Bezirk Pisino

Der Bezirk Pisino (deutsch: Mitterburg; italienisch: capitanato distrettuale Pisino; slowenisch: okrajni glavarstvo Pazin; kroatisch: kotarsko satničtvo Pazin) war ein Politischer Bezirk in der Markgrafschaft Istrien. Der Bezirk umfasste Gebiete in Zentral- und Ostistrien. Sitz der Bezirkshauptmannschaft war die Gemeinde Pisino (Pazin). Das Gebiet wurde nach dem Ersten Weltkrieg Jugoslawien zugeschlagen und ist seit 1991 Teil Kroatiens.

Geschichte

Die modernen, politischen Bezirke der Habsburgermonarchie wurden um das Jahr 1868 im Zuge der Trennung der politischen von der judikativen Verwaltung geschaffen.[1] Der Bezirk Pisino wurde dabei 1868 aus den zwei Gerichtsbezirken Albona (Labin) und Pisino (Pazin) geschaffen.[2] Im Bezirk Pisino lebten 1869 36.569 Personen, bis 1910 stieg die Einwohnerzahl auf 48.518 Menschen an. Von der Bevölkerung hatten 1910 42.924 Kroatisch (88,5 %) als Umgangssprache angegeben, 4.032 Personen sprachen Italienisch (8,3 %), 288 Slowenisch (5,9 %) und 92 Deutsch (0,2 %). Der Bezirk umfasste zuletzt eine Fläche von 859,26 km² sowie zwei Gerichtsbezirke mit insgesamt sechs Gemeinden.

Jahr Ein-
wohner
Deutsch-
sprachige
Italienisch-
sprachige
Slowenisch-
sprachige
Kroatisch-
sprachige
1869 36.569
1880 39.964 206 7.762 307 31.436
1890 41.699 142 6.703 390 33.773
1910 48.518 92 4.032 288 42.924

Einzelnachweise

  1. Reichs-Gesetz-Blatt für das Kaiserthum Oesterreich. Jahrgang 1868, XVII. Stück, Nr. 44. „Gesetz vom 19. Mai 1886 über die Einrichtung der politischen Verwaltungsbehörden in den Königreichen ...“
  2. Reichs-Gesetz-Blatt für das Kaiserthum Oesterreich. Jahrgang 1868, XLI. Stück, Nr. 101: Verordnung vom 10. Juli 1868, die Durchführung des Gesetzes vom 19. Mai 1868 (Reichs-Gesetz-Blatt Nr. 44) in Böhmen, Dalmatien, Oesterreich unter und ob der Enns, Steiermark, Kärnthen, Kukowina, Mähren, Schlesien, Tirol und Vorarlberg, Istrien, Görz und Gradiska betreffend.

Literatur

  • k. k. Statististische Zentralkommission (Hrsg.): Orts-Repertorium von Triest und Gebiet, Görz, Gradisca und Istrien. Auf Grundlage der Volkszählung vom 31. Dezember 1896 bearbeitet. Wien 1873
  • k. k. Statististische Zentralkommission (Hrsg.): Special-Orts-Repertorium vom Küstenlande. Auf Grundlage der Volkszählung vom 31. Dezember 1896 bearbeitet. Wien 1885
  • k. k. Statististische Zentralkommission (Hrsg.): Special-Orts-Repertorium des Österreichisch-Illyrischen Küstenlandes. Neubearbeitung auf Grund der Ergebnisse der Volskzählung vom 31. December 1890. Wien 1894
  • k. k. Statististische Zentralkommission (Hrsg.): Spezialortsrepertorium für das Österreichisch-Illyrische Küstenland. Bearbeitet auf Grund der Ergebnisse der Volkszählung vom 31. Dezember 1910. Wien 1918 (Spezialortsrepertorien der österreichischen Länder)