Brixen im Thale

Brixen im Thale
Wappen von Brixen im Thale
Brixen im Thale (Österreich)
Brixen im Thale
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Tirol
Politischer Bezirk: Kitzbühel
Kfz-Kennzeichen: KB
Fläche: 31,38 km²
Koordinaten: 47° 27′ N, 12° 15′ O47.4512.25794Koordinaten: 47° 27′ 0″ N, 12° 15′ 0″ O
Höhe: 794 m ü. A.
Einwohner: 2.673 (1. Jän. 2012)
Bevölkerungsdichte: 85,18 Einw. pro km²
Postleitzahl: 6364
Vorwahl: 05334
Gemeindekennziffer: 7 04 02
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Dorfstraße 93
6364 Brixen im Thale
Website: www.brixen.tirol.gv.at
Politik
Bürgermeister: Ernst Huber (ÖVP)
Gemeinderat: (2010)
(15 Mitglieder)
8 ÖVP, 3 SPÖ, 4 Wir für ein starkes Brixen
Lage der Gemeinde Brixen im Thale im Bezirk Kitzbühel
Aurach bei Kitzbühel Brixen im Thale Fieberbrunn Going am Wilden Kaiser Hochfilzen Hopfgarten im Brixental Itter Jochberg Kirchberg in Tirol Kirchdorf in Tirol Kitzbühel Kössen Oberndorf in Tirol Reith bei Kitzbühel Schwendt St. Jakob in Haus St. Johann in Tirol St. Ulrich am Pillersee Waidring Westendorf TirolLage der Gemeinde Brixen im Thale im Bezirk Kitzbühel (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
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Die Gemeinde Brixen liegt etwa in der Mitte des Brixentals, im Hintergrund der Wilde Kaiser
Die Gemeinde Brixen liegt etwa in der Mitte des Brixentals, im Hintergrund der Wilde Kaiser
(Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria)

Brixen im Thale, gesprochen Brixn, ist eine Gemeinde in Tirol in Österreich mit 2673 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2012). Sie ist der Hauptort des Brixentals und liegt inmitten der Kitzbüheler Alpen. Die Gemeinde liegt im Gerichtsbezirk Kitzbühel.

Inhaltsverzeichnis

Geografie

Geografische Lage

Brixen im Thale liegt mit 794 Meter Seehöhe auf dem höchsten Punkt des Brixentals in einem kleinen Talkessel inmitten der Grasberge der Kitzbüheler Alpen. Neben den Ortskern besteht das Dorf aus mehreren Fraktionen, die über das gesamte Gemeindegebiet verstreut sind. Südlich der Gemeinde zweigt das Brixenbachtal ab, welches dicht bewaldet ist und als Naturerholungsgebiet bekannt ist. Die Berghänge nördlich der Gemeinde (als 'Sonnberg' oder 'Sonnseitn' bezeichnet) werden größtenteils landwirtschaftlich genutzt und sind nur vereinzelt von Nadelwald durchsetzt. Die Hänge südlich des Dorfes (als 'Schattseitn' bezeichnet) sind mit Ausnahme vereinzelter Almflächen Nadelwald.

Flüsse: Im Gemeindegebiet finden sich mehrere Quellflüsse. Der Schleicherbach, Lauterbach und Brixenbach sind die größten Flüsse und vereinigen sich im Gemeindegebiet zur Brixentaler Ache. Weitere kleinere Nebenflüsse sind der Achenbergbach, Badhausbach, Bahngraben, Gauxgraben, Grabnerbach, Jodlbach, Kranzbach, Lasslgraben, Santenbach und Winschbach.

Berge: Der höchste Berg der Gemeinde ist der Fleiding mit 1892 m ü. A.. Nordöstlich des Ortes erhebt sich der Gebirgszug der Hohen Salve mit 1829 m ü. A., nördlich davon befindet sich der Zinsberg mit 1674 m ü. A.. Südlich des Ortes befinden sich Nachtsöllberg mit 1886 m ü. A. und Gaisberg mit 1767 m ü. A., unterteilt durch das Tal des Brixenbachs.

Ortsteile

Die Gemeinde Brixen im Thale besteht aus den Ortsteilen Achenberg, Brixen-Zentrum, Buchberg, Buchschwent, Feuring, Griesberg, Hof, Lauterbach, Maria-Luisenbad, Ritschberg, Salvenberg, Schön, Oberer Sonnberg, Unterer Sonnberg, Vordermoosen und Winkl.

