August Reuss

Grabmal von August Reuss auf dem Neustifter Friedhof

August Reuss (* 28. Mai 1879 in Wien; † 31. Oktober 1954 ebenda) war ein österreichischer Kinderfacharzt.

Inhaltsverzeichnis

Leben

August Reuss war der Sohn des österreichischen Augenfacharztes August Leopold von Reuss. Reuss studierte an der Universität Wien Medizin, wo er 1903 promoviert wurde. 1908 wurde er Assistent an der Universitäts-Kinderklinik, 1914 habilitierte er sich. Im Ersten Weltkrieg war Reuss Regimentsarzt.

Er wurde 1924 außerordentlicher Professor an der Universität Wien, ein Jahr später Vorstand der Kinderabteilung des Kaiser-Franz-Joseph-Spitals. 1930 wechselte Reuss nach Graz, wo er ordentlicher Professor und Vorstand der Universitäts-Kinderklinik wurde. Schließlich war er ab 1934 ärztlicher Direktor der Wiener Kinderklinik Glanzing.

Nach seinem Tode erhielt Reuss ein ehrenhalber gewidmetes Grab auf dem Neustifter Friedhof (Gruppe R, Reihe 6, Nr. 2). 1959 benannte man die August-Reuss-Gasse in Wien-Hietzing nach ihm.

Bedeutung

Reuss führte Verbesserungen auf dem Gebiet der Kinderheilkunde ein, insbesondere im Bereich der Neugeborenen. So gliederte er die Säuglingsstationen aus der allgemeinen Gynäkologie aus. Er erreichte die Anerkennung der Pädiatrie als eigenes medizinisches Fachgebiet und gilt damit als erster Sozialpädiater Österreichs. Weltweit als Erster entdeckte er angeborene Stoffwechselanomalien und versuchte deren Behandlung.

Zu seinen Schülern zählte u.  a. Hans Czermak.

Schriften

  • Die Krankheiten des Neugeborenen. Springer, Wien 1914.
  • Die Ernährung des Neugeborenen. Springer, Wien 1925.
  • Die Aufzucht der frühgeborenen und lebensschwachen Kinder. Springer, Wien 1925.
  • Säuglingsernährung. Springer, Wien 1929.
  • Säuglingskrankheiten. Springer, Wien 1935.
  • Physiologie und Pathologie des Neugeborenen. In: Hans Heidler: Lehrbuch der Geburtshilfe für Hebammen. Maudrich, Wien 1950.
  • Kinderkrankheiten. Urban & Schwarzenberg, Wien 1958 (mit Hans Czermak).

Literatur

Weblinks