Bürglstein (Salzburg)

Bürglstein
Bürglstein vom Nonnberg aus gesehen

Bürglstein vom Nonnberg aus gesehen

Höhe 451 m ü. A.
Lage Salzburg, Österreich
Geographische Lage 47° 47′ 59″ N, 13° 3′ 31″ O47.79976713.058699451Koordinaten: 47° 47′ 59″ N, 13° 3′ 31″ O
Bürglstein (Salzburg) (Land Salzburg)
Bürglstein (Salzburg)
Gestein Dolomit

Der Bürglstein ist ein dem Kapuzinerberg in südlicher Richtung vorgelagerter Stadtberg in Salzburg. Vom Kapuzinerberg ist er durch die Arenbergstraße getrennt. Mit 451 m Höhe ist er einer der kleinsten Salzburger Stadtberge. Sein Name leitet sich von „kleiner Berg“ („Pyrgla“) ab.

1791 kaufte der Gärtner Johann Rosenegger von Erzbischof Graf Colloredo das Gebiet des Bürglsteins einschließlich des Schlosses Arenberg. Hier hat er eine Gärtnerei mit Glashäusern betrieben, in denen er Trauben und Südfrüchte züchtete. Sein Sohn Josef Rosenegger, ein Kunstgärtner, der in Hellbrunn zum Landschaftsgärtner ausgebildet worden war, legte eine Parkanlage an. Er errichtete auch ein „Weinwirtshaus“, baute ein Museum für seine römischen Funde und legte Spazierwege an, die von Skulpturen und Ruheplätzen gesäumt waren. Da damals die Salzach noch nicht reguliert war, konnte auch ein Landeplatz für die Boote an der Salzach angelegt werden. Sein „Lustgarten“ gehörte damals zum Pflichtprogramm jedes Salzburgreisenden.

Anlage am Bürglstein um 1830

Bei Gartenarbeiten hatte Joseph Rosenegger 1792 ein Gräberfeld mit „römischen Alterthümern“ entdeckt. Von den ersten Funden schenkte er der Kaisergemahlin Maria Theresia, als sie 1804 seinen Lustgarten besuchte, einige Münzen und Schmuckstücke. Bernhard Stark, Konservator des Königlichen Antiquariats in München ersuchte Rosenegger um die Erlaubnis, auf dem Gelände graben zu dürfen und konnte tatsächlich einige Urnengräber freilegen. Die Funde stießen auf großes öffentliches Interesse. Christian August Vulpius, der Schwager Goethes, widmete 1820 in der Zeitschrift „Curiositaeten der physisch-literarisch-artistisch-historischen Vor- und Mitwelt zur angenehmen Unterhaltung für gebildete Leser“ den Salzburger Funden einen langen Beitrag.

Rosenegger begann einen schwunghaften Handel mit den römischen Artefakten zu betreiben. Um die starke Nachfrage zu befriedigen, scheute er nicht davor zurück, zum Teil abenteuerliche Fälschungen zu produzieren (sowohl aus Ton wie auch aus Alabaster). Als Kaiser Franz I. 1816 den Bürglstein besuchte, war er skeptisch, ob die Funde denn auch echt seien. Rosenegger konnte aber erreichen, dass 1833 und 1837 der König Ludwig I. von Bayern die Funde aufkaufte. Dies wurde in Salzburg von „vaterländischen Kreisen“ sehr bedauert. In München wurden die Fälschungen zwar bald identifiziert, aus Rücksicht gegenüber dem König wurde dies aber erst nach dem Ableben Ludwig I. bekannt gemacht. In den 60-er Jahren des vorigen Jahrhunderts sind die Fälschungen dann von einem Kustos der Münchner Staatssammlung entsorgt worden. 1837 verkaufte Rosenegger den ganzen Besitz an den Kaufmann Wilhelm Balde. Dieser setzte die Ausgrabungen fort und seine von Fälschungen freie Sammlung wurde von Vincenz Süß 1852 für das Salzburger Museum Carolino Augusteum angekauft, wo sie sich weiterhin befindet.

Plateau am Bürglstein
Postamente am Bürglstein

Heute ist von den Gartenanlagen am Bürglstein so gut wie nichts mehr erhalten. Der Berg ist mit Bäumen zugewachsen. Man kann aber auf einem kleinen Steig ausgehend von der Bürglsteinstraße auf das Bergplateau steigen. Dort finden sich noch das Fundament des früher vorhandenen Pavillons und einige Postamente für nicht mehr vorhandene Figuren. Der Weg führt dann weiter in den sehr gepflegten Park von Schloss Arenberg, der mit zahlreichen zeitgenössischen Kunstwerken ausgestattet ist.

Literatur

  • Norbert Heger: Salzburg in römischer Zeit. 1973, Salzburg: Salzburger Museum Carolino Augusteum (Jahresschrift 1973, Band 19), (S. 94-97).
  • Wilfried Schaber: Ausgräber und Fälscher am Bürglstein. In Eva Maria Feldinger: Scherben bringen Glück. Festschrift für Fritz Moosleitner zum 70. Geburgtstag. 2005, Salzburg.