Anton III. (Montfort)

Anton III. von Montfort

Anton III. von Montfort (* 1670; † 1733) war Graf zu Tettnang und Langenargen.[1]

Inhaltsverzeichnis

Leben und Wirken

Anton III. von Montfort war der Sohn und Nachfolger von Johann VIII., der durch einem Sturz vom Pferd ums Leben kam. Wegen seiner übermäßigen Kunstliebe und dem Hang zu Pracht und Verschwendung nannte ihn Johann Nepomuk Vanotti, der Biograf der Montforter, den "wahren Feind und Verderber seiner Familie", obwohl der Abstieg des Grafenhauses schon wesentlich früher begonnen hatte.

Er heiratete 1693 oder 1694 in Dillingen Anna Maria (1664–1733), eine Tochter des Maximilian von Thun und Hohenstein, Fideikomissherrn zu Tetschen an der Elbe. Anton hatte mit ihr zwei Söhne und eine Tochter.[1] Zusammen mit seiner Gattin stiftete er dem Kapuzinerorden ein Kloster in Langenargen (1810 aufgehoben; heute ist dort das St. Elisabethenhaus mit der Sozialstation St. Martin). Im Jahr 1699 verpachtete er wegen seiner enormen Schulden dem Oberamtmann Johann Baptist Fritz gegen eine jährliche Zahlung von 9.000 Gulden die Einnahmen der Herrschaft Tettnang.[2]

In den Jahren von 1712 bis 1720 ließ er das Neue Schloss in Tettnang von Christoph Gessinger, dem Baumeister des Konstanzer Fürstbischofs, errichten. Während der Bauzeit des Schlosses finanzierte er auch 1716-18 den Neubau des Hospitals zum Heiligen Geist in Langenargen. Von 1718 bis 1722 ließ er die Pfarrkirche St. Martin von Langenargen errichten. Für den ursprünglich geplanten zweiten Turm fehlte allerdings das Geld. Im Jahr 1719 versuchte er vergeblich, über den Kaiser die sterblichen Überreste des vermeintlichen Ahnheiligen Johannes von Zypern in die Pfarrkirche nach Langenargen überführen zu lassen.[2]

Münzfälschungsskandal

Die Grafen von Montfort-Tettnang wurden 1722 der Münzfälschung bezichtigt. Sie sollen große Mengen des so genannten "Konstanzer Ratsschillings" nachgeprägt haben. Die Spuren führten zwar zweifellos in die Langenargener Münzprägestätte, aber die Grafen konnten zum Leidwesen der Konstanzer nicht zur Rechenschaft gezogen werden, weil sie die Münzprägestätte verpachtet hatten. Nach 1726 weitete Anton III. Münzproduktion noch weiter aus, wodurch der Wert des Geldes wegen der riesigen Mengen (ca. 60 Mio. Kreuzer-Münzen in sieben Jahren) und der minderwertigen Qualität drastisch sank. Als Konsequenz brach der Geldverkehr in Süddeutschland zusammen.[2]

Nachfolge

Ab 1727 zog Anton III. seinen Sohn Graf Ernst zur Mitregierung heran. Er übersiedelte 1728 mit seiner Frau von den Montfortischen Herrschaften in der Bodenseeregion nach Salzburg in den Montforter Hof, wo sie beide 1733 verstarben.[3] Im Jahr 1733 übernahm deshalb sein Sohn Ernst die Regierungsgeschäfte.

Weblinks

 Commons: Anton III. von Montfort – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise und Anmerkungen

  1. a b Heinz Wember: Die Genealogie (Genealogy) von Montfort: Anton II. d.J. v. Montfort.
  2. a b c Förderkreis Heimatkunde Tettnang: Grafen von Montfort.
  3. Der alte Herrenhof Schloss Montfort (auch Golser Hof oder Montforter Schlösschen genannt) befindet sich im Süden des Salzburger Stadtteils Morzg an der südlichen Flanke des Morzger Hügels.