Nachbargemeinden

An Brixen grenzen die Gemeinden Ellmau, Kirchberg in Tirol, Söll und Westendorf.

Söll Söll, Ellmau Ellmau
Westendorf Nachbargemeinden Kirchberg in Tirol
Westendorf Westendorf, Kirchberg in Tirol Kirchberg in Tirol

Geschichte

Das Gemeindegebiet von Brixen war schon zu Urzeiten besiedelt. Etwa 3000 v. Christus kamen die Kelten in das Tal und errichteten kleine Ortschaften. Beweise dafür sind archäologische Funde wie Beile und Schwerter sowie auch ein Urnenfriedhof in der Nähe von Brixen. Zu dieser Zeit wurde vermutlich schon Kupfer abgebaut.

Der Name Brixen ist höchstwahrscheinlich keltisch-römisch geprägt. Er kommt vom Namen „Prixina“, was so viel wie Berg bedeutet. Des Weiteren weist dieser auf eine dauerhafte Siedlungstätigkeit hin. Im 3. Jahrhundert nach Christus kamen die Römer ins Tal und erbauten am heutigen Platz der Pfarrkirche einen kleinen römischen Profanbau, der als geistliche Stätte diente.

Etwa im Jahre 788 ließ der damalige Bischof Arn von Salzburg die „Indiculus Arnonis“ anfertigen. Es handelt sich hierbei um eine Liste der ältesten Besitztümer Salzburgs. Im selben Jahre wurde auch eine Pfarre in Brixen angeführt. Sie war damals die einzige Pfarre im gesamten Tiroler Unterinntal und gehört somit zu den ältesten des Erzbistums Salzburg. Im Jahre 902 überfielen die Diepoldinger-Rapotonen die Region. Um 1165 gab es erstmals einen Pfarrer, der als Vikar für alle Pfarren im Brixental zuständig war. 1312 kam die gesamte Region zum Erzbistum Salzburg.

Anno 1481 erwähnte man die Taz-Bibliothek im Pfarrwidum, die 1473 von Wilhelm Taz (Pfarrer und Lehrer) gestiftet und nach ihm benannt wurde. [1] Des Weiteren gab es damals schon eine kleine Schule im Ort.

Zu Beginn des 17. Jahrhunderts wurde Bergbau betrieben und hauptsächlich Kupfer abgebaut, das in der Nachbargemeinde Kirchberg in Tirol verarbeitet wurde. Ende des 18. Jahrhunderts wurde der Bergbau wieder eingestellt.

Im Mai 1812 wurde Brixen zum Dekanat erhoben. Dabei wurden alle Pfarren im Brixental mitsamt den Filialkirchen zu einem Dekanat zusammengeschlossen. Der damalige Pfarrer Wolfgang Hechenberger in Brixen wurde von der staatlichen Verwaltung in München zum ersten Dekan erhoben und hatte somit die kirchliche Herrschaft über das gesamte Tal inne.

Das Brixental wurde auch im Zweiten Weltkrieg von Bombardierungen und Kriegsgefechten nicht verschont. Augenzeugen berichten, dass einige Bomben auf der Filzalm sowie im Aunerwald bei Westendorf für Testzwecke abgeworfen wurden. Hier befinden sich auch heute noch einige, die nicht entschärft wurden. Des Weiteren wurde der Bahnhof in Kirchberg vollkommen zerstört. Viele Einheimische mussten Zwangsarbeiten durchführen und sowohl viele junge und als auch ältere Männer wurden gezwungen, in den Krieg zu ziehen. Die Zahl der Opfer war für Gemeinde verheerend. Heute kann man die Gefallenen des Ersten und Zweiten Weltkriegs am Kriegerdenkmal westlich der Kirche zu Brixen ablesen.

Pfarrkirche mit Dorf

Nach dem Krieg ging es nur zaghaft bergauf. Die gesamte einheimische Bevölkerung musste lange Zeit nur mit dem auskommen, was sie hatten. Jedoch erholte sich schließlich die Wirtschaft nach einigen Jahren rasant. Es wurden vermehrt Häuser gebaut und auch kleine und mittlere Betriebe siedelten sich wieder an. Neben der Landwirtschaft gewann auch der Tourismus immer mehr an Bedeutung.

