Brunnenhöhle

Brunnenhöhle
Lage: Niederösterreich, Österreich f3
Höhe: 280 m ü. A.
Geographische
Lage:
47° 57′ 52,9″ N, 16° 12′ 23″ O47.964716.20639280Koordinaten: 47° 57′ 52,9″ N, 16° 12′ 23″ O
Brunnenhöhle (Niederösterreich)
Brunnenhöhle
Katasternummer: 1911/8
Typ: Konglomerathöhle
Gesamtlänge: 131 m

Die Brunnenhöhle (auch Mainonihöhle genannt, Katasternummer 1911/8) ist eine 131 m lange Konglomerathöhle am Grunde eines Brunnenschachtes in Gainfarn, einem Ortsteil der niederösterreichischen Stadt Bad Vöslau. Die Höhle wurde erstmals 1847 durch Adolph von Morlot beschrieben[1], im Jahre 1980 waren erst 60 m Ganglänge erforscht.

Inhaltsverzeichnis

Lage

Die Brunnenhöhle zählt mit ihren 131 m Gesamtganglänge zu den bedeutendsten Höhlen des Wienerwaldes. Die Höhle liegt laut Trimmelscher Gebirgsgruppengliederung in der Teilgruppe Hoher Lindkogel, in Gainfarn bei Bad Vöslau. Der obere Einstieg des Brunnenschachtes befindet sich auf dem Grundstück Hauptstraße Nr. 8 in Gainfarn auf 280 m Seehöhe.

Brunnenschacht

Im 20 m tiefen, die obersten 5 m gemauerten, Brunnenschacht mit knapp 1,5 m Durchmesser befindet sich eine alte, stark verrostete Leiter, die in die Tiefe, bis knapp oberhalb des Wasserspiegels, führt. Von dort kann man auf Eisentraversen wegsteigen. Der Schacht ist oben mit einem Betondeckel verschlossen. Die Wassertiefe wurde am 2. März 1985 mit 2 m gelotet.

Anschließende Gänge

Von den Traversen schlüpft man durch eine Engstelle in einen sehr niedrigen Raum mit lehmigen Boden. Im Osten befindet sich eine größere seichte Wasseransammlung. Nach Nordosten führt eine 20 m lange, ansteigende Kluft mit durchschnittlich 2 m Höhe. An deren Ende zweigt rechts ein Schluf ab, der wieder zurück nach Südwesten führt. Dieser nur 0,3 m hohe Höhlenteil wurde erst in den 80er Jahren erforscht. An dessen Ende befindet sich ebenfalls eine Wasseransammlung, die nur 2 m von jener im Eingangsbereich entfernt ist. Eine Verbindung dieser beiden Teile kann daher nicht ausgeschlossen werden. Am Ende der Kluft führt nach links ein weiterer Gang, der aber breiter und höher als der vorige ist, nach Nordosten, vorbei an kolkartigen Erweiterungen. Am dessen Ende werden Raumhöhen von bis zu 3 m erreicht.

Geologie

Die Höhle befindet sich in Tertiärkonglomerat. Im obersten Abschnitt führt der Schacht durch tonhältige Böden, bis er in einer Tiefe von 16 m ins Konglomerat gelangt. In den kolkartigen Formen der Höhlendecke sind beschädigter Sinterschmuck, sowie kleine, plumpe Excentriquebildungen zu sehen. In den sandigen Sedimenten des Bodens finden sich vereinzelt Bruchstücke von Sinterdecken und Deckensintergebilden. Alten Beschreibungen zufolge soll die Höhle früher jedoch schönen Tropfsteinschmuck aufgewiesen haben.

Literatur

  • Fink, Hartmann: Die Höhlen Niederösterreichs, Band 2 (S. 219), Band. 4 (S. 392, 393; Höhlenplan S. 392; Fotos S. 650)
  • Anonym: Neu entdeckte Höhle. Verhandlungen der k. k. geologischen Reichsanstalt, 6 (Wien), 1874
  • Anonym: 20 Meter unter der Hauptstraße: Erfolgreiche Höhlenforschung bei Wien. Wiener Montagblatt vom 11. Oktober 1937 (Wien)
  • Josef Bersch: Ueber die zu Gainfahren in Niederösterreich entdeckten Höhlenräume In: Verhandlungen der k. k. geologischen Reichsanstalt, 4. Wien 1867
  • M. H. Fink: Höhlen ohne natürliche Eingänge. Actes du 4e CIS, Bd. III (Ljubljana), 1968
  • Adolph von Morlot: Höhle in Vöslau. Berichte über die Mittheilungen von Freunden der Naturwissenschaften in Wien, Hrsg. Haidinger W. (Wien), 1848
  • F. Waldner: Die Brunnenhöhle in Gainfarn. Unsere Heimat (Wien), 1946

Einzelnachweise

  1.  Ami Boué: Über tertiäre Dolomit-Breccien, über Höhlen im Leitha-Conglomerate Vöslaus und über Seen und Teiche in geologischer Beziehung.. (http://www.landesmuseum.at/pdf_frei_remote/SBAWW_44_0618-0628.pdf, abgerufen am 15. September 2012).