Bernhard Hüttenegger

Bernhard Hüttenegger

Bernhard Hüttenegger (* 27. August 1948 in Rottenmann, Steiermark) ist ein österreichischer Schriftsteller.

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Bernhard Hüttenegger wuchs in Rottenmann auf, wo er auch Volks- und Hauptschule besuchte. Er hat zwei jüngere Schwestern. Der bereits verstorbene Vater war Mitarbeiter der Sparkasse in Rottenmann. Mutter und Schwester führten in Rottenmann ein Schuhgeschäft.

Mit 14 Jahren siedelte er nach Graz über. Dort absolvierte er die Ausbildung zum Volksschullehrer. Diesen Beruf übte er allerdings nie aus. Er studierte auch Germanistik und Geschichte an der Karl-Franzens-Universität in Graz. Als er bereits mit seiner Dissertation begonnen hatte, kam er an einen Wendepunkt. Er entschied sich 1973 für eine Existenz als freier Autor und gegen das Studium.

In der Folge schrieb er als Brotarbeit für zahlreiche Zeitschriften und Tageszeitungen („Die Presse“, „Kleine Zeitung“, „Kronen Zeitung“) und hatte als Literaturkritiker und Rezensent viel zu tun. Seine Reise- und Inselerlebnisse schrieb er in Form von Reiseberichten für die „Neue Zürcher Zeitung“ nieder. 1971 begann er regelmäßig für die „manuskripte“ zu schreiben und war Mitglied des „Forum Stadtpark“. Später trennte er sich vom „Forum“. Seine Zeit in Graz genoss der junge Autor, er sagt selbst, er sei dort ein „bunter Hund“ gewesen und bezeichnet Graz als seine „Jünglingsheimat“. Das erste Buch, das im Europa-Verlag erschien, publizierte er 1975 („Beobachtungen eines Blindläufers“). Es folgten 18 weitere Bücher bei verschiedenen Verlagen, zuletzt beim Kitab Verlag. Er hatte auch die Möglichkeit, ständiger freier Mitarbeiter des ORF Steiermark (Literaturabteilung) zu werden. 1978 gab er seine Wohnung in Graz auf und siedelte nach Launsdorf in Kärnten über.

Hüttenegger verbrachte zehn Jahre in Kärnten und ging 1988 nach Wien. 1998 heiratete Hüttenegger seine langjährige Lebensgefährtin in St. Veit an der Glan in Kärnten. Seither lebt der Autor abwechselnd in Wien und in Kärnten.

Seine erste Lesung hielt der Autor 1969 in St. Pölten. Es folgten Lesungen in Moskau, Hamburg, Frankfurt am Main, Triest, Ljubljana, Genf, Zürich, Bern, Kiel, Wien und sämtlichen Dörfern und Städten der Steiermark. Wegen einer 2002 diagnostizierten, seltenen Muskelkrankheit zog er sich zurück.

Wenn Hüttenegger nicht in Wien oder Kärnten ist, befindet er sich auf Reisen. Hüttenegger reist aber nicht zum Vergnügen, sondern immer vor dem Hintergrund der literarischen Tätigkeit. Seine zahlreichen Auslandsaufenthalte in England, Schweden, Norwegen, Dänemark, Griechenland, Italien, Irland, Island, Jugoslawien etc. wurden zum Ausgangspunkt von Veröffentlichungen. Hüttenegger, der ein Frühaufsteher ist und seine literarische Tätigkeit auf die Vormittagsstunden verlegt hat, sagt von sich, dass er eher ein Einzelgänger und Außenseiter sei.

Er erhielt den Literaturförderungspreis der Stadt Graz, den Förderungspreis für Literatur des Theodor-Körner-Preises, den Literaturpreis des Landes Steiermark sowie den Förderungspreis für Literatur des Landes Kärnten.

Seit 1975 erschienen Romane, Erzählungen, Essays, Reiseberichte und Feuilletons, daneben schreibt er Hörspiele. In den meisten Fällen dienen ihm keine bedeutenden Ereignisse als Anlass für seine Beschreibungen. Es sind die einfachen, die scheinbar banalen Situationen. In Hütteneggers Werken wird das scheinbar Gewöhnliche verfremdet, verzerrt und der Absurdität preisgegeben.

Werke

  • Beobachtungen eines Blindläufers. Prosa. Wien: Europa, 1975.
  • Die sibirische Freundlichkeit. Erzählung. Salzburg: Residenz 1977.
  • Reise über das Eis. Roman. Salzburg: Residenz, 1979/ Taschenbuchausgabe 1982.
  • Ein Tag ohne Geschichte. Erzählungen. Pfaffenweiler: Pfaffenweiler Presse 1980.
  • Verfolgung der Traumräuber. Erzählungen. Graz: Droschl 1980.
  • Die sanften Wölfe. Roman. Reinbek: Rowohlt 1982.
  • Der Glaskäfig. Roman. Reinbek: Rowohlt 1985.
  • Wie man nicht berühmt wird. Wahre Geschichten. Wien: Österr. Staatsdruckerei 1990.
  • Die Tarnfarbe. Roman. Wien: Zsolnay 1991.
  • Felix, der Floh. Eine Fabel. Klagenfurt, Salzburg: Wieser 1993.
  • Der Hundefriedhof von Paris. Erzählungen. Klagenfurt, Salzburg: Wieser 1994.
  • Die Unschuld am Morgen. Reisen und Schreiben. Wien,Klosterneuburg: Edition va bene 2000.
  • Abendland. Roman. Wien, Klosterneuburg: Edition va bene 2001.
  • Wer seinen Sohn liebt. Erzählung. Klagenfurt, Wien: Kitab 2003.
  • Insel aller Inseln. Erzählung. Klagenfurt, Wien: Kitab 2004.
  • Weg von allem. Reisen und Schreiben. Klagenfurt, Wien: Kitab 2006.
  • Quasi una fantasia. Gedichte und ein erotisches Kammerspiel. Klagenfurt, Wien: Kitab 2006.
  • Rockall. Erzählung. Klagenfurt, Wien: Kitab 2006.
  • Buch des Schweigens. Roman. Klagenfurt, Wien: Kitab 2007.
  • Alphabet der Einsamkeit. Notitzbuch 1973-2006. Klagenfurt, Wien: Kitab 2008.

Hörspiele

  • Schöne Stille. Österreichischer Rundfunk. 6. Juni 1978.
  • Atlantis. Österreichischer Rundfunk. 18. Jänner 1983.
  • Quasi una fantasia. Österreichischer Rundfunk. 21. Mai 1991.
  • Anatomie der Engel. Eine Reise in die Seelenwelt des Dichters Edgar Allan Poe. Österreichischer Rundfunk. 28. Juni 1994

Herausgeberschaft

  • Poetische Begegnungen. Zwischenwissenschaften. Graz: Artline, 1976 (zusammen mit Rose Nager und Reinhard P. Gruber).

Auszeichnungen

Sekundärliteratur

  • Wurz, Irmgard: Die Struktur des Wortschatzes bei Bernhard Hüttenegger am Beispiel des Romans „Reise über das Eis“. Dipl.-Arb. Wien, 1984.

Weblinks