Bemerkenswert ist, wie sich das Dorf in den letzten Jahren entwickelt hat. Statt der Entwicklung eines üblichen Haufendorfes breitete sich der menschliche Lebensraum über die Länge des gesamten Gemeindegebietes aus. Rund um die Kirche gibt es heute wenige Häuser, wohingegen die Ortsteile Lauterbauch und Winkl-Feuring sich zu den größten Siedlungen des Dorfes entwickelten. 2007 wurde durch den Bau der Umfahrung der Durchzugsverkehr durch das langgestreckte Dorf stark eingeschränkt. 2009/2010 wurde der alte Dorfplatz umgestaltet und größten Teils neu errichtet und soll das Ortsbild von Brixen verschönern und repräsentativer machen.

Zu Fronleichnam findet der traditionelle Antlassritt statt, der auf den Dreißigjährigen Krieg zurückzuführen ist. Dabei hatten laut zahlreichen Erzählungen die „Enterlender Bauern“, das sind die Brixner, Kirchberger und Westendorfer, an der Grenze zu Kitzbühel die Schweden am Klausenbach erfolgreich zurückgeschlagen. Der Ritt führt bis zur Klausenkapelle in Kirchberg und soll an den damaligen Erfolg erinnern.

Bevölkerung

Das Bevölkerungswachstum von Brixen im Thale hat sich in den letzten Jahren deutlich erhöht. Im Jahre 1869 hatte man 992 Einwohner gezählt, 1951 gab es 1620 Einwohner und bei der Volkszählung im Jahre 2001 2574 Einwohner.

Bevölkerungsentwicklung


Zweitwohnsitzproblematik

Brixen im Thale hat im Bezirk Kitzbühel die meisten Zweitwohnsitze gemeldet. Auf 100 Hauptwohnsitze fallen 60,2 Zweitwohnsitze. Das sind in etwa 1610 Personen, die zusammengefasst mit den amtlich gemeldeten Bürgern eine Bevölkerungszahl von ca. 4300 Einwohner ergibt. Die Quote liegt noch vor Kitzbühel (59,5 oder 4887 Zweitwohnsitze), Westendorf (58,6), Reith bei Kitzbühel (56,3) und Jochberg (55,9). Dass in Brixen so viele zweitwohnsitzamtlich gemeldet sind, hat einerseits den Grund, dass in den letzten Jahren viele Altbauten von Nicht-Gemeindebürgern gekauft, saniert und ausgebaut worden sind, andererseits geht die Gemeinde bei Neuwidmungen sehr streng vor, denn in Tirol gibt es nur mehr die Vertragsraumordnung. Der Trend nach einem Zweitwohnsitz ist weiter steigend. Des Weiteren gehen viele Gemeinden im Bezirk streng gegen illegale Hauptwohnsitze vor, es wurde jedoch vom Brixener Bürgermeister betont, dass auch diese Fälle nicht immer bewiesen werden kann, ob alles legal gemeldet wird, vor allem wenn Rentner aus anderen Ländern (z.B. Deutschland oder den Niederlanden) sich in österreichische Gemeinden niederlassen.

Gemeideranking Bezirk Kitzbühel

Aktuelle Einwohnerzahlen (31.Dezember 2010) zeigen, dass die Gemeinde Brixen in der Top-ten-Wertung der Einwohnerzahlen den neunten Platz belegt. Brixen im Thale ist eine der wenigen Gemeinden im Bezirk, die in den letzten Jahren (fast) immer eine positive Bevölkerungswachstumsrate zu verzeichnen hatte.

Politik

Gemeinderat

Der Gemeinderat besteht aus 15 Mitgliedern, wobei der Bürgermeister den Vorsitz führt.

Der Gemeinderat setzt sich wie folgt zusammen (2010):

Gemeindevorstand

Der Brixener Gemeindevorstand besteht aus 5 Mitgliedern. Den Vorsitz hat der Bürgermeister, der von der Brixener Bevölkerung direkt gewählt wird. Der Vizebürgermeister wird vom Gemeinderat gewählt.

