Arbing (Oberösterreich)

Arbing
Wappen von Arbing
Arbing (Oberösterreich) (Österreich)
Arbing (Oberösterreich)
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Oberösterreich
Politischer Bezirk: Perg
Kfz-Kennzeichen: PE
Fläche: 12,01 km²
Koordinaten: 48° 14′ N, 14° 42′ O48.227514.7075278Koordinaten: 48° 13′ 39″ N, 14° 42′ 27″ O
Höhe: 278 m ü. A.
Einwohner: 1.356 (1. Jän. 2012)
Bevölkerungsdichte: 112,91 Einw. pro km²
Postleitzahl: 4341
Vorwahl: 07269
Gemeindekennziffer: 4 11 02
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Hauptstraße 39
4341 Arbing
Website: www.arbing.at
Politik
Bürgermeister: Georg Kragl (ÖVP)
Gemeinderat: (2009)
(19 Mitglieder)
7 SPÖ, 10 ÖVP, 2 FPÖ
Lage der Gemeinde Arbing im Bezirk Perg
Allerheiligen im Mühlkreis Arbing Bad Kreuzen Baumgartenberg Dimbach Grein Katsdorf Klam Langenstein Luftenberg an der Donau Mauthausen Mitterkirchen im Machland Münzbach Naarn im Machlande Pabneukirchen Perg Rechberg Ried in der Riedmark St. Georgen am Walde St. Georgen an der Gusen St. Nikola an der Donau St. Thomas am Blasenstein Saxen Schwertberg Waldhausen im Strudengau Windhaag bei Perg OberösterreichLage der Gemeinde Arbing (Oberösterreich) im Bezirk Perg (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
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Markantes Wahrzeichen Kirchturm Arbing
Markantes Wahrzeichen Kirchturm Arbing
(Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria)

Arbing ist eine Gemeinde in Oberösterreich im Bezirk Perg im Mühlviertel mit 1356 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2012). Der Ort im Gerichtsbezirk Perg liegt rund sieben Kilometer östlich der Bezirkshauptstadt Perg, wo sich auch das zuständige Bezirksgericht befindet.

Der Name der Gemeinde leitet sich vom Personennamen Arbeo oder Arbo ab und deutet auf eine Gründung im Frühmittelalter hin. Die erstmalige urkundliche Erwähnung fällt in das Jahr 1137. Die heutige flächenmäßige Ausdehnung erhielt das Gemeindegebiet durch die Eingemeindung von Teilen der Gemeinde Puchberg im Machland Ende 1954.

Der seit 1483 als Kirchturm fungierende Wehrturm einer nicht mehr vorhandenen mittelalterlichen Burganlage aus dem 13. Jahrhundert hat keine Spitze, prägt das Landschaftsbild und ist als markantes Wahrzeichen auch im Gemeindewappen abgebildet.

Inhaltsverzeichnis

Geografie

Lage und Umgebung, Geologie

Das Ortszentrum der Gemeinde Arbing liegt auf einer Höhe von 278 m ü. A.. Die Ausdehnung des im nördlichen Teil hügeligen und im südlichen Teil flachen Gemeindegebietes beträgt sowohl von Nord nach Süd als auch von West nach Ost etwa 4,4 Kilometer und die Gesamtfläche 12 Quadratkilometer. 17,5 Prozent der Fläche sind bewaldet, 71,7 Prozent der Fläche sind landwirtschaftlich genutzt.

Die Gemeinde liegt im Untermühlviertler Schollenland,[1] einem Ausläufer des Granit- und Gneisplateaus. Aus geologischer und geomorphologischer Sicht sowie unter Aspekten der Raumnutzung gehört das Gemeindegebiet von Arbing zu 3 der 41 Raumeinheiten des Bundeslandes Oberösterreich. Der in der Ebene befindliche Teil liegt in der Raumeinheit Machland.[2] Ein kleiner Teil des Arbinger Gemeindegebietes in den Ortschaften, Hummelberg, Mollnegg und Roisenberg gehört zur Raumeinheit Aist-Naarn-Kuppenland.[3] Zwischen den beiden eben erwähnten Raumeinheiten liegt die Raumeinheit Südliche Mühlviertler Randlagen,[4] zu der die teilweise dichter besiedelten südlich ausgerichteten Abhänge des Gemeindegebietes in Groißing, Hummelberg, Arbing, Frühstorf und Puchberg zählen. Die Grenze zwischen Machland und Südlichen Mühlviertler Randlagen verläuft von Tobra bis Puchberg entlang der Donau Straße.

