Boden (Gemeinde Pfafflar)

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Boden (Gemeinde Pfafflar) (Rotte)
Boden (Gemeinde Pfafflar) (Österreich)
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Basisdaten
Pol. Bezirk, Bundesland Reutte (RE), Tirol
Pol. Gemeinde Pfafflar
Ortschaft Boden
Koordinaten 47° 17′ 2″ N, 10° 36′ 21″ O47.28388888888910.6058333333331357Koordinaten: 47° 17′ 2″ N, 10° 36′ 21″ Of1
Höhe 1357 m ü. A.
Einwohner d. stat. Erh. 40 (k.A. Hilfef3f0)
Postleitzahl A-6647f1
Vorwahl +43/05635f1
Offizielle Website
Statistische Kennzeichnung
Zählbezirk/Zählsprengel Pfafflar f1
Quelle: STAT: Ortsverzeichnis; BEV: GEONAM

Boden ist eine 1356 m ü. A.[1] hoch gelegene Ortschaft der Gemeinde Pfafflar (Bezirk Reutte, Tirol). Zu ihr gehören die Weiler: Brandegg, Unterhaus, Pfafflar und Ebele.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

siehe: Ortsartikel der Gemeinde Pfafflar

Boden hat heute etwa 40 Einwohner und mit starker Abwanderung zu kämpfen.[2]

Tourismus

Im Sommer ist das zentral in den Lechtaler Alpen gelegene Boden Ausgangspunkt für viele Wanderungen in die Bergwelt. Mehrere AV-Hütten sind beliebte Wanderziele, wie die Hanauer Hütte (1.922 m), die Anhalter Hütte (2.038 m) oder die Muttekopfhütte (1.942 m). Weiters bieten sich Gipfeltouren (z. B. Falscher Kogel, Kogelseespitze, Wetterspitze) zum Wandern und Klettern an.

Im Winter hat sich Boden, durch sanfte Skiwiesen mit zwei Übungsliften beim Dorf, hauptsächlich auf Skischulgruppen spezialisiert. Als Ausgangspunkt für Skitouren gelangte Boden erst in den letzten Jahren zu Beliebtheit.

Lawinenunglück

Am 10. Februar 1984 wurde Boden von einer Lawine heimgesucht, die mehrere Gebäude des Ortes zerstörte. Weil keine Menschenleben zu beklagen waren wurde als Dank ein Gipfelkreuz auf dem Habart errichtet. Inzwischen ist dieser Lawinenstrich von der Lawinenverbauung so gut gesichert, dass nach menschlichem Ermessen, sich diese Lawine nicht wiederholen kann.[3]

Sehenswertes

Kirche zum Hl. Joseph in Boden

Die erste Kapelle in Boden wird 1742 erstmals urkundlich erwähnt. Im Jahr 1808 gab der Erzbischof die Erlaubnis, dass in der Kapelle Messopfer dargebracht werden dürfen. Kurz nach der Kaplaneistiftung, wurde der erste Kaplan, Johann Leitgeb, nach Boden beordert. In den folgenden Jahren baute man eine Sakristei an, eine Kanzel und ein Holztürmchen mit zwei Glöckchen.

1838 erfolgte der Kirchenneubau nach dem Plan von Anton Falger aus Elbigenalp. Die Barock-Orgel der Kirche stammt aus Häselgehr und dürfte die älteste Orgel im Bezirk Reutte sein. Sie wurde 1843 von den Dorfbewohnern gekauft. 1844 stürzte der Turm teilweise ein – jedoch wurde er ein Jahr später wieder aufgebaut, aber nicht mehr ganz so hoch. 1864 weihte Hochwürden Vinzenz Gasser die neuerbaute Josefskirche ein. Im Jahr 1874 werden drei Glocken erwähnt, von denen die mittlere zersprungen war. Die größte der drei Glocken ist historisch denkwürdig. Sie wurde gespendet vom damaligen Landesfürst von Tirol. 1630 musste sie umgegossen werden, dies machte eine Spende des Bischofs von Passau möglich. Warum diese Glocke solche Gunst genoss, ist in keiner Chronik verzeichnet. Auf ihrer Inschrift steht: "Meinen Klang, den schick ich aus und ruf das Volk zum Gotteshaus". Der Hochaltar von 1840 besteht aus einem neuromanischen Aufbau mit den Figuren Hl. Josef mit Jesus, Petrus und Paulus. Der linke Seitenaltar ist in neuromanischer Bauweise gestaltet und mit einer neugotischen Herz-Jesu-Statue geschmückt; der ebenfalls neuromanische rechte Seitenaltar trägt eine neugotische Herz-Mariä-Statue. Linker Seitenaltar: neuromanische Bauweise mit neugotischer Herz-Jesu-Statue; rechter Seitenaltar: ebenfalls neuromanisch mit neugotischer Herz-Mariä-Statue. Glasmalereien von Bernhard Strobl aus dem Jahr 1908 zeigen das Lamm Gottes und einen Pelikan; im Langhaus befinden sich der Heilige Martikn und Hedwig, 1963 von J. Widmoser angebracht. Betsaal und Presbyterium sind mit dekorativen Schablonenwandmalereien verziert.

Patrozinium: 19. März

Literatur

Einzelnachweise

  1. Bundesamt für Eich- und Vermessungswesen: Österreichische Karte 1:50.000, AMAP Online, abgerufen am 10. Dezember 2011
  2. Florian Gasser: Wie ein Tal stirbt. In: Die Zeit. 28. Juli 2011, abgerufen am 30. Juli 2011.
  3. Walter Lechleitner, Lawinen, ISBN 978-3-901821-16-5