  • Bürgermeister Ernst Huber, (ÖVP)
  • Vizebürgermeister Simon Schroll, (Wir für ein starkes Brixen)

Wappen

Wappen

Wappenbeschreibung:

Ein schwarzes nach unten gerichtetes Randleistenbeil auf Silber.


Die abgebildete bronzezeitliche Axt wurde im Gemeindegebiet Brixen - etwas unterhalb der Hohen Salve - gefunden. Als Wappenmotiv versinnbildlicht sie das hohe Alter dieser Gemeinde, deren Name ebenfalls weit in die vorrömische Zeit zurückweist und so viel wie ‚Berg‘ bedeutet. Die Pfarrkirche zu Prixina ist bereits im 8. Jahrhundert schriftlich bezeugt.

Das Wappen wurde am 3. Oktober 1972 von der Tiroler Landesregierung der Gemeinde verliehen.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Bauwerke

Dorfplatz mit der Dekanatspfarrkirche
  • Friedhofskapelle: Sie befindet sich westlich von der Dekanatspfarrkirche und ist durch ein geschwungenes Giebeldach gekennzeichnet. Sie ist heute ein Kriegerdenkmal und wurde 1734 erbaut.
  • Jager-Kapelle: Diese Kapelle befindet sich zwischen Brixen und Kirchberg und wurde um 1880 errichtet. Es handelt sich um einen einjochigen turmlosen Bau mit dreiseitigem Chor und Spitzbogenfenstern. Die Decken sind mit neugotischen Malereien versehen. Einer Sage zufolge stießen gegen Ende des 17. Jahrhunderts an diesem Ort immer zwei Särge zusammen, das bei den Menschen für Unwohl sorgten. Jedoch handelte es sich hier vermutlich um ein Zeichen Gottes. Nach der Fertigstellung der Kapelle hörte man nie mehr wieder solche Stöße und der Spuk war vorbei.
  • Weidach- bzw. Walterkapelle: Eine um 1779 errichtete quadratische Barockwegkapelle mit Madonna und Kind, die auf einer schlangen-umschlungenen Weltkugel steht. Diese Kapelle dient einerseits als „Totenrast“ bei Begräbnissen, andererseits ist sie der vierte Evangelienaltar bei der Prozession nach Lauterbach.
  • Hofer-Kapelle: Etwa um 1880 errichtete einfache Holzkapelle mit dreiseitigem Chor und einem Satteldach. Im Innenraum findet man einen kleinen Säulenaltar. 1979 wurde fast das gesamte Inventar gestohlen, unter anderem auch zwei Barockfiguren.
  • Mosen-Kapelle: Diese Kapelle wurde 1864 aus Holz erbaut und weist ein weit vorspringendes Satteldach auf. Der Innenraum ist sehr eng und dunkel. Hinter einem geschmiedeten Gitter findet man einen spätklassizistischen, leicht marmorierten Holzaltar. Das Altarbild zeigt die Schutzmantelmadonna und wurde im selben Jahr der Erbauung gemalt. Des Weiteren findet man zwei schön geschnitzte Rokokostatuten des heiligen Dominikus und der heiligen Katharina von Siena.

Musik

Neben der Musikkapelle gibt es zahlreiche andere Volksmusikgruppen in Brixental. Des Weiteren besteht ein Kirchenchor seit längeren Jahren schon.

Bildung

Volksschule Brixen im Thale

Ein Schulhaus in Brixen gab es schon vor mehr als 250 Jahren. Etwa im Jahre 1730 errichtete man einen Holzbau. Es stand wenige Meter südlich der heutigen Pfarrkirche, ganz knapp am Straßenrand. Zu diesen Zeiten war das Schulhaus zugleich auch das Mesnerhaus. Es war klein und eng und es herrschte absoluter Raummangel. Damals gingen in den Sommermonaten schon 50 Kinder in die Schule, im Winter waren es sogar 80 bis 90 Kinder.

1841 wurde das alte Schulhaus aus Holz komplett baufällig und man zog in Betracht, dieses durch ein Steingebäude zu ersetzen. Als schließlich die Pläne konkretisiert wurden, konnte man mit dem Bau beginnen. 1854 wurde das neue Haus fertiggestellt. Zunächst baute man das Gebäude einstöckig. Außerdem musste es genau an der gleichen Stelle wieder aufgebaut werden.

Das Steinschulgebäude wurde jedoch nach etwa 100 Jahren (1922) zu klein für die Bevölkerung, denn die Zahl der Klassen wuchs auf vier an. So erweiterte man das Haus um einen Stock aus massivem Holz. Leider gab es damals einige Bauverzögerungen, sodass der Unterricht erst nach einem Jahr wieder aufgenommen werden konnte.

Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs mussten alle Klassenräume bis auf einen geräumt werden. In diesen wurden Flüchtlinge untergebracht. Erst in der zweiten Jahreshälfte 1945 wurde der Unterricht wieder aufgenommen.

Anno 1950 installierte man im Schulhaus eine Zentralheizung. Bei diesen Arbeiten stieß man im Keller auf alte Grundmauern, die wohl von einem Haus aus dem 16. Jahrhundert stammten. Sie könnten von einer Überschwemmung eingesandt worden sein.

1954 wurde mit einem neuerlichen Erweiterungsbau begonnen. Jetzt gab es schon sechs Klassen. Da in den früheren Zeiten der Eingang an der Straßenseite lag, wurde dieser aufgrund des größeren Verkehrsaufkommens nun an die Westseite verlegt. Außerdem verkürzte man die Länge der Schulräume, um Platz zu sparen.

Bis 1982 wurden alle Schüler in diesem Schulhaus unterrichtet. Da die Bevölkerung ständig wuchs, musste nun eine neue Lösung entwickelt werden. Da das alte Schulgebäude durch den immer stärkeren Durchzugsverkehr stark in Mitleidenschaft gezogen wurde, hatte die Gemeinde mit den zuständigen Architekten beschlossen, dieses baufällige Gebäude nicht mehr zu sanieren, denn das wäre zu teuer gekommen. So suchte man einen neuen Standort für den Bau einer Volksschule, Hauptschule, einer Polytechnischen Schule und eines Sonderpädagogischen Zentrums.

Die Pläne für die Hauptschule und für das Sonderpädagogischen Zentrums wurden schlussendlich an die Gemeinde Westendorf abgegeben, da Brixen durch eine geringere Schüleranzahl den Schulbetrieb nicht aufrechterhalten hätte können, was sich jedoch als falsch herausstellt, denn die Gemeinden Brixen und Westendorf sind als Schulsprengel zusammengeschlossen worden und somit hätte sich die Schüleranzahl wieder ausgeglichen.

Der heutige, etwa 100 Meter östlich von der Kirche entfernte Standort, wurde für das neue Schulhaus, das 1981 erbaut wurde, verwendet. Hier war der Boden so weich, dass man glatt darin versinken konnte. Vor Baubeginn mussten daher 17 Pfähle in eine Tiefe von 14! Meter in den Boden geschlagen werden, um diesen eine Standfestigkeit zu geben.

1982 konnten dann schließlich alle Arbeiten am Gebäude abgeschlossen werden. Die Kosten für den Polytechnischen Lehrgang wurden auf die Gemeinden Kirchberg, Brixen und Westendorf aufgeteilt. Alle anderen Kosten wurden vom Bund, Land und Gemeinde getragen.

Heute gibt es zehn Klassen in der Volksschule und zwei Klassen in der Polytechnischen Schule.

Polytechnisches Zentrum Brixen im Thale

Die Polytechnische Schule in Brixen ist noch jung. Am 13. September 1982 startete man den ersten polytechnischen Lehrgang im neuen Schulhaus. Schon im Jahre 1966 übernahmen OSR Herbert Sojer und seine Frau SR Rosa Sojer einen polytechnischen Lehrgang in der Nachbargemeinde Kirchberg in Tirol. Die Brixner Schüler fuhren damals nach Kirchberg, in Westendorf war die polytechnische Schule an die Hauptschule angeschlossen. Der Werkraum der Buben befand sich in einem aufgelassenen Brausebad und die Mädchen hatten den Kochunterricht in der Klasse. 1968 begann der Unterricht im Kirchberger Schulhaus, aber auch dort hatte man sehr unter der Raumnot zu leiden. Schließlich konnte der damalige Brixner Bürgermeister Johann Werlberger erreichen, dass Brixen im Thale Schulstandort für das Polytechnische Zentrum für die drei Brixentaler Gemeinden wurde. So begannen im September 1982 die ersten Schuleinschreibungen.

