Außervillgraten

Außervillgraten
Wappen von Außervillgraten
Außervillgraten (Österreich)
Außervillgraten
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Tirol
Politischer Bezirk: Lienz
Kfz-Kennzeichen: LZ
Fläche: 79,1 km²
Koordinaten: 46° 47′ N, 12° 26′ O46.78666666666712.4286111111111287Koordinaten: 46° 47′ 12″ N, 12° 25′ 43″ O
Höhe: 1287 m ü. A.
Einwohner: 789 (1. Jän. 2012)
Bevölkerungsdichte: 9,97 Einw. pro km²
Postleitzahl: 9931
Vorwahl: 04843
Gemeindekennziffer: 7 07 06
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Außervillgraten 136
9931 Außervillgraten
Website: www.ausservillgraten.gv.at
Politik
Bürgermeister: Josef Mair (Bauern und Wirtschaft)
Gemeinderat: (2010)
(11 Mitglieder)
5 Bauern und Wirtschaft,
5 Liste Arbeit und Wirtschaft
1 Unabhängige und Freiheitliche Liste
Lage der Gemeinde Außervillgraten im Bezirk Lienz
Abfaltersbach Ainet Amlach Anras Assling Außervillgraten Dölsach Gaimberg Heinfels Hopfgarten in Defereggen Innervillgraten Iselsberg-Stronach Kals am Großglockner Kartitsch Lavant Leisach Lienz Matrei in Osttirol Nikolsdorf Nußdorf-Debant Oberlienz Obertilliach Prägraten am Großvenediger St. Jakob in Defereggen St. Johann im Walde St. Veit in Defereggen Schlaiten Sillian Strassen Thurn Tristach Untertilliach Virgen Tirol (Bundesland)Lage der Gemeinde Außervillgraten im Bezirk Lienz (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
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Ortszentrum von Außervillgraten, Blick Richtung Süden
Ortszentrum von Außervillgraten, Blick Richtung Süden
(Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria)

Außervillgraten ist eine Gemeinde mit 789 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2012) im Bezirk Lienz in Tirol, Österreich. Die Gemeinde liegt im Gerichtsbezirk Lienz.

Inhaltsverzeichnis

Geografie

Außervillgraten liegt im Villgratental, einem Seitental des Osttiroler Pustertals am Zusammenfluss von Villgratenbach und Winkeltalbach. Die Gemeinde ist eine ausgeprägte Streusiedlung. Sie besteht aus den Fraktionen Unterwalden, Dorf, Unterfelden, Versellerberg und Winkeltal. In den letzten 20 Jahren haben sich neben dem Ortskern (Fraktion Dorf) zwei weitere geschlossene Siedlungskerne gebildet: Die Aue talauswärts und der Weiler Walchboden im Winkeltal.

Nachbargemeinden

Abfaltersbach, Anras, Heinfels, Hopfgarten in Defereggen, Innervillgraten, Sankt Veit in Defereggen, Sillian, Strassen

Geschichte

Das Villgratental wurde erstmals im Jahre 769 urkundlich erwähnt. Herzog Tassilo III. von Bayern schenkte das Tal mit dieser Urkunde dem Stift Innichen. Diese Schenkung wurde durch Kaiser Otto I. bestätigt. Zu dieser Zeit war das Tal noch nicht besiedelt, nur rätoromanische Namen weisen auf gelegentliche Almwirtschaft hin. 1140 ließ der Vogt des Bistums Brixen, Graf Arnold von Morit-Greifenstein, im hinteren Teil des Tales (Gemeinde Innervillgraten) Rodungen durchführen. Dieses Gebiet sollte von Bauern aus der Nachbarschaft besiedelt werden. Als Lockmittel wurden den Siedlern Gratiszuteilungen von Vieh und Getreide angeboten. Die Höfe waren als Schwaighöfe konzipiert, das bedeutet, dass es sich vor allem um Viehwirtschaft handelte. Sie waren überwiegend in kirchlichen Besitz. So waren die Klöster Innichen, Freising und Sonnenburg die wichtigsten Grundherren im Tal. Das Gebiet der Gemeinde Ausservillgraten im vorderen Teil des Tales wurde erst später besiedelt. 1243 wurde Hochwalden als erster Hof in Außervillgraten urkundlich erwähnt, als zweitältester Hof gilt Perfl. Ursprünglich wurden in Außervillgraten 64 Urhöfe gegründet, die später durch Teilungen vermehrt wurden. Aufgrund von hohen Abgaben und Missernten wanderten im 15. Jahrhundert ca. 300 Ausservillgrater nach Sappada im Piavetal aus. 1827 errichtete Michael Pirgler die erste Güterseilbahn Tirols in Außervillgraten. Erst 1927 wurde das Dorf elektrifiziert. Außervillgraten veränderte sich bis in die 60er Jahre des zwanzigsten Jahrhunderts nicht grundlegend. Erst zu dieser Zeit wurde das Gebiet mit moderner Infrastruktur erschlossen.

Bevölkerungsentwicklung

Volkszählung Einwohner
2001 977
1991 1.026
1981 1.171
1971 1.152

Quelle: Bevölkerungsentwicklung der Statistik Austria

Kirchengeschichte

Außervillgraten gehörte ursprünglich zur Urpfarre Sillian. 1679 erhielt die Gemeinde durch Vermittlung des Pflegers von Heinfels eine eigene Kuratie. Bereits ein Jahr zuvor wurde für den zukünftigen Kuraten ein eigener Widum errichtet. 1795 wurde die heutige Pfarrkirche zur heiligen Gertraud an der Stelle der bisherigen gotischen Kirche errichtet.

Im 18. Jahrhundert war in Außervillgraten eine Volksmission der Jesuiten mit großem Erfolg tätig.

Wappen

Blasonierung: „Mit Gegenspitze gespalten von Silber und Rot, hinten ein grünes Ahornblatt.“

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Mit 2010 wurde das Sternsingen im Villgratental zum Immateriellen Welterbe, wie es die UNESCO deklariert, in der Österreichliste (Nationales Kulturgut) aufgenommen.[1]

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Sternsingen im Villgratental. nationalagentur.unesco.at