Bundesrealgymnasium Innsbruck

Bundesrealgymnasium Innsbruck
Ansicht Gebäube zum Eingang
Schulform Realgymnasium
Gründung 1853
Ort Innsbruck
Bundesland Tirol
Staat Österreich
Koordinaten 47° 15′ 58,8″ N, 11° 23′ 32″ O47.26633333333311.392222222222Koordinaten: 47° 15′ 58,8″ N, 11° 23′ 32″ O
Träger Republik Österreich
Schüler 783
Lehrkräfte 89
Leitung Prof. Evelin Müller-Bürgel
Website www.brg-app.tsn.at

Das Bundesrealgymnasium Innsbruck am Adolf-Pichler-Platz (BRG APP) ist ein Realgymnasium mit mathematisch-naturwissenschaftlichem Schwerpunkt in Innsbruck. Im Schuljahr 2012/13 werden 783 Schüler in 33 Klassen unterrichtet.[1] Der Abschluss nach acht Jahren erfolgt durch die Reifeprüfung (Matura).

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

1853-1913

Die Schule wurde 1853 als Realschule mit mathematisch-naturwissenschaftlichem Schwerpunkt gegründet. Das erste Schulgebäude war das Haus, an dem sich das Goldene Dachl befindet. 1854 übersiedelt die Schule auf den Boznerplatz (früher Margaretenplatz). Im Jahr 1876 werden Schüler aufgrund Platzmangels abgewiesen, woraufhin die Schule im Jahr 1890 in das ehemalige Spital am Adolf-Pichler-Platz (früher Marktplatz) übersiedelt. Bereits zu dieser Zeit galt das Gebäude als baufällig.

1914-1944

Während des Ersten Weltkrieges wird der Schulbetrieb ausgelagert und das Gebäude am Adolf-Pichler-Platz als Lazarett verwendet. Im Zweiten Weltkrieg wird der Schulbetrieb aufgrund des Bombenkrieges ebenfalls ausgelagert.

1945-1992

Bereits 1945 nimmt das BRG als erste Mittelschule wieder seinen Betrieb wieder auf. 1962 tritt die Schulreform in Kraft und die Schule wird zum „Bundesrealgymnasium Innsbruck“. Im Mai 1969 wird ein Elternverein gegründet. Erst im Jahr 1986 wurde eine Sanierung der Schule bewilligt. Der Schulbetrieb wird während der Sanierung 1989 bis 1992 in die Gumppstraße verlegt.

1993-heute

2003 feierte die Schule mit einem Festakt im Stadtsaal und einem Festtag das 150-Jahr-Jubiläum der Schule.

Der sehr starke Andrang auf die Schule führte zu einem Anstieg der Schüler- und Klassenzahlen. Aufgrund der Platznot mussten ab dem Schuljahr 2003/2004 zwei Klassen in die Altstadt in die Schlossergasse ausgelagert werden. In den Schuljahren 2010/2011 und 2011/12 wurde auch die Räumlichkeit des ehemaligen Postamtes als Klassenzimmer genutzt.

Im Schuljahr 2010/11 wurde mit insgesamt 35 Klassen und fünf Maturaklassen jeweils ein historischer Höchststand erreicht, für die folgenden Schuljahre verspricht die Errichtung des fünften Gymnasiums in der Au Entlastung, womit das APP wieder auf 28-30 Klassen zurückgeführt werden könnte.

Ausblick

Die Zeit der großen Raumnot am BRG Adolf-Pichler-Platz wird mit dem Herbst 2014 der Vergangenheit angehören. In den schulfreien Sommerferien 2013 und 2014 wird im bisherigen Innenhof nach den Plänen des Architekten Axel Birnbaum eine eingeschoßige, brückenähnliche Überbauung Richtung Süden realisiert und auch der Altbestand adaptiert. Die neu gewonnenen sechs Klassenräume ersetzen nicht nur die zwei Klassenzimmer in der Schlossergasse, sondern machen auch wieder jene Sonder-Unterrichtsräume, die derzeit durch Regelklassen belegt sind, wieder für ihren angestammten Zweck frei. Weiters soll auch Platz für Nachmittagsbetreuung sowie einen Mittagstisch geschaffen werden. Die Dachflächen der Überbauung werden von den Schülern als Freiflächen genutzt werden können. Die reinen Baukosten für die im Eigentum der Stadt Innsbruck befindliche Immobilie sollen 1,5 Millionen Euro betragen, zusammen mit der Möbilierung mehr als zwei Millionen Euro.[2]

Erfolge

Das BRG Innsbruck nimmt immer wieder erfolgreich an den verschiedensten Wettbewerben wie der Chemieolympiade, der Physikolympiade, der Internationalen Mathematik-Olympiade, der Informatikolympiade, an Fremdsprachenwettbewerben, an Übungsfirmen, an Wettbewerben der Politischen Bildung, Sportwettkämpfen uvm. teil.

