Buchwerkstatt Thanhäuser

Die Buchwerkstatt Thanhäuser ist ein österreichischer Verlag, der 1989 von Christian Thanhäuser in Ottensheim gegründet wurde. Die bibliophilen Ausgaben des Verlages werden in aufwendiger Handarbeit hergestellt. Zum literarischen Programm gehören neue österreichische Lyrik und zweisprachige Ausgaben in der Reihe „RanitzDrucke“.

Geschichte

Christian Thanhäuser signiert 2010 ein Exemplar des von ihm illustrierten ersten Bandes der deutschsprachigen Gesamtausgabe von Jean-Henri Fabres Erinnerungen eines Insektenforschers.

Im Sommer 1989 gaben Christian Thanhäuser und Otto Kampmüller das literarische Heimatbuch „Ottensheim in der Literatur“ im Eigenverlag heraus. Als Verlagsnamen wählten sie „Edition Thanhäuser“.

Der Dichter Hans Carl Artmann, mit dem Thanhäuser befreundet ist, erfuhr von der Verlagsgründung. Er regte an, aus einem unveröffentlichten Manuskript ein Buch zu gestalten, mit Holzschnitten als Illustrationen. Thanhäuser schnitt in einer Arbeit von über 500 Stunden Dauer den gesamten Text mit Messern in Birnholz. Das Buch wurde auf der Frankfurter Buchmesse präsentiert und erntete großes Lob.

Die Einnahmen des Verlages wurden stets für den Aufbau der Buchwerkstatt verwendet, sodass im Laufe der Zeit hunderte Setzkästen aus aufgelassenen Druckereien und etliche Handpressen zur Verfügung standen.

Im Jahre 1997 wurde der Verlag mit dem V. O. Stomps-Preis der Stadt Mainz für seine Leistung in der Tradition des Verlegers Victor Otto Stomps ausgezeichnet.

RanitzDrucke

In der Reihe „RanitzDrucke“ erscheinen seit 1995 zweisprachige Ausgaben, unter anderem von tschechischen, slowenischen und ungarischen Autoren. Die Autoren erhalten dabei ein Stipendium für einen vierwöchigen Aufenthalt in Ottensheim, wo sie an der Drucklegung ihrer Werke partizipieren und so mit dem Handwerk des Holzschneiders, Handsetzers und Buchdruckers vertraut werden.

Zu den Autoren in dieser Reihe gehören Petr Borkovec (Prag), Drago Jancar (Ljubljana), László Márton (Budapest), die sorbische Dichterin Róza Domašcyna (Bautzen) und Mila Haugová (Bratislava).

Weblinks