwandel, Altwerden
  5. Die Fruchtbarkeit soziologischen Denkens wird auch in einem von Amanns Kompetenz begleiteten Werk sichtbar: Franz Stuhlhofer: Lohn und Strafe in der Wissenschaft. Naturforscher im Urteil der Geschichte (Perspektiven der Wissenschaftsgeschichte; 4). Wien u.a. 1987. Amann schrieb dazu das Geleitwort (S.9-12) und sieht in diesem Buch die „Verwandlung des als selbstverständlich Bekannten in wissenschaftsgeschichtliche Kontingenzen“.