Von 1966 bis 1982 wurden 845 Schüler unterrichtet. Bis heute sind es 1203 Mädchen und Knaben.

Zu den damaligen Lehrkörpern gehörten folgende:

  • Herbert Sojer (seit 1991 in Pension)
  • Rosa Sojer († 1994)
  • Franz Stöckl (von 1991 bis 2004 Direktor)
  • Thomas Hausberger (derzeit im Krankenstand)
  • Elisabeth Wolf (Hauswirtschaft; in Pension)
  • Manfred Prodinger (Religion; in Pension)

Durch den damaligen Direktor OSR Herbert Sojer wurde es ermöglicht, dass nach Ende eines Schuljahres das sogenannte „Polybuch“ mit Lederumschlag gebunden wird. Dabei handelt es sich um ein Buch, das den gesamten Lehrstoff beinhaltet, den die Schüler in diesem Jahr lernen. So entstehen manchmal sehr dicke Bücher. Des Weiteren wird mit großem Engagement darauf hingearbeitet, dass die Schülerabgänger eine fixe Lehrstelle vorweisen können.

Bis heute hat sich einiges geändert. Zu den heutigen Lehrpersonen gehören folgende:

  • Walter Leitner-Hölzl
  • Theresia Stöckl
  • Thomas Hausberger (derzeit im Krankenstand)
  • Karin Schwingenschlögl
  • Michael Pfleger
  • Thomas Thöni (auch Hauptschullehrer in Westendorf)
  • Martina Kriegl (auch Hauptschullehrerin in Westendorf)

Im Schuljahr 1997/1998 führte man folgende Fachbereiche ein. Somit wird eine fundierte Grundausbildung garantiert:

Im Schuljahr 2009/10 erhielt die PTS Brixen den Förderpreis des Unterrichtsministeriums und wurde zertifizierte Schule. Im laufenden Schuljahr gelang es ihr erneut. [2]

Dorfgestaltung und Wohnqualität

Neuer Dorfplatz von Brixen im Thale

Von 2009 bis 2010 wurden am Dorfplatz, der vor dem Gemeindehaus liegt, umfangreiche Sanierungs- und Umbauarbeiten durchgeführt. Dabei wurde das Pflaster erneuert und der Platz vergrößert und erhöht. Der Brunnen wurde an einen neuen Platz neben der Buche, die erhalten bleiben musste, versetzt. Für das Steinpflaster verwendete man roten und weißen Stein. Rund um dem Brunnen und für die Bushaltestelle wurden Sitzgelegenheiten mit eingebaut.

Die Straße von der „Brixner Höhe/Aschaber“ bis zum „Brixnerwirt“ wurde erneuert. Damit wird eine Verlangsamung des Verkehrs durch den Ortskern angestrebt.

Am 10. Mai 2008 wurde nach dreijähriger Bauzeit eine Umfahrungsstraße eröffnet, die das Ortszentrum vom ziemlich starken Durchzugsverkehr befreit. Seitdem diese Umfahrung der Gemeinde besteht, hat sich die Wohnqualität erheblich verbessert. In den letzten vier Jahren hat wurden große Wohnungsbauten, speziell für Einheimische, geschaffen.

Die Gemeinde setzt auf Zuwanderung und vor allem auf das Wachstum der Wirtschaft. In Zukunft werden weitere Bauflächen im Süden der Gemeinde zur Verfügung gestellt werden, damit der eigentliche Ortskern besser zur Geltung kommt.

Das neue Gewerbegebiet westlich von Brixen. Es ist noch um 7.000 m² erweiterbar.

Wirtschaft und Infrastruktur

Die Wirtschaft in Brixen erlebte in den letzten Jahren einen deutlichen Aufschwung. Dienstleistungen, der Handel und das Gewerbe entwickelten sich zu den größten Wirtschaftssektoren. Durch den Ausbau des Gewerbegebiets westlich des Ortes konnten sich hier viele Unternehmen ansiedeln. In Zukunft arbeitet man an einem Konzept, dass die Einkaufssituation im Ort verbessern soll. Zu den derzeit größten Unternehmen in Brixen zählen folgende:

  • AWZ-Brixental
  • Glasbau Hirzinger GmbH
  • Brugger Transporte GmbH
  • Tischlerei Helmut Hehenberger
  • Spedition Strobl und das Schotterwerk Jagerberg (Fa. Schermer).
  • Gas-, Wasser- und Heizungsinstallation Bucher
  • Kunstschmieden Fa. Unterrainer
  • Gerberei Niederkofler
  • BergWelt Appartements

Landwirtschaft

Die Landwirtschaft Brixens ist neben der Wirtschaft der größte Arbeitgeber im Dorf. Da der Talboden maximal 1,5 km breit ist, befinden sich die Landwirtschaftsbetriebe hauptsächlich auf den sonnigen Hängen nördlich der Besiedlung, denn hier gewährt das warme aber auch niederschlagsreiche Klima eine optimale Nutzung und bringt jedes Jahr viel Ertrag.

Tourismus und Sport

Der Tourismus hat in Brixen große Bedeutung. Schon zu Kaiserzeiten war Brixen als Kurort berühmt. Heute hat der Ort mehr als 3.000 Gästebetten mit jährlich etwa 300.000 Übernachtungen, wobei der Winter stärker gebucht ist als der Sommer. Somit zählt Brixen zu den größeren Tourismusorten Tirols. Brixen hat Anschluss an das Skigebiet Wilder Kaiser-Brixental. Mit etwa 100 Liften und 290 km Pisten ist es das größte Skigebiet Österreichs und das drittgrößte der Welt. Seit 2008 besteht eine direkte 8er-Gondelbahnverbindung auf die Choralpe im Skigebiet Westendorf. Außerdem gibt es seit 2009 das Alpeniglu-Dorf auf Hochbrixen. In Zukunft will man sich mit dem Skigebiet Kitzbühel-Kirchberg zusammenschließen. Die touristische Infrastruktur verfügt vom Hotel bis zum Campingplatz und vom Restaurant bis zur Diskothek über ein breit gefächertes Angebot und ermöglicht den Gästen sich optimal zu erholen. Außerdem können zahlreiche Freizeitangebote genutzt werden.

  • Freischwimmbad mit Badesee
  • zahlreiche beschilderte Wander -, Rad und Mountainbikewege
  • öffentliche Tennisplätze
  • Fischerparadies Erlensee
  • Bergbahn Brixen im Thale
  • Bergerlebnis "Zauberhafter Filzalmsee"

u.v.m.

Medien

Seit vielen Jahren schon existiert in Brixen die "Brixner Zeitung - Unter uns", eine monatlich erscheinende Dorfzeitung, die von der Erwachsenenbildung Brixen und der Pfarre herausgegeben wird. Sie steht sowohl der Gemeinde als auch allen Vereinen und Institutionen zur Verfügung und wird gratis an alle Haushalte verteilt.

Öffentliche Einrichtungen

  • Kläranlage im Nachbarort Westendorf
  • Bauhof
  • Altenwohnheim
  • Freizeitanlage Brixen im Thale mit großem Badesee

Weitere Einrichtungen:

  • Pfarrbücherei (Taz-Bibliothek)
  • Aula der Volksschule Brixen für Theateraufführungen, Vorträge und sonstige Veranstaltungen

Verkehr

Brixen liegt an der Brixentalstraße B170, die von Wörgl nach Kitzbühel führt. Über die Salzburg-Tiroler-Bahn der ÖBB ist der Ort ebenfalls erreichbar. Interessant dabei ist, dass der Bahnhof in der Mitte, ca. 22,36 km in beide Richtungen, zwischen den Hauptbahnhöfen Wörgl und St. Johann in Tirol liegt.

Persönlichkeiten

Literatur

  • Sebastian Posch (Hrsg.): Brixen im Thale 788-1988. Ein Heimatbuch. Innsbruck: Universitätsverlag Wagner, 1988. ISBN 3-7030-0200-X.

Weblinks

Wiktionary Wiktionary: Brixen – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Medien:

 Commons: Brixen im Thale – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Taz-Bibliothek. In: Handbuch der historischen Buchbestände in Deutschland, Österreich und Europa. Bernhard Fabian, 2003, abgerufen am 12. Februar 2011.
  2. Brixner Zeitung - Unter Uns. Erwachsenenbildung Brixner Zeitung "Unter Uns", 2012, abgerufen am 5. Juli 2012.

Panorama

Blick auf Brixen