BBÖ 1082

BBÖ 1082
Nummerierung: BBÖ 1082.01
Anzahl: 1
Hersteller: Siemens Schuckert Österreich, Floridsdorf
Baujahr(e): 1931
Ausmusterung: 1939 ?
Achsformel: 1'E1'
Spurweite: 1435 mm (Normalspur)
Länge über Puffer: 15.654 mm
Gesamtradstand: 10.110 mm
Dienstmasse: 118,5 t
Reibungsmasse: 86,5 t
Radsatzfahrmasse: 17,3 t
Höchstgeschwindigkeit: 60 km/h
Stundenleistung: 1325 kW / 36,5 km/h
Dauerleistung: 1178 kW / 37,5 km/h
Anfahrzugkraft: 215 kN
Treibraddurchmesser: 1.310 mm
Laufraddurchmesser: 994 mm
Motorbauart: GRs
Stromsystem: 15 kV / 16 23 Hz
Anzahl der Fahrmotoren: 3
Antrieb: Gruppenantrieb mit Vorgelege
Lokbremse: Druckluftbremse
Zugbremse: Vakuumbremse

Die BBÖ 1082.01 war eine Elektrolokomotive der Österreichischen Bundesbahnen BBÖ.

Inhaltsverzeichnis

Vorgeschichte

Die ersten Fernbahn-Stromversorgungen mit Einphasen-Wechselstrom wurden mit der allgemeinen Industrie-Frequenz von 50 Hertz betrieben. Bei den verwendeten hohen Spannungen war hierbei die Kommutation bzw. Stromübertragung auf die Rotor-Wicklungen des Einphasen-Wechselstrommotors sehr problematisch. Demgegenüber war der Gleichstrommotor weit unproblematischer zu betreiben. Daher gab es schon mit den Lokomotiven BBÖ 1180 und BBÖ 1470 (allerdings erfolglose) Versuche zur Stromwandelung auf dem Triebfahrzeug durch die Firma Ganz & Cie. 1931 wollte die Österreichische Siemens Schuckert Werke AG ein neues Konzept mit einem Phasenumformer-Generator zum Gleichstrombetrieb bei Wechselstrom-Versorgung erproben. Ursprünglich war geplant, die letzte Maschine der Reihe 1080.1 mit diesem Phasenumformer auszustatten. Es zeigte sich aber, dass dafür zu wenig Platz vorhanden war.

Konzept der 1082

Daher wurde letztlich eine neue Lokomotive mit einem rotierenden Phasenumformer-Generator gebaut. Dieser wandelte zunächst den Wechselstrom in Drehstrom um, aus dem wiederum der Gleichstrom erzeugt wurde. Durch Ausnutzung komplexer elektromagnetischer Zusammenhänge konnte die Umformeranlage vergleichsweise klein und sehr effektiv gebaut werden.

Während die elektrische Ausrüstung von den Österreichischen Siemens Schuckert Werken geliefert wurde, kam der mechanische Teil von der Lokomotivfabrik Floridsdorf. Der Phasenumformer hatte eine Länge von 7 Metern und wurde in einem zylindrischen Langkessel untergebracht. Die endgültige Fahrzeugausführung hatte nicht nur zwei zusätzliche Laufachsen, sondern auch nur ein Führerhaus. Dies ließ das Fahrzeug wie eine Dampflokomotive mit aufgesetzten Stromabnehmern wirken.

Die 1082 wurde zunächst in Salzburg, später in Bludenz stationiert, von wo aus sie sehr zufriedenstellend im Planbetrieb eingesetzt wurde. Der komplizierte Aufbau bedingte allerdings eine ständige Betreuung durch den Hersteller.

Die Deutsche Reichsbahn ordnete sie 1938 als E 88.3 ein, dann verlieren sich ihre Spuren. 1945 war sie nicht mehr auffindbar.

Das Fahrzeug war in seiner Konzeption seiner Zeit um 50 Jahre voraus. Die Grundidee der Stromwandlung auf dem Triebfahrzeug wird heute unter Zuhilfenahme von Halbleiterbauteilen und zudem mit den noch weit einfacher zu bauenden und zu betreibenden Drehstrom-Asynchronmotoren realisiert.

Literatur

  • A.Grabner, E. Pawelka: Die Umformerlokomotive der Österreichischen-Siemens-Schuckert-Werke. In: Elektrotechnik und Maschinenbau – Zeitschrift des Elektrotechnischen Vereines in Wien. 49. Jahrgang, Teil I in Heft 20, 17. Mai 1931; Teil II in Heft 21, 24. Mai 1931.
  • Richard Rotter, Helmut Petrovitsch: Triebfahrzeuge österreichischer Eisenbahnen – Elektrische Lokomotiven und Triebwagen. alba Verlag, Düsseldorf 1990, ISBN 3-87094-132-4

Weblinks