Berglandmilch

Berglandmilch
Logo Schärdinger mit Logo Berglandmilch
Rechtsform eGen
Gründung 1995
Sitz Wels, Oberösterreich
Leitung Josef Braunshofer,
Herbert Altendorfer
Mitarbeiter 1.350
(Stand 2010)
Umsatz 770 Mio. Euro
(2010)
Branche Milchverarbeitung
Website www.berglandmilch.at

Berglandmilch ist das größte österreichische Milchverarbeitungs- und -vertriebsunternehmen. Es besitzt die Rechtsform einer registrierten Genossenschaft mit beschränkter Haftung (reg.Gen.m.b.H). Der Firmensitz befindet sich in Wels (Oberösterreich), die zentrale Verwaltung in Aschbach (Niederösterreich). Berglandmilch zählt heute zu den größten Lebensmittelproduzenten in Österreich und zusammen mit der bayerischen Tochterfirma Rottaler Milchwerk eG zu den umsatzstärksten Molkereien in Mitteleuropa.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Das Unternehmen wurde 1995 gegründet und übernahm die Milchaktivitäten und dazugehörigen Markenrechte des AMF-Konzerns. Die AMF war 1990 durch den Zusammenschluss von sechs Großmolkereien mit 1.800 Mitarbeitern ins Leben gerufen worden, wobei der Schärdinger Molkereiverband 47,68 % und Agrosserta 25,07 % der Anteile hielten.[1][2] Diese sechs Unternehmen mit damals 27 Produktionsstandorten in den Bundesländern Oberösterreich, Niederösterreich, Steiermark, Kärnten und im Burgenland waren:

Nach der Gründung der AMF wurden die Marken der sechs Gründungsunternehmen zentral vermarktet und zahlreiche Umstrukturierungs- und Rationalisierungsmaßnahmen durchgeführt. Die Marken Desserta und Schärdinger wurden im hochpreisigen Marktsegment etabliert. 1993 erwirtschaftete die rasch angewachsene AMF-Gruppe einen Umsatz von 27,5 Milliarden Schilling,[3] 1994 wies die Bilanz aber bereits Verbindlichkeiten in der Höhe von 8 Milliarden Schilling aus.[4] Nach dem Scheitern des Konzerns übernahm die neugegründete Berglandmilch die Milchaktivitäten und dazugehörigen Markenrechte aus der AMF und nahm zum Jahreswechsel 1995/1996 die Produktion auf.[2][1] Die folgenden Jahre waren geprägt von einem straffen Restrukturierungs- und Modernisierungsprogramm. Von den ursprünglich 27 Standorten der an der AMF beteiligten Molkereien wurden 20 in den folgenden Jahren geschlossen bzw. zusammengelegt, was den Verlust zahlreicher Arbeitsplätze mit sich brachte (beibehaltene Standorte sind in der Aufzählung oben mit * gekennzeichnet).[2]

Nach Jahren der Konsolidierung expandierte Berglandmilch 2009, als sie die oberösterreichische Molkerei Landfrisch übernahm. Das Unternehmen wuchs dadurch wieder auf über 1.000 Beschäftigte an, konnte einen Umsatz von etwa 700 Millionen Euro erzielen und seine Stellung als Österreichs größter Milchkonzern behaupten. Der Firmensitz wurde im Zuge dieser Übernahme von Pasching nach Wels verlegt, dem bisherigen Firmensitz der Landfrisch.[5][6]

2010 wurde die Tirol Milch, zu diesem Zeitpunkt viertgrößte Molkerei in Österreich, in die Berglandmilch eingegliedert. Die Einbringung wurde im Februar 2011, nach Überprüfung durch die Bundeswettbewerbsbehörde, unter Auflagen genehmigt.[7].

Struktur

Produktion

Die Produktionsstandorte von Berglandmilch befinden sich in:

