Bank Austria Kunstforum

Das Bank Austria Kunstforum ist ein Ausstellungshaus an der Freyung 8 im 1. Wiener Gemeindebezirk, Innere Stadt. Die namensgebende Bank Austria ist Hauptsponsor des Kunstforums. Das einstige Bankgebäude befindet sich seit 2010 in anderem Besitz und beherbergt seit August 2012 auch den Verfassungsgerichtshof (Eingang Renngasse 2).[1]

Geschichte

Das Bank Austria Kunstforum an der Freyung

Das Gebäude an der Freyung 8, Ecke Renngasse 2, wurde von 1914 bis 1921 nach Entwürfen der Architekten Ernst Gotthilf und Alexander Neumann als Bankgebäude für die Österreichische Creditanstalt für Handel und Gewerbe errichtet.[2] 1980 befand sich das Gebäude im Besitz der Länderbank, die gerade ihr 100-jähriges Bestehen feierte. Aus Anlass dieses Jubiläums und auf Anregung des Schauspielers Heinz Conrads wurden in den leerstehenden ehemaligen Kassenhallen erstmals Ausstellungen gezeigt. Die erste Schau Aufbruch in die Moderne wurde von rund 28.000 Besuchern gesehen.

Als auch weitere Ausstellungen erfolgreich verliefen, entschied der damalige Länderbank-Generaldirektor Franz Vranitzky, dieses kulturelle Provisorium zu einer dauerhaften Einrichtung zu machen – unter dem Namen Länderbank-Kunstforum und geleitet vom Klaus Albrecht Schröder (mittlerweile Direktor der Albertina). Der Architekt Gustav Peichl erhielt 1988 den Auftrag zum Umbau des Kunstforums, die Wiedereröffnung fand im März 1989 statt. Bald darauf benannte der neue Eigentümer, die Bank Austria, die Einrichtung in Bank Austria Kunstforum um. Von Ende 1992 bis Anfang 1993 wurde nochmals umgebaut und die Ausstellungsfläche verdoppelt, da die Räumlichkeiten dem großen Besucherandrang nicht mehr gerecht geworden waren.

2002–2008 hieß das Ausstellungshaus BA-CA Kunstforum, da der Eigentümer als Bank Austria Creditanstalt firmierte.

Im April 2005 wurde in einem ehemaligen Tresorraum des Gebäudes der Tresor im Bank Austria Kunstforum eröffnet. Hier wird junge, internationale Kunst präsentiert, der Tresor versteht sich aber auch als Raum für Kunstvermittlung und intellektuelle Auseinandersetzung. Die Gestaltung erfolgte nach Entwürfen des architekturladens, der bereits 2002 die Neugestaltung des Museumsshops vorgenommen hatte.

Im März 2008 erfolgte als Folge des Verkaufs der Bank Austria an die UniCredit Group die Rückbenennung in Bank Austria Kunstforum. Direktorin des Kunstforums ist seit dem Jahr 2000 Ingried Brugger. Die Ausstellungsfläche beträgt 1.120 m², pro Jahr werden rund 250.000 Besucher gezählt. Mit 223.879 Besuchern hatte das Bank Austria Kunstforum 2008 den 20. Platz der Meistbesuchten Sehenswürdigkeiten Wiens inne. Das Kunstforum präsentiert wechselnde Ausstellungen mit Schwerpunkten auf der Malerei der Klassischen Moderne, der Avantgarde der Nachkriegszeit bin hin zur zeitgenössischen Kunst.

Die UniCredit Bank Austria AG hat das Gebäude, in dem sich das Kunstforum befindet, Anfang 2010 an einen privaten Investor verkauft. Das Kunstforum sollte daher, wie im Frühjahr 2010 bekannt wurde, im Herbst 2011 in Räumlichkeiten in der nahe gelegenen Seitzergasse übersiedeln. Die Übersiedlung wurde im Dezember 2010 abgesagt.[3] Am 20. August 2012 hat der Verfassungsgerichtshof, aus der Böhmischen Hofkanzlei übersiedelt, hier seinen Betrieb aufgenommen.[4]

Einzelnachweise

  1. Gebäudebeschreibung auf der Website des Verfassungsgerichtshofs
  2. Ernst Gotthilf. In: Architektenlexikon Wien 1770–1945. Herausgegeben vom Architekturzentrum Wien. Wien 2007.
  3. Berichte in Wiener Tageszeitungen vom 17. Dezember 2010
  4. Meldung der Wiener Tageszeitung Der Standard, 21. August 2012, S. 7

Weblinks

 Commons: Bank Austria Kunstforum – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

48.21147222222216.366194444444Koordinaten: 48° 12′ 41″ N, 16° 21′ 58″ O