So belegten Paul Türtscher, Clemens Dietrich und Robin Poller im Schuljahr 2011/12 die drei vordersten Plätze bei der Chemieolympiade im Bundesland Tirol, Immanuel Plangger errang den fünften und Hannes Abfalterer den sechsten Platz. Paul Türtscher und Immanuel Plangger nahmen als Vertreter Tirols am Bundeswettbewerb in Wieselburg teil.[3] Schüler des APP errangen auch die ersten zwei Plätze bei der Physikolympiade auf Bundesländerebene. Thomas Heuschneider qualifizierte sich für den Bundeswettbewerb 1, Philipp Peringer für die Bundeswettbewerbe 1 und 2 und gehörte damit sogar zu den besten 15 Physik-Olympioniken Österreichs.[4] Nastassia Grimm belegte beim Bundeswettbewerb der Mathematik-Olympiade den fünften Platz und qualifizierte sich damit für den internationalen Wettbewerb in Südamerika.[5] In Mar del Plata (Argentinien) gewann sie die Bronzemedaille.[6] Beim Känguru der Mathematik gewannen Schüler des APP den Landesbewerb in der fünften, achten und zwölften Schulstufe und belegten in der Österreich-Wertung der ersten Klassen den zweiten und der achten Klassen den dritten Platz.[7]

Schüler des BRG APP belegten im selben Schuljahr in Tirol im Fremdsprachenwettbewerb Französisch den zweiten Platz, im Landeswettbewerb Europaquiz den vierten Platz, in Italienisch den fünften Rang, und Thomas Schutte gewann in Englisch nicht nur den Wettbewerb im Bundesland, sondern setzte sich in der Folge sogar im Bundeswettbewerb durch.[8]

Moritz Binder belegte den Vize-Staatsmeistertitel im Jugendschach, die Unterstufenmannschaft gewann den zweiten Platz bei den Basketball-Schulmeisterschaften Tirols, die Oberstufe den ersten Rang so wie auch die Beachvolleyballmannschaft der Unterstufe. Die Schüler Nina Markl, Agnes Pechlaner, Clemens Munter und Alessandro Valentini qualifizierten sich für die Finalrunde des European Youth Parliament in München bzw. Amsterdam.

Schulversuche

Ethik

Seit dem Schuljahr 2001/2002, damals beginnend (und in der Folge aufsteigend) mit den 5. Klassen, müssen konfessionslose Oberstufenschüler und Oberstufenschüler, die sich vom Religionsunterricht abmelden, den Unterrichtsgegenstand Ethik besuchen.

Musikklasse

Im Schuljahr 2000/2001 wurden in Kooperation mit der Musikschule Innsbruck sowie dem Tiroler Musikschulwerk erstmals zwei Unterstufenklasse mit musikalischem Schwerpunkt gegründet[9]. Auch die darauf folgenden Jahre wurden jeweils eine oder zwei neue Musikklassen gegründet. In der Oberstufe wird das Projekt durch das Wahlpflichtfach Musik weitergeführt.

Notebookklasse

Im Schuljahr 2001/2002 wurde eine Oberstufenklasse mit Notebooks ausgestattet. Das Ziel war es, die Notebooks in den Unterricht zu integrieren. Am Ende der 4 Jahre wurde nach der ebenfalls an den Notebooks verfassten Matura ein durchaus positives Resume gezogen, die häufigen Ausfälle der eingesetzten Notebooks wurden jedoch vom Projektkoordinator Eberhard Seipelt scharf kritisiert[10].

EDV-Klassen

EDV-Klasse am BRG-APP

Da sich zur Fortführung der Notebook-Klasse aufgrund der hohen Anschaffungskosten nicht genügend Schüler fanden wurde stattdessen beginnend im Schuljahr 2005/06 eine EDV-Klasse gegründet und das ehemalige Klassenzimmer der Notebookklasse mit PCs ausgerüstet. In den folgenden Schuljahren wurden weitere EDV-Klassen eingerichtet, sodass nun in der Oberstufe jeweils eine Klasse als Computerklasse eingerichtet ist, in der allen Schülern ein Computerarbeitsplatz zur Verfügung steht.

My Way, Studienchecker

Seit dem Schuljahr 2000/2001 werden an der Schule im Rahmen einer verstärkten Berufsorientierung, Bildungs- und Problemberatung tägliche Sprechstunden sowohl für Unter- als auch für Oberstufenschüler angeboten. Seit dem Schuljahr 2009/2010 nimmt die Schule am Programm Studienchecker des Bildungs- und Wissenschaftsministeriums für die 7. und 8. Klassen teil. Absolventen und Eltern bieten für Schüler der 7. