Ari Rath

Ari Rath (links) mit Dirk Hansen bei einer Diskussionsrunde der Bundeszentrale für politische Bildung im Hotel Mount Zion, Jerusalem, Mai 2004

Ari Rath (* 6. Jänner 1925 in Wien) ist ein israelisch-österreichischer[1] Journalist und Publizist.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Ari Rath wuchs in Wien, Alsergrund (9. Bezirk), an der Porzellangasse gegenüber der Tabakregie (Rath) auf und besuchte das Gymnasium Wasagasse. Er wurde der von der „Christenklasse“ getrennten „Judenklasse“ zugewiesen; er erlebte „den österreichischen Alltag-Antisemitismus“ schon vor 1938.[2] Nach dem „Anschluss“ Österreichs hatte er als Jude in Österreich keine Zukunft und gelangte als 13-Jähriger mit einem Kindertransport im November 1938 über Triest nach Palästina. Durch die Hilfe eines mit ihm befreundeten Nachbarbuben konnte er, wie er sich 2011 für eine TV-Sendung erinnerte, sein Steyr-Puch-Fahrrad, Geschenk zur Bar Mitzwa, nach Palästina mitnehmen.[3]

Dort war er eines der Gründungsmitglieder des Kibbuz Hamadia nahe Bet Sche'an im Norden des Landes und lebte dann 16 Jahre dort. Rath studierte Zeitgeschichte und Volkswirtschaft. 1948 besuchte er Wien erstmals nach der NS-Zeit.

Nachdem er sich dem Journalismus zugewandt hatte, wurde er 1957 Redakteur der „Jerusalem Post“, einer bis heute bestehenden englischsprachigen israelischen Zeitung. 1975 übernahm er die Funktion des Chefredakteurs, 1979 wurde er Herausgeber des Blattes. In dieser Rolle gehörte er mit Shimon Peres und Yitzhak Rabin zum engen Kreis um David Ben Gurion.

Seit seinem Ausscheiden aus dem Zeitungsgeschäft, 1989, ist er freier Publizist und unterrichtete an der Universität Potsdam. Er ist nach wie vor Verfechter der friedlichen Koexistenz von Israelis und Palästinensern. Ari Rath besitzt seit den 1990er Jahren neben seiner israelischen Staatsbürgerschaft wieder die Staatsbürgerschaft Österreichs.

Auszeichnungen

Für seine Verdienste um die israelisch-deutsche und israelisch-österreichische Verständigung erhielt er zahlreiche Auszeichnungen, unter anderen:

Werke

  • Ari Rath u.a.: Auf dem Weg zum Frieden. Artikel und Essays aus fünf Jahrzehnten. Verlag für Berlin-Brandenburg, Potsdam 2005, ISBN 3-935035-77-2.
  • Ari Rath, Erwin Frenkel: Front page Israel. Major events 1932–1986 as reflected in the front pages of the Jerusalem Post. The Jerusalem Post, Jerusalem 1986, ISBN 0-933503-09-1.
  • Ari Rath: Ari heißt Löwe. Erinnerungen. Aufgezeichnet von Stefanie Oswalt. Paul Zsonlay Verlag, Wien 2012, ISBN 978-3-552-05585-8.[6] [7]

Einzelnachweise

  1. Ari Rath Becomes Austrian Again APA vom 6. Mai 2005
  2. Rolf Steininger: In Wien geboren, nie Wien verloren. Der israelische Journalist Ari Rath wundert sich über den Umgang seiner ehemaligen Landsleute mit der NS-Zeit. In: FAZ, 3. Dezember 2012, S. 8
  3. Zeit.Geschichte. Die Porzellangassenbuben. Ari Rath und Eric Pleskow im Gespräch, ORF III, produziert 2011, Sendung 5. Mai 2012
  4. Auszeichnung für Ari Rath. Rathauskorrespondenz vom 23. März 2006
  5. Großes Ehrenzeichen für den Herausgeber der Jerusalem Post, Ari Rath NR-Präsidentin Prammer würdigt Bemühungen um friedliche Koexistenz. OTS vom 29. November 2011
  6. http://derstandard.at/1345165831602/Ari-Rath-Ueber-Nacht-waren-wir-vogelfrei
  7. http://derstandard.at/1345164457066/Waldheim-Eine-oesterreichische-Affaere

Weblinks