Ortsgliederung, Nachbargemeinden, Gewässer

Arbing besteht seit der Eingemeindung der Gemeinde Puchberg im Machland am 31. Dezember 1954 aus den beiden Katastralgemeinden Arbing und Puchberg (Die Angaben in Klammern betreffen die Einwohnerzahl im Jahr 2001):

  • Katastralgemeinde Arbing (1022) mit den Ortsteilen Arbing (634), Frühstorf (160), Groißing (110) und Puchberg im Machland (118);
  • Katastralgemeinde Puchberg im Machlande I (262) mit den Ortsteilen Hehenberg (2), Hummelberg (138), Mollnegg (5) und Roisenberg (117);

Im Westen bildet der in Windhaag entspringende, im Oberlauf Modlerbach und an der Grenze zwischen Perg und Münzbach Kropfmühlbach genannte Tobrabach teilweise die Westgrenze zur Nachbargemeinde Perg. Ein Teil der Südgrenze zu Mitterkirchen verläuft ebenfalls entlang des Tobrabaches, da dieser südlich der Ortschaft Tobra die Richtung mit einem beinahe rechtwinkeligen Winkel wechselt. Im Nordosten fungiert der Falkenbauerbach als Grenze zur Marktgemeinde Münzbach. Ein Teil der Ostgrenze zur Marktgemeinde Baumgartenberg wird vom Deimingerbach und ein kleines Stück vom Puchbergerbach gebildet.

Der Tobrabach kreuzt im Bereich der Ortschaft Arbing den Arbingerbach mittels einer Betonrinne und den Deimingerbach mittels einer Überleitung und fließt dann weiter in Richtung Baumgartenberg.[5]

Der Arbingerbach heißt im Oberlauf Neuhausenbach und entspringt nördlich von Hummelberg an der Grenze zu Münzbach. Er weist ein Einzugsgebiet von 10 Quadratkilometern auf und wurde auf einer Länge von 5,8 Kilometer kartiert. Der Bach fließt zunächst durch ein Waldgebiet, bevor er in ein gesichertes und über weite Strecken reguliertes Bachbett gelangt und in Arbing durch einen Kastendurchlass auf einer Länge von 200 Metern unter der Ortschaft durchgeführt wird. Südlich davon fließt der Bach in einem bis zu zwei Meter eingetieften Graben, quert den Tobrabach, der mittels einer Betonrinne übergeleitet wird und gelangt weiter Richtung Südosten in die Bruderau und auf das Gemeindegebiet von Baumgartenberg.[6]

Der Deimingerbach entspringt auf einer Seehöhe von 670 m ü. A. in einem Waldgebiet nordwestlich des Deimingergutes in der Nähe der Ortschaft Mollnegg. Zusammen mit dem Puchbergerbach wird ein Gebiet von 8,4 Quadratkilometern entwässert. Der Bach wurde ab der Siebermühle nach Süden umgeleitet und überquert etwa 80 Meter vor der Einmündung in den Arbingerbach den Tobrabach, der mittels einer Betonkreuzung darüber geleitet wird.[7]

Geschichte

Schloss und Kirche Arbing
Burg Arbing. Kupferstich aus Georg Matthäus Vischers Topographia Austriae superioris modernae (1674) - Links: Schloss Arbing, daneben im Vordergrund die Südwestansicht des Jägerhäusls und dahinter rechts die Pfarrkirche mit dem markanten Wehrturm als Kirchenturm
Das Jägerhäusl wird als Ausstellungs- und Lagerraum genutzt - Nordostansicht

Funde auf dem Gemeindegebiet von Arbing, die als Nachweis für die Anwesenheit von Menschen dienen können, werden der Jungsteinzeit (Neolithikum, ca. 5000 bis 1900 vor Christus) zugeordnet, u.a. ein zehn Zentimeter langes Stein-Flachbeil in nordischer Form, ein Lochbeilfragment aus grün-braun gesprenkeltem Serpetin und ein Klopfstein aus Aplit.

Während der Römerzeit lag Arbing nur wenige Kilometer nördlich der Grenze der ProvinzNoricum, die in diesem Bereich vom Limes beziehungsweise von der Donau gebildet wurde , knapp außerhalb der 7,5 Kilometer breiten Pufferzone zwischen Römern und Barbaren. Das römische Kastell Adiuvense (Wallsee) und das römische MilitärlagerLauriacum (Enns/Lorch) lagen in Sichtweite. Siedlungsspuren aus dieser Zeit sind auf dem Gebiet der Gemeinde Arbing nicht nachweisbar.

Der sprachliche Einfluss der slawischen und baierischen Siedlungstätigkeit im 7. und 8. Jahrhundert ist verschiedentlich in den Bezeichnungen des Ortes, der Ortschaften und der Bauernhöfe erhalten geblieben. Die Gegend um Arbing war ursprünglich im Ostteil des Herzogtums Bayern gelegen und gehörte ab dem 9. Jahrhundert zur Awarenmark.

Zur Zeit der Babenberger lagen die späteren Katastralgemeinden Puchberg und Arbing in der Markgrafschaft beziehungsweise später im Herzogtum Österreich im Machland auf dem Gebiet der Herren von Machland. Die ältesten urkundlichen Erwähnung erfolgten 1137 in einer Urkunde von Herzog Leopold IV. in der Liste der Zeugen. Ebenfalls im 12. beziehungsweise 13. Jahrhundert erfolgten die Nennungen von Frühstorf (Fridhalmesdorf 1209) und Groißing (Chrebizingen 1114). Das Landgericht Machland hatte in der ersten Jahrzehnten des 13. Jahrhunderts seinen Sitz auf der Burg in Arbing, bevor es auf die Burg Mitterberg verlegt wurde. Erster namentlich bekannter Landrichter war Wenzel (Wetzel) von Arbing (Erbing).

Im 15. Jahrhundert gelangten die Walchen in den Besitz der Herrschaft Arbing. Hanns IV. war 1434 Verweser der Hauptmannschaft ob der Enns. Die Walchen haben die Pfarrkirche neu gebaut und 1483 die Umwidmung des Wehrturms der zu einem Schloss umgebauten Burg zu einem Kirchturm veranlasst. Über die Jahrhunderte kam das Schloss zu häufigem Besitzwechsel zwischen adeligen Familien, bis es 1906 an eine Familie in Arbing verkauft wurde.

Das Gebiet um Arbing gehörte ursprünglich zur Mutterpfarre Naarn, die bereits 823 urkundlich erwähnt wurde. In der Burganlage befand sich eine Taufkapelle, die dem Heiligen Johannes dem Täufer geweiht war. 1147 wurde Arbing dem Stift Waldhausen einverleibt und 1335 war Arbing eine Filialkirche von Mitterkirchen. Als Pfarre wird Arbing erstmals 1633 erwähnt und nach der Aufhebung des Stifts Waldhausen stand Arbing unter dem Patronat des Religionsfonds. Seit 1939 wird der Arbinger Pfarrer vom Bischof ernannt.

Der Ort Arbing ist am Fuß der mittelalterlichen Burganlage entstanden und gehörte bis 1493 zum Landgericht Machland, dann zum Landgericht Greinburg. 1603 wurde ein eigenes Landgericht Arbing geschaffen. Eine Schule in Arbing lässt sich bis 1675 zurückverfolgen. 1809 ist der Neubau einer Schule vermerkt. 1848 entstanden auf den Gebieten der gleichnamigen Katastralgemeinden die Gemeinden Arbing und Puchberg, die ab 1918 zu Gemeinden im Bundesland Oberösterreich wurden. Der Ausbau der Infrastruktur begann mit dem Bau eines Post- und Telegraphenamtes im Jahr 1873 beziehungsweise 1898 mit der Errichtung eines Bahnhofs an der Donauuferbahn und wurde unterbrochen durch die Kriegsjahre im Einklang mit der Entwicklung im ganzen Land fortgeführt.

Anfangs der 1920er-Jahre haben sowohl Arbing als auch Puchberg im Machland Notgeld herausgegeben. Von 1927 bis 1938 bestand in Arbing eine Molkerei, wo Landwirte aus den Gemeinden Arbing, Puchberg, Baumgartenberg, Saxen, Klam, Kreuzen, Sankt Thomas am Blasenstein, Münzbach, Windhaag, Ried, Rechberg, Naarn, Hofstetten und Mitterkirchen täglich 7.000 bis 8.000 Liter Milch anlieferten. 1938 wurde die Molkerei Arbing aufgelöst und der 1930 gegründeten Molkerei Machland-Baumgartenberg eingegliedert.[8]

Nach dem Anschluss Österreichs an das Deutsche Reich am 13. März 1938 gehörten die beiden Gemeinden Arbing und Puchberg zum Gau Oberdonau. 1945 erfolgte die Wiederherstellung Oberösterreichs und die beiden Gemeinden gehörten ab 5. Mai 1945[9] zunächst zur amerikanischen und ab 9. Mai 1945 bis 1955 zur russischen Besatzungszone.[10]

Ende 1954 wurden die westlichen Teile der Gemeinde Puchberg im Machland, namentlich die Ortschaften Puchberg, Hummelberg und Roisenberg einschließlich einiger Liegenschaften in Mollnegg und Hehenberg nach Arbing eingemeindet, wodurch die Gemeinde das heutige flächenmäßige Ausmaß erreichte. Die Ortschaften Baumgartenberg West, Deiming, Kolbing, Hehenberg und Steindl wurden zum selben Zeitpunkt zur Gemeinde Baumgartenberg eingemeindet.

Politik

Wappen

Blasonierung: In Grün ein goldener, vom Schildfuß ausgehender, zweigeschossiger Wehrturm mit schwarzem Sockelgesims; im Sockelgeschoss eine schwarze, rechteckige Türöffnung, im oberen Geschoss eine schwarze, rechteckige Öffnung; bekrönt mit zwei Rundbogenzinnen und zwei erhöhten, dreigeschossigen Eckerkern mit je einer Schwalbenschwanzzinne und einer schwarzen, quadratischen Fensteröffnung in den mittleren Geschossen, dazwischen ein Gusserker mit schwarzem Dach und schwarzer, rechteckiger Fensteröffnung. Die Gemeindefarben sind Grün-Gelb-Schwarz.[11]

Das Wappenbild zeigt in vereinfachter Darstellung das markante, auf einer in die Donauebene vorgeschobenen Rückfallkuppe liegende, weithin sichtbare Wahrzeichen von Arbing, den 28 m hohen ursprünglichen Wehrturm der nicht mehr erhaltenen mittelalterlichen Burganlage. Der mächtige, wohl noch aus dem 13. Jahrhundert stammende Bergfried wurde zum Turm der 1483 neu- bzw. umgebauten heutigen Pfarrkirche umfunktioniert. Die schmückenden Rundzinnen stammen aus der Mitte des 16. Jahrhunderts.

Die Verleihung des Rechts zur Führung eines Wappens und die Genehmigung der Gemeindefarben wurde mit Beschluss der OÖ. Landesregierung vom 17. Dezember 1979 beschlossen. Die Wappenverleihung fand am 16. November 1980 durch Landeshauptmann Josef Ratzenböck statt.

Gemeinderat und Bürgermeister

Bei den Gemeinderatswahlen verfügt die ÖVP seit 1945 über die absolute Mehrheit der Stimmen und Mandate, wobei sich der Stimmanteil zwischen 79,1 Prozent (1949) und 53,7 Prozent (2009) der abgegebenen Stimmen bewegte. Die Stimmanteile der SPÖ bewegten sich zwischen 20,9 Prozent (1949) und 37,8 Prozent (2003). Die FPÖ kandidiert seit 1973 und erzielte zwischen 6,4 (2003) und 13,9 Prozent (1979).

Seit der Gemeinderatswahl 2009 sind die 19 Mandate im Gemeinderat bis 2015 wie folgt verteilt: ÖVP 10 Mandate, SPÖ 7 Mandate und FPÖ 2 Mandate. Bürgermeister ist seit 2003 Georg Kragl von der ÖVP. Er erreichte bei der Bürgermeisterdirektwahl 2009 56,6 Prozent der gültigen Stimmen.

Bürgermeister von Arbing

  • Georg Steinkellner (1850 bis 1861)
  • Michael Hueber (1861 bis 1864)
  • Carl Fröschl (1864 bis 1867)
  • Georg Lettner (1867 bis 1870)
  • Karl Fröschl (1870 bis 1873)
  • Franz Schwaiger (1873 bis 1876)
  • Alois Pühringer (1876 bis 1885)
  • Josef Unden (1885 bis 1888)
  • Johann Grassl (1888 bis 1897)
  • Josef Unden (1897 bis 1900)
  • Georg Achleitner (1900 bis 1903)
  • Franz Mayrhofer (1903 bis 1906)
  • Georg Achleitner (1906 bis 1919)
  • Johann Fritzl (1919 bis 1929)
  • Franz Speckhofer (1929 bis 1938)
  • Josef Gentersdorfer (1938 bis 1945)
  • Johann Baumgartner (1945 bis 1959)
  • Karl Schützeneder (1959 bis 1967)
  • Alois Landl (1967 bis 1979)
  • Johann Bauernfeind (1979 bis 2003)
  • Georg Kragl (seit 2003)

Bürgermeister von Puchberg

Die Bürgermeister der seit 1955 teilweise nach Arbing eingemeindeten Ortsgemeinde Puchberg im Machland sind im betreffenden Hauptartikel angeführt.

