Berg im Drautal

Berg im Drautal
Wappen von Berg im Drautal
Berg im Drautal (Österreich)
Berg im Drautal
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Kärnten
Politischer Bezirk: Spittal an der Drau
Kfz-Kennzeichen: SP
Fläche: 54,24 km²
Koordinaten: 46° 45′ N, 13° 8′ O46.74888888888913.131111111111692Koordinaten: 46° 44′ 56″ N, 13° 7′ 52″ O
Höhe: 692 m ü. A.
Einwohner: 1.344 (1. Jän. 2012)
Bevölkerungsdichte: 24,78 Einw. pro km²
Postleitzahl: 9771
Vorwahl: 0 47 12
Gemeindekennziffer: 2 06 03
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Nr. 121
9771 Berg im Drautal
Website: www.berg-im-drautal.gv.at
Politik
Bürgermeister: Ferdinand Hueter (ÖVP)
Gemeinderat: (2009)
(15 Mitglieder)
8 ÖVP, 4 FPK, 3 SPÖ
Lage der Gemeinde Berg im Drautal im Bezirk Spittal an der Drau
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Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Österreich/Wartung/Lageplan Imagemap
(Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria)
Pfarrkirche Berg
Filialkirche hl. Athanasius
Pfarrkirche Berg

Berg im Drautal ist eine Gemeinde mit 1344 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2012) im Bezirk Spittal an der Drau in Kärnten.

Inhaltsverzeichnis

Geografie

Geografische Lage

Die Gemeinde liegt im oberen Drautal zwischen den Gailtaler Alpen mit der Jauken (2200m) im Süden und dem nordseitig ansteigenden Berghang der Kreuzeckgruppe (2800m). Durch das Gemeindegebiet führt die Drautal Straße (B 100), die Berg mit der Bezirkshauptstadt Spittal an der Drau (ca. 40 km östlich) bzw. mit Lienz in Osttirol (ca. 35 km nach Westen) verbindet.

Gemeindegliederung

Berg im Drautal ist in die drei Katastralgemeinden Berg, Emberg und Goppelsberg gegliedert. Das Gemeindegebiet umfasst folgende Ortschaften (in Klammern Einwohnerzahl Stand 2001):

  • Berg (768)
  • Ebenberg (8)
  • Emberg (142)
  • Emberg Alm (16)
  • Feistritz (151)
  • Frallach (101)
  • Goppelsberg (52)
  • Oberberg (86)
  • Schlußnig (49)

Nachbargemeinden

Dellach im Drautal Windrose klein.svg Greifenburg
Dellach (Gailtal) Kirchbach

Geschichte

Die erste urkundliche Erwähnung der Ortschaft Berg im Drautal – wie auch der meisten Ortschaften der heutigen Gemeinde – erfolgte 1267/68 als „Perige“ im Besitzrechtsverzeichnis (Urbar) des landesfürstlichen Schlosses Greifenburg und etwa zur selben Zeit im Urbar der Pfarrkirche Berg. Der Ursprung des Ortsnamens Berg kann im Bergbau liegen, da bei Draßnitz nördlich von Dellach und in der Gnoppnitz Silber- bzw. Kupferbergbau existierte.

1849 wurden zunächst die Katastralgemeinden Berg und Goppelsberg zur Ortsgemeinde Berg vereinigt. Emberg blieb zunächst selbständige Ortsgemeinde, wurde aber nach Erlass der Kärntner Gemeindeordnung 1864 eingegliedert. Der heutige Gemeindename „Berg im Drautal“ wurde am 1. Juli 1965 festgelegt.

Bevölkerung

Laut Volkszählung 2001 hat Berg im Drautal 1.373 Einwohner, davon sind 97,9 % österreichische Staatsbürger. 93,2 % der Bevölkerung bekennen sich zur römisch-katholischen Kirche, 2,5 % zur evangelischen Kirche und 1,9 % sind islamischen Glaubens. 1,5 % der Bevölkerung ist konfessionslos.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