Bundesland Ort Zulassungsnummer [8]
(Genusstauglichkeitskennzeichen)
Zulassungsnummer "neu" [9][10] Produkte [11]
Oberösterreich Wels M-O-72 AT 40157 EG Landfrischkäse, Rollino
Rohrbach M-O-57 AT 40133 EG Spezialitätenkäserei für Quargel
Feldkirchen M-O-13 AT 40151 EG Bergbaron, Gouda, Traungold, Baronesse, Joghurtkäse und Goudette
Garsten M-O-18 AT 40125 EG Geheimratskäse, Butterkäse, Edamer-Kugeln
Geinberg M-O-20 AT 40153 EG Abpackbetrieb für Käsekleinstücke
Tirol Wörgl M-T-032 AT 70149 EG Tirol Milch Produkte
Lienz M-T-025 AT 70138 EG Weichkäse
Kärnten Klagenfurt M-K-1 AT 20141 EG Formil-H-Milch, Fidus Drinks, Berghof Träume
Steiermark Voitsberg M-ST-10 AT 60149 EG Moosbacher, Dachsteiner, Mondseer, Jerome, Raclette, St. Patron
Niederösterreich Aschbach M-N-1 AT 30751 EG Bojar, Butter, Topfen, Primina, Jogurella, weiße Palette (Trinkmilch bis Fruchtjoghurt)
Bayern (Deutschland) Karpfham BY 263 DE BY 263 EG Rottaler Milchquell

Das Werk in Aschbach gilt als größte Molkerei Österreichs.

Tochtergesellschaften und Beteiligungen

Zur Bergland-Gruppe gehören zahlreiche Tochtergesellschaften und Beteiligungen, z.B.:

  • BHG Betriebsmittel Handels GmbH & Co.KG. mit Standorten in Voitsberg, Wien und Geinberg
  • Kärntner Legro Lebensmittel Großhandel Ges.m.b.H. (Standort Klagenfurt)

Kennzahlen

Das Unternehmen beschäftigte 2008 insgesamt 882 Mitarbeiter (1032 inkl. Landfrisch Molkerei). Der konzernweite Jahresumsatz belief sich in diesem Jahr auf 607,3 Millionen Euro (691,7 Millionen Euro inkl. Landfrisch Molkerei). Es wurden ca. 861 Millionen Kilogramm Milch von rund 11.000 in der Genossenschaft als Miteigentümer organisierten Anlieferern verarbeitet. Etwa 37,2 % der Produkte gehen in den Export.

Jahr Umsatz (in Mio. EUR) verarbeitete Milch (in Mio. kg) Mitarbeiter Eigentümer
2008 691,7 861 1032 11000
2009[12] 610 940 ca. 1000 13000
2010 770 1150 1350 16000
2011 832 1210 1400 ca. 15000[13]

Marken

Genusstauglichkeitskennzeichen Beispiel Berglandmilch Wels
Neues österreichisches Genusstauglichkeitskennzeichen Beispiel Berglandmilch Wels

Berglandmilch produziert unter der größten österreichischen Lebensmittelmarke Schärdinger verschiedene Einzelproduktmarken wie Bergbaron, Sommerbutter und Traungold sowie unter den Produktlinienmarken Schaerdinger Die schlanke Linie fettreduzierte Milchprodukte und unter Schaerdinger Bewusst Leben innovative Produkte mit Geschmack und Wirkung. Die Marken Desserta und Jogurella gehören ebenfalls zum Unternehmen wie auch diverse Handelsmarken. Die breite Produktpalette umfasst rund 350 verschiedene Artikel aus den Bereichen Frischmilchprodukte, H-Milch, Käse, Butter, Joghurt und Topfen. Seit der Einbringung der Tirol Milch in den Konzern führt dieser auch die Marken "Tirol Milch" und "Lattella".

Weblinks

Einzelnachweise

  1. a b Die Geschichte von Schärdinger Zugriff 15. August 2012
  2. a b c Die Geschichte der Berglandmilch Zugriff 15. August 2012
  3. AMF Austria Milch- und Fleischvermarktung reg. Gen. m. b. H. auf www.aeiou.at Zugriff 20. August 2012
  4. AMF legt Horrorbilanz in: Wirtschaftsblatt (31. August 1996) Zugriff 20. August 2012
  5. http://ooe.orf.at/stories/360502/
  6. http://ooe.orf.at/stories/387490/
  7. http://www.wirtschaftsblatt.at/home/oesterreich/branchen/fusion-berglandmilchtirol-milch-mit-auflage-genehmigt-457807/index.do
  8. http://hersteller.kilu.de/at/sucheat01.php
  9. http://www.bauernzeitung.at/?id=2500%2C50617%2C%2C
  10. http://www.statistik.at/ovis/pdf/IX29.pdf
  11. http://www.berglandmilch.at/922_DEU_BLM.php?g_actId=1e
  12. http://www.landwirt.com/Berglandmilch-2009-weniger-Umsatz-%E2%80%93-Exportgeschaeft-boomt,,8239,,Bericht.html
  13. http://www.berglandmilch.at/ueber-uns/?id=28