Beschränkte Erbenhaftung

Beschränkte Erbenhaftung ist ein Begriff aus dem Erbrecht.

Sofern im Erbfall unsicher ist, wie hoch der Verstorbene verschuldet war oder wenn der Nachlass überschuldet ist, gibt es die Möglichkeit die Haftung der Erben mittels Nachlassverwaltung oder Nachlassinsolvenz auf den vorhandenen Nachlass zu beschränken (§ 1975, § 1990 BGB). In diesem Fall bleibt der Nachlass rechtlich unabhängig neben dem Privatvermögen des Erben bestehen, so dass den Gläubigern des Verstorbenen für die Tilgung von dessen Verbindlichkeiten maximal mit dem vorhandenen Nachlass gehaftet wird und auf das Privatvermögen des Erben nicht zugegriffen werden kann. Das österreichische Allgemeine Bürgerliche Gesetzbuch (§§ 802 ff.) kennt das Institut der bedingten Erbserklärung , d. h. Antritt der Erbschaft mit Vorbehalt der rechtlichen Wohltat des Inventariums (beneficium inventarii). Dies führt zu einer beschränkten Haftung des Erben.

Literatur

  • Gerhard Ruby, Die Erbenhaftung, Band 9 der Schriftenreihe des Deutschen Forums für Erbrecht e.V. (ISBN 3-933320-11-9)
  • Gunter Wesener, Zur Erbenhaftung in historischer Sicht, in: Tradition und Fortentwicklung im Recht. Festschrift zum 90. Geburtstag von Ulrich von Lübtow, hg. von Klaus Slapnicar. Berlin 1991. S. 113-128.
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