Hauptartikel: Puchberg im Machland

Bevölkerung

Einwohnerentwicklung

Einwohnerentwicklung[12]
Jahr Einwohner
1846
1869 950
1880 983
1890 997
1900 943
1910 948
1923 941
1934 896
Jahr Einwohner
1939 1.082
1951 910
1961 987
1971 1.073
1981 1.149
1991 1.269
2001 1.284
2009 1.374

Die Einwohnerzahl war in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts stagnierend, betrug zur Jahrhundertwende 943 Personen und war in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts, abgesehen vom Jahr 1939 rückläufig, wobei der Tiefpunkt 1951 mit 910 Personen erreicht wurde. Seither hat die Personenanzahl um 51 Prozent zugenommen.

Bevölkerungsstruktur nach Geschlecht, Alter und Bildung

Die Gemeinde Arbing hatte am 1. Jänner 2009 1.374  Einwohner, davon 689 Männer und 685 Frauen.[13]

Die grobe Altersstruktur der Arbinger Bevölkerung zum 1. Jänner 2009 zeigt, dass 68,9 % der Arbinger über 15 und unter 65 Jahre alt sind. Mit 15,4 % ist etwas weniger als ein Sechstel der Bevölkerung jünger und mit 15,8 % etwas weniger als ein Sechstel der Bevölkerung älter. Der Frauenanteil liegt bei der Hauptgruppe und bei den jüngeren Personen etwas niedriger als beim Gesamtwert, während er bei den älteren Personen mit 60,8 % deutlich höher liegt.

Von den 1025 Arbingern, die 2001 über 15 Jahre alt waren, sind 509 beziehungsweise 49,7 % Frauen. 39 Arbinger, das sind 3,9 % der über Fünfzehnjährigen, haben den Abschluss einer Universität, Fachhochschule oder Akademie, der Frauenanteil liegt hier mit 35,9 % deutlich unter dem der Bevölkerungsgruppe insgesamt. Weitere 83 Arbinger, das sind 8,1 % der relevanten Bevölkerungsgruppe, haben die Matura, dabei liegt der Frauenanteil mit 38,6 % ebenfalls deutlich unter dem an der betreffenden Bevölkerungsgruppe. 475 Arbinger, das sind mit 46,4 % fast die Hälfte der über Fünfzehnjährigen, haben eine Lehre oder berufsbildende mittlere Schule abgeschlossen, wobei der Frauenanteil 37,1 % beträgt. 428 oder 41,8 % der Arbinger haben nur einen Pflichtschulabschluss. Darunter sind mehr als zwei Drittel Frauen.[14]

Herkunft, Sprache, Religion

97,3 % der Arbinger Einwohner sind zum 1. Jänner 2009 österreichische Staatsbürger und 95,1 % wurden in Österreich geboren. 1,5 % der Arbinger kommen aus anderen EU-Staaten, 1,2 % aus Nicht-EU-Staaten.[15]

Der mittel- oder donaubairische Dialekt ist eine bairische Dialektform, die in ganz Oberösterreich verbreitet ist. Der ostösterreichische Zweig des Mittelbairischen geht auf die Mundart des durch die bairische Ostsiedlung entstandenen babenbergischen Herrschaftsgebietes Ostarrichi zurück.

Bei der Volkszählung 2001 haben 1243 Personen (96,8 %) Deutsch als Umgangssprache angegeben, 11 (0,9 %) Türkisch, 1 Kroatisch, 5 (0,4 %) Bosnisch, 4 (0,3 %) Tschechisch, 18 (1,4 %) eine sonstige Sprache.[15]

Bei der Volkszählung 2001 haben 1226 Personen (95,5 %) römisch-katholisch als Religionsbekenntnis angegeben, 26 (2,0 %) islamisch, 10 (0,8 %) evangelisch, 1 orthodox und 5 (0,4 %) sonstige Glaubensrichtungen. 16 (1,2 %) der Arbinger haben sich zu keiner Religion bekannt.[15]

