Anton Kochanowski von Stawczan

Anton Kochanowski von Stawczan 1877

Anton Kochanowski Freiherr von Stawczan (* 17. November 1817 in Tarnopol, Galizien); † 10. September 1906 in Czernowitz (Cernăuți)) entstammte einem alten polnischen Adelsgeschlecht. Er war k. u. k. Politiker, langjähriger Bürgermeister von Czernowitz und Landeshauptmann des Herzogtums Bukowina.

Inhaltsverzeichnis

Biographie

Der Sohn des Anton Corvinus Kochanowski (1785–1840), Großgrundbesitzer auf Stawczan und Kiczera und ein Nachfahre des bekannten polnischen Dichters Jan Kochanowski[1] besuchte von 1827–1835 das Gymnasium von Czernowitz, studierte anschließend an der Universität von Lemberg Jura und wurde mit Erlass des Justizministeriums vom 13. August 1850 Rechtsvertreter in Czernowitz, später (1868–1875) sogar Präsident der Bukowiner Advokatenkammer.

Anton schloss sich früh der Deutschliberalen Partei an, als deren Mandatar er sich in den folgenden Jahrzehnten in zahlreichen öffentlichen Körperschaften erfolgreich betätigte. So gehörte er ab 1864 dem Czernowitzer Gemeinderat an, wurde von 1866 bis 1874 erstmals zum Bürgermeister gewählt. Parallel dazu war Anton 1866–1874 Reichsrats- und 1868–1904 Landtagsabgeordneter.

1874–84 bekleidete Kochanowski die Würde des Landeshauptmanns der Bukowina, 1868–1870, 1872–1874 und 1900–1904 Landeshauptmannstellvertreter.

Nach seiner Abwahl als Landeshauptmann stand er zum zweiten Mal als Bürgermeister an der Spitze der Gemeindeverwaltung der Landeshauptstadt (1887–1905). Unter seiner Leitung erfuhr die Kommune eine Entwicklung ohnegleichen. Er sorgte vor allem für die Errichtung von Elektrizitäts- und Wasserwerken, für den Ausbau der Kanalisation und für die Schaffung einer elektrischen Straßenbahn.

Für seine Verdienste vielfach geehrt und ausgezeichnet wurde Kochanowski am 10. April 1873 als Besitzer des Ordens der Eisernen Krone in den erblichen Ritterstand mit dem Adelsprädikat „von Stawczan“ sowie mit Allerhöchster Entschließung von Kaiser Franz Joseph I. am 30. November 1898 (Diplom vom 22. Februar 1899) anlässlich der Feier des 50-jährigen Regierungsjubiläums Seiner Majestät in den Freiherrenstand erhoben.[2][3][4]

Der Freiherr war seit 1889 sowohl Ehrenbürger als auch Ehrenbürgemeister der Stadt Czernowitz, auch wurde nach ihm die Bürgermeister-Kochanowski-Gasse in Czernowitz benannt.

Vorgänger Amt Nachfolger
Eudoxius Freiherr von Hormuzaki Landeshauptmann des Herzogtums Bukowina
1874–1884
Freiherr Alexander Wassilko von Serecki
Wappen Kochanowski von Stawczan (Freiherren) 1898

Auszeichnungen[5]

Literatur

  • Genealogisches Taschenbuch der Freiherrlichen Häuser, FB, F-L, Verlag Justus Perthes, Gotha 1909</ref>
  • Hueck, Walter v. - "Adelslexikon"- Bd. 1 - 16 (A - Z), Stiftung Deutsches Adelsarchiv, bearbeitet unter Aufsicht des Deutschen Adelsrechtsausschusses, C. A. Starke Verlag, Limburg an der Lahn 1972-2005. Namensindex K.
  • Georg Freiherr von Frölichsthal: "Der Adel der Habsburgermonarchie im 19. und 20. Jahrhundert", Index zu seinen Genealogien, Degener-Verlag, 2008, 362 S. Namens-Index (Koc - Kogerer).
  • Peter Frank-Döfering: „Adelslexikon des österreichischen Kaisertums 1804-1918“, Verlag Herder, Freiburg 1989
  • Erich Prokopowitsch: Der Adel in der Bukowina, Südostdeutscher Verlag, München, 1983
  • Bukowiner Post vom 11. September 1906
  • Bukowiner Nachrichten vom 11. September 1906
  • Neue Freie Presse vom 11. September 1906
  • Wiener Zeitung vom 11. September 1906

Einzelnachweise

  1. Monatsblatt des Heraldisch-Genealogischen Vereines "Adler"., Band 3, Druck Carl Gerold's Sohn, 1891, S. 388
  2. Erich Prokopowitsch: Der Adel in der Bukowina, Südostdeutscher Verlag, München, 1983, S. 136
  3. Peter Frank-Döfering: „Adelslexikon des österreichischen Kaisertums 1804-1918“, Verlag Herder, Freiburg 1989, S. 367
  4. Bukowiner Post vom 11. September 1906; Bukowiner Nachrichten vom 11. September 1906; Wiener Zeitung vom 11. September 1906; Wiener Zeitung vom 11. September 1906
  5. Bukowiner Post vom 11. September 1906
  6. Hof- und Staats-Handbuch der Österreichisch-Ungarischen Monarchie, k. k. Hof- und Staastsdruckerei, Wien 1902, S. 841