  • Die über Berg gelegene Pfarrkirche Mariae Geburt ist ein spätromanisches Bauwerk, das 1267 erstmals urkundlich erwähnt wurde. In der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts wurde sie zu einer Wehrkirche ausgebaut, wobei auch die ursprüngliche Gestalt des Turmes und des Langhauses verändert wurden.
  • Die römisch-katholische Filialkirche Hl. Athanasius (St. Athanas bei Berg) liegt südlich außerhalb des Ortes unweit der Drautalstraße in einem ebenen Feld. Sie wurde 1443 erstmals erwähnt und vermutlich auf einem sehr alten Heiligtum errichtet. Im Inneren der Kirche finden sich römerzeitliche Grabinschriftfragmente. 1485 wurde sie vom Bischof von Caorle dem heiligen Nonosius geweiht.[1] Die Nonnosusverehrung in Oberkärnten, sie ist für St. Peter in Holz bei Lendorf und für Molzbichl belegt, geht auf die Christianisierung vom bayerischen Freising aus zurück. Noch heute ist Nonnosus ein Nebenpatron im Freisinger Dom.[2] Später wurde Nonnosus von St. Athanasen abgelöst. Die Kirche war früher eine beliebte Wallfahrtskirche.

Vor etwa 10 Jahren wurde in Berg der gemeinnützige Verein Stella Carinthia gegründet, als sich die oberhalb des Ortsteils Emberg liegende Emberger Hochalm als idealer astronomischer Beobachtungsplatz erwies. Der Astroverein erbaute dort eine Volkssternwarte und veranstaltet alljährlich im Herbst das Internationale Teleskoptreffen auf der Emberger Alm.[3]


Politik

Gemeinderat

Der Gemeinderat von Berg im Drautal hat 15 Mitglieder und setzt sich seit der Gemeinderatswahl 2009 wie folgt zusammen:

Direkt gewählter Bürgermeister ist seit 1997 Ferdinand Hueter (ÖVP).

Wappen

Wappen at berg-im-drautal.png

Das Wappen wurde aus einer Vielzahl von Entwürfen durch eine Abstimmung der Bevölkerung ausgewählt und der Gemeinde am 16. März 1989 verliehen. Die amtliche Blasonierung des Wappens lautet:

„In grünem, mit zwei seitlich gezackten und einschwingend verbundenen Spitzen unter dem Hauptgrund des silbernen Schildhauptes reichenden Schildgrund eine silberne, schwarz geöffnete romanisch-gotische Kirche mit steilem Turm und hinden anschließendem silbernen romanischen Rundkarner, vorne begleitet von einer silbernen dreizackigen Krone, hinten von einer silbernen, überkreuzt von je einem silbernen Bischofs- und Kreuzstab unterlegten Mitra mit Bändern; im Schildfuß ein silberner Wellenbalken.“[4]

Der grüne Schildgrund deutet das Waldreichtum im Gemeindegebiet an, das silberne Wellenband die Drau. Der „Hausberg“ der Gemeinde, die Jauken, wird durch die stilisierte Silhouette im Schildhaupt angedeutet. In der Herzstelle des Wappens ist die Pfarrkirche Mariä Geburt mit einem der zahlreichen romanischen Rundkarner aus der Bauzeit der Kirche dargestellt. Die Krone steht für das Marienpatrozinium der Kirche, Bischofsmütze mit Bischofs- und Kreuzstab für den Heiligen Nonnosus, einem frühchristlichen Lokalheiligen, dem die Kirche im Talgrund ursprünglich geweiht wurde (erst im 17. Jahrhundert wurde an seiner Stelle Athanasius als Kirchenpatron festgelegt).

Die Fahne ist Grün-Weiß mit eingearbeitetem Wappen.

Partnergemeinde

  • Lohfelden (Deutschland), seit 25. Juni 1988

Persönlichkeiten

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Dehio Kärnten, Wien 1976, S. 51-52
  2. Johannes Grabmayer: Volksglauben und Volksfrömmigkeit im spätmittelalterlichen Kärnten. Böhlau Verlag, Wien u.a. 1994, ISBN 3-205-05550-0, S. 104.
  3. Feriensternwarte Emberger Alm auf der Seite der ÖAW abgerufen am 8. Oktober 2012
  4. zitiert nach Wilhelm Deuer: Die Kärntner Gemeindewappen, S. 60. Verlag des Kärntner Landesarchivs, Klagenfurt 2006, ISBN 3-900531-64-1