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Wasserfall in Arbing
  • Pfarrkirche Arbing: Die Pfarrkirche Arbing ist ein frühgotischer, zweischiffiger Kirchenbau mit epochentypischen Netzrippen- und Sternrippengewölbe. Die Besonderheit der Kirche liegt in ihrem Kirchturm. Hierbei handelt es sich um den umfunktionierten, ursprünglichen Wehrturm des Schlosses Arbing (wahrscheinlich aus dem 13. Jahrhundert). Der weit über das angrenzende Machland sichtbare Turm mit seinen abgerundeten Zinnen deutet immer noch mehr auf eine Burg als auf eine Kirche hin. Er ist das Wahrzeichen Arbings.
  • Friedhof Arbing: Die durch die zunehmende Platzknappheit Ende der 1990er Jahre erforderliche Erweiterung des Friedhofs verwandelte diesen von einem unscheinbaren, abgeschlossenen Bauwerk zu einem offenen, architektonischen Juwel. Nach jahrelanger Planung wurde 2005 mit der Neugestaltung der Friedhofsmauer und des Eingangsbereichs nach Plänen des Architektenduos ArchArt begonnen. Das neue Pfortenbauwerk wirkt durch sein ausschließlich aus gefärbtem Sichtbeton bestehendes Material und seine Offenheit als Symbol für die Verbundenheit von Leben und Tod.
  • Franziskuskapelle: Die 2011 eingeweihte, aus dunkelgrau gefärbtem Beton gefertigte Kapelle gegenüber dem Friedhof besitzt kein Dach, um den Blick deutlicher nach oben zu lenken und um dem franziskanischen Lebensstil nachzuempfinden.
  • Wasserfall: Zwischen den beiden landwirtschaftlichen Gütern Taxberger und Schweinfaller in Frühstorf befindet sich ein ca. 10 Meter hoher Wasserfall. Er dürfte durch die unterschiedliche Widerstandsfähigkeit des dort vorherrschenden Granit- und Sandgesteins entstanden sein. In normal kalten Wintern friert der Wasserfall zu.

Wirtschaft, Infrastruktur, Kultur, Sport und Freizeit

Wirtschaftsbetriebe

In Arbing haben hauptsächlich örtlich und regional tätige Unternehmen und öffentliche Einrichtungen ihren Sitz, die im Wesentlichen der Nahversorgung dienen, darunter mehrere Autohäuser, Tischlereien, Gaststätten und ein Elektrounternehmen.

Zur Sicherung und Weiterentwicklung der Betriebe in der Region und damit zur Erhaltung von Arbeitsplätzen ist Perg gemeinsam mit Arbing, Klam, Mitterkirchen und Saxen Mitglied im Regionalen Wirtschaftsverband Machland. Dieser hat gemeinsam mit 14 weiteren derartigen Verbänden unter der Bezeichnung Interkommunale Betriebsansiedlung (INKOBA) die gemeinsame Entwicklung, Erschließung und Vermarktung von Betriebsstandorten als Aufgabe. (Stand März 2009).[16]

Seit 2002 wurde unter Inanspruchnahme von Förderungen der im Verband zusammenarbeitenden Gemeinden, des Landes Oberösterreich und der EU in Arbing ein Gewerbegebiet im Ausmaß von rund 70.000 Quadratmetern (erweiterbar auf 170.000 Quadratmeter) südlich der Donau Straße in hochwassersicherer Lage aufbereitet und es haben eine Reihe von Unternehmen ihren Standort dorthin verlagert, wobei neue Arbeitsplätze geschaffen wurden (u.a. Berolan - Trockenmörteladditive, Pascom Kommunikationsservice).

Die Gemeinde Arbing ist eine von 18 Gemeinden in der LEADER Region Strudengau.[17]

Beschäftigungssituation

Am 1. Jänner 2001 waren in Arbing 261 Personen beschäftigt. Von den in Arbing wohnenden 585 Erwerbstätigen pendelten 459 zu ihren Arbeitsplätzen außerhalb der Gemeinde, während gleichzeitig 135 Personen zu ihrem Arbeitsplatz nach Arbing pendelten.[18]

278 Arbeitsplätze der Arbinger befinden sich in einer anderen Gemeinde des Bezirkes Perg, überwiegend in Baumgartenberg, Perg und Schwertberg und 150 außerhalb des Bezirks Perg in Oberösterreich, überwiegend in Linz-Stadt. Die restlichen Arbeitsplätze befinden sich in anderen Bundesländern, vereinzelt auch im Ausland. 107 Personen aus dem Bezirk Perg haben ihren Arbeitsplatz in Arbing, der Rest der Einpendler kommt aus anderen Bezirke von Oberösterreich bzw. anderen österreichische Bundesländern.

