Aufbauwerk der Jugend

Das Aufbauwerk der Jugend bereitet Absolventen/innen von Sonderschulen und Integrationsklassen sowie junge Menschen mit Teilleistungsschwächen und emotionalen/sozialen Handicaps auf den freien Arbeitsmarkt vor. Die pädagogische Arbeit orientiert sich dabei am Konzept der Lebensweltorientierung von Hans Thiersch. Das Aufbauwerk der Jugend verpflichtet sich der UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen.

Geschichte

Das Aufbauwerk der Jugend wurde im Jahre 1953 mit dem freiwilligen Arbeitseinsatz unter der Leitung von Hermann Pepeunig gegründet. Durch diesen Arbeitseinsatz konnten im Rahmen der Bergbauern- und Siedlerhilfe Familien unterstützt werden, und andererseits war es ein Beschäftigungsprogramm für arbeitslose Jugendliche, die durch die Zerstörung des Krieges noch keinen Arbeitsplatz finden konnten. Es entstanden auch Werkstätten für behinderte und sozial gefährdete junge Menschen, sowie die Bewährungshilfe für straffällig gewordene Jugendliche. Durch den Ausbau einer alten Baracke wurde eine Jugendherberge eingerichtet, die bis heute zugleich als Heim für Berufsschüler dient.

Im Jahre 1956 wurde dem Aufbauwerk der Jugend durch die Tiroler Landesregierung der Auftrag erteilt, für junge alleinstehende ungarische Flüchtlinge für entsprechende Versorgung, Unterbringung und Ausbildung zu sorgen, ebenfalls im Jahre 1956 wurde von der Tiroler Landesregierung beschlossen, Schloss Lengberg dem Aufbauwerk der Jugend zur Durchführung seiner Aufgaben zu überlassen. 1958 konnte mit Hilfe der schwedischen Hilfsorganisation Rädda Barnen das Fritz-Prior-Schwedenhaus in Innsbruck errichtet werden.

Seit 1970 ist das Aufbauwerk Pächter des Lachhofs (Kleinvolderberg, Tirol), der von 1980 bis 1984 und abermals von 2010 bis 2011 renoviert wurde.

Im Jahre 1981 war es möglich, das Schwedenhaus mit Hilfe der Tiroler Landesregierung um den Werkstättenteil zu erweitern. Die Werkstätten Bad Häring, ein ehemaliges Schulgebäude, das von der Tiroler Landesregierung angemietet wurde, bestehen seit dem Jahre 1991. Im April 1998 wurde der Tätigkeitsbereich am Lachhof um eine Landwirtschaft erweitert, welche heute nach dem Green Care-Prinzip arbeitet.

2003 wurde in Kooperation mit dem Sozialsprengel Telfs die Möbelbörse gegründet, in der im Rahmen eines sozialpädagogischen Projekts Möbel restauriert und verkauft werden. 2005 wurde das Projekt "Betreutes Arbeiten" zur Unterstützung von Lehrlingen initiiert, das vom Bundessozialamt finanziert wird. Von 2008 bis 2010 kamen bei den Renovierungsarbeiten auf Schloss Lengberg umfangreiche archäologische Funde[1] zutage.

2010 sorgte die Veröffentlichung der Monatszeitung Echo[2] über die NS-Vergangenheit von Aufbauwerk-Gründer Hermann Pepeunig für Diskussionen. Pepeunig war in den letzten Tagen des Krieges als HJ-Bannführer für den Tod mehrerer Jugendlicher und amerikanischer Soldaten verantwortlich.

Das Aufbauwerk der Jugend ist Gründungsmitglied der Arbeitsgemeinschaft sozialer Dienstleistungsträger für Menschen mit Behinderungen, Lernschwierigkeiten und psychischen Beeinträchtigungen in Tirol (arge Sodit), die im November 2011 ins Leben gerufen wurde.

Einzelnachweise

  1. Newsartikel der Universität Innsbruck, 18. Juli 2012
  2. Echo-Artikel vom 1. Mai 2010

Weblinks