Aspernbrücke

Die Aspernbrücke in Wien

Die Aspernbrücke überquert den Donaukanal in Wien und verbindet die Bezirke Innere Stadt und Leopoldstadt.

Inhaltsverzeichnis

Lage

Die Aspernbrücke liegt 800 Meter nordöstlich des Stephansdoms und unweit der Radetzkybrücke, wo der Wienfluss in den Donaukanal mündet. Unmittelbar an der Aspernbrücke befindet sich die Urania (Volkssternwarte und Kulturkino), ebenfalls nahe gelegen sind das ehemalige Kriegsministerium (heute Regierungsgebäude), die Wiener Rettungszentrale und die Hochschule für Angewandte Kunst.

1863–1913

Aspernbrücke in den 1870er Jahren

Die erste Aspernbrücke wurde ab April 1863 als Kettenbrücke auf Kosten des Stadterweiterungsfonds unter der Leitung von Georg Rebhann durch die Ingenieure Johann Fillunger und Friedrich Schnirch als Verlängerung der neu errichteten Ringstraße in die Leopoldstadt errichtet. Benannt wurde sie am 14. Juli 1864 nach dem Schauplatz der siegreichen Schlacht österreichischer Truppen unter Erzherzog Karl von Österreich-Teschen gegen die Franzosen unter Napoléon Bonaparte.

Eröffnet wurde die Aspernbrücke am 30. November 1864 durch Kaiser Franz Joseph I.

Zur Dekoration wurde auf den Postamenten der Kettenanker allegorische Figuren des Künstlers Franz Melnitzky aufgestellt. Diese symbolisierten Krieg, Frieden, Ruhm, Wohlstand. Vor diesen Figuren wurden Steinlöwen – ebenfalls von Franz Melnitzky – platziert.

Da die Brücke mit ungefähr zehn Metern Breite unterdessen für den Verkehr zu schwach war, wurde sie nach langer Diskussion auf Grund eines Gemeinderatsbeschlusses vom 27. Mai 1913 abgerissen. Für die Fußgänger wurde südlich der Brücke ein provisorischer hölzerner Steg errichtet.

1913–1945

Die Bauarbeiten wurden von der Brückenbauanstalt R. Ph. Waagner sowie L. & J. Biró & A. Kurz durchgeführt. Die architektonische Gestaltung oblag Max Hegele, die Bauleitung hatte das Wiener Stadtbauamt.

Nach Beginn des Ersten Weltkriegs stockten die Bauarbeiten an der Bogenbrücke. Die Eisenfacharbeiter der Baufirmen mussten ihren Dienst bei den Rüstungsbetrieben antreten. Nach Kriegsende gab es zwar wieder genügend Facharbeiter, allerdings fehlte dafür wieder an Kohle für die Zementerzeugung.

Für den Verkehr geöffnet wurde die Aspernbrücke am 30. November 1919. Der Abschluss der letzten Arbeiten am Tragwerk ist allerdings mit dem 26. Juli 1922 protokolliert.

In der Nacht vom 9. zum 10. April 1945 wurde die Aspernbrücke von der deutschen Wehrmacht gesprengt. Im Juni 1945 errichteten russische Pioniere oberhalb der gesprengten Brücke eine Notbrücke, die am 2. Oktober 1945 für den Verkehr freigegeben wurde.

Nach 1945

Nächtliche Beleuchtung (2009)

Zwischen 1949 und 1951 wurde die neue Aspernbrücke nach Plänen von Erich Franz Leischner von der Firma Waagner Biro errichtet. Die Brücke verfügt über eine Länge von 88,97 Meter, eine gesamte Breite von 27,95 Meter und ein Gesamtgewicht von 925 Tonnen. Die Baukosten betrugen 15,5 Millionen Schilling (ungefähr 1,13 Millionen Euro).

Literatur

  • Christine Klusacek, Kurt Stimmer: Die Stadt und der Strom. Wien und die Donau. Edition Wien, Wien 1995, ISBN 3-85058-113-6.

Weblinks

 Commons: Aspernbrücke – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

48.21138888888916.382777777778Koordinaten: 48° 12′ 41″ N, 16° 22′ 58″ O