2001 waren von den Arbinger 7,9 Prozent in der Land- und Forstwirtschaft, 39,2 Prozent in Industrie, Gewerbe und Bauwesen sowie 52,6 Prozent im Dienstleistungsbereich tätig. Der Anteil der in der Land- und Forstwirtschaft tätigen Arbinger betrug 1981 noch 17,8 Prozent. Die Arbeitsplätze in Arbing bestanden zu 18,0 Prozent in der Landwirtschaft, zu 43,7 Prozent in Industrie, Gewerbe und Bauwesen sowie zu 38,3 Prozent im Dienstleistungsbereich. 1981 waren noch 35,1 Prozent der Arbeitsplätze in der Land- und Forstwirtschaft zu finden.[19]

Verkehrssituation

Arbing wird von der Donauuferbahn und der annähernd parallel dazu verlaufenden Donau Straße in Ost-West-Richtung durchquert. Wichtigste Verbindungsstraße nach Norden ist die Münzbacher Bezirksstraße L 1428. Im Übrigen wird das Gemeindegebiet durch Gemeindestraßen und Güterwege erschlossen. In Arbing befindet sich eine Haltestelle der Donauuferbahn. Darüber hinaus stehen im öffentlichen Verkehr Autobusse zur Verfügung. Anschlüsse an überregionale Verkehrsmittel befinden sich auch in der nahen Bezirkshauptstadt Perg.

Ein Großteil der Ein- und Auspendler ist auf das eigene Fahrzeug angewiesen. Die Donau Straße gewährleistet eine verhältnismäßig rasche Anfahrt nach Perg und in den Linzer Zentralraum. Die nächsten Autobahnanschlüsse befinden sich im Westen in Sankt Valentin, Enns und Asten und im Osten in Amstetten und in Ybbs mit einer Fahrzeit von jeweils rund einer halben Stunde. Für die Pendler bedeutet der in den letzten Jahren und Jahrzehnten erfolgte Ausbau der Donau Straße eine deutliche Verbesserung. Insbesondere anzuführen ist dabei die Ortsumfahrung von Perg.

Infrastruktur

Volksschule Arbing

Die Stromversorgung der Gemeinde Arbing erfolgt im Wesentlichen durch das die Linz AG. Es besteht sowohl eine regionale Fernwärme-Versorgung für Teile des Gemeindegebietes als auch ein Anschluss an das oberösterreichische Ferngas-Netz. Es besteht eine örtliche Freiwillige Feuerwehr. In der Gemeinde Arbing besteht neben einem Kindergarten für die noch nicht schulpflichtigen Kinder eine Volksschule. Die Möglichkeit zum Besuch von Hauptschulen, eines Unterstufengymnasiums, des Polytechnischen Lehrgangs oder der mittleren und höheren Schulen ist im Bezirk Perg möglich, wobei vor allem die Stadt Perg als Schulstadt fungiert.

Kultur, Sport und Freizeit

In Arbing besteht eine Reihe von Vereinen, die den kulturellen Bedürfnissen der regionalen Bevölkerung nachkommen. Dazu gehören der Musikverein (gegründet vor 1866), der Union Sportverein (gegründet am 4. Juli 1967, Sektionen Fußball, Faustball, Stockschießen, Damenturnen und Wirbelsäulengymnastik), die Freiwillige Feuerwehr (gegründet 1899), eine Ortsgruppe des Österreichischen Kameradschaftsbundes, die Landjugend, der Foppaclub, der Arbinger Lercherl Club, der Jugendverein, der Siedlerverein (gegründet 1982) und andere Gruppierungen.

Der 2005 gegründete Verein für Dorferneuerung in Arbing hat das Ziel, den Schlossberg als historisches Ambiente zu entwickeln. Die gotische Kirche mit dem Wehrturm als Kirchturm wurde bereits 1991 renoviert, in den letzten Jahren auch der historische Stiegenaufgang mit sieben Kapellen sowie der mit mehreren Architekturpreisen ausgezeichnete Friedhofserweiterungsbau 2005/2006[20][21] .

Persönlichkeiten mit Bezug zu Arbing

  • Wenzel von Arbing war 1227 der erste namentlich bekannte Landrichter des damals in Arbing eingerichteten Landesgerichts Machland
  • Karl Binder, Bezirkshauptmann von Perg, Ehrenbürger von Arbing (seit 1894)
  • Franz Kabelka (* 1. Oktober 1954), ist ein österreichischer Schriftsteller, der in Perg und Arbing aufgewachsen ist.
  • Traude Korosa (* 1955 ) ist eine österreichische Autorin, die in Arbing geboren wurde.
  • Matthias Moser, Pfarrer und Ehrenbürger von Arbing (seit 1894)
  • Franz Rienmüller, Bezirkshauptmann von Perg, Ehrenbürger von Arbing (bis 6. Juni 1938 und neuerlich ab 15. Februar 1951)
  • Josef Mayrhofer, Landrat, Ehrenbürger von Arbing bis 6. Juni 1938)
  • Johann Blöchl, Landrat, Staatsbeauftragter für das Mühlviertel, Ehrenbürger von Arbing (seit 1953)
  • Johann Baumgartner, Bürgermeister von Arbing, Ehrenbürger von Arbing (seit 1958)
  • Ferdinand Baderer, Bürgermeister von Puchberg, Ehrenbürger von Arbing (seit 1960)
  • Josef Enengl, Amtleiter von Arbing von 1945 bis 1980, Träger des Goldenen Verdienstzeichens der Republik Österreich (seit 1981)
  • Alois Landl, Bürgermeister von Arbing, Ehrenbürger von Arbing (seit 1982), Träger des Goldenen Verdienstzeichens der Republik Österreich (seit 1982)

Literatur

  • Anton Kranzl: 850 Jahre Arbing, 1137 - 1987, Gemeindeamt Arbing (Herausgeber), Linz, 1987, mit umfangreichem Literaturverzeichnis

Weblinks

 Commons: Arbing – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Hermann Kohl: Die leblose Natur, in: Land Oberösterreich (Herausgeber): Das Mühlviertel, Natur-Kultur-Leben, Beiträge zur Landesausstellung 1988 im Schloss Weinberg bei Kefermarkt, Linz 1988, S. 41 ff.
  2. Amt der oö Landesregierung, Naturschutzabteilung (Hrsg.):Band 7: Raumeinheit Machland, Linz, 2007(Herunterladen als pdf)
  3. Amt der oö Landesregierung, Naturschutzabteilung (Hrsg.):Band 16: Raumeinheit Aist-Naarn-Kuppenland, Linz, 2007 (Herunterladen als pdf)
  4. Amt der oö Landesregierung, Naturschutzabteilung (Hrsg.):Band 37: Raumeinheit Südliche Mühlviertler Randlagen, Wien, 2007 (Herunterladen als pdf)
  5. Land Oberösterreich, Direktion Umwelt und Wasserwirtschaft, Abteilung Oberflächenwasserwirtschaft: Wehrkataster der Naarn und ihrer Zuflüsse, Gewässerschutzbericht 42, Linz, Jänner 2009PDF S. 64
  6. Land Oberösterreich, Direktion Umwelt und Wasserwirtschaft, Abteilung Oberflächenwasserwirtschaft: Wehrkataster der Naarn und ihrer Zuflüsse, Gewässerschutzbericht 42, Linz, Jänner 2009PDF S. 67
  7. Land Oberösterreich, Direktion Umwelt und Wasserwirtschaft, Abteilung Oberflächenwasserwirtschaft: Wehrkataster der Naarn und ihrer Zuflüsse, Gewässerschutzbericht 42, Linz, Jänner 2009PDF S. 69
  8. A. Kranzl: 850 Jahre Arbing, S 37
  9. May 5, 1945 – Zwettl and Linz
  10. Wolfgang Lehmann: Zwischen Hoffen und Bangen, die Tage des Umbruchs 1945, in: Heimatbuch der Stadt Perg 2009, Herausgeber: Heimatverein Perg und Stadtgemeinde Perg, Linz 2009, S 309ff
  11. Flagge von Arbing
  12. Statistik Austria: Einwohnerentwicklung von Arbing PDF
  13. Statistik Austria: Ein Blick auf die Gemeinde Arbing Bevölkerungsstand und-struktur PDF
  14. Statistik Austria: Ein Blick auf die Gemeinde Arbing Volkszählung vom 15. Mai 2001
  15. a b c Statistik Austria Tabelle: Ein Blick auf die Gemeinde Arbing Demographische Daten PDF
  16. Interkommunale Betriebsansiedlung: INKOBA -Standort Machland Aufgerufen am 18. April 2009.
  17. Region Strudengau
  18. Blick auf die Gemeinde Arbing, Erwerbspendler nach Pendelziel,PDF
  19. Land Oberösterreich, Regionaldatenbank,PDF
  20. Friedhofserweiterung Arbing
  21. Architekturpreis der Beton- und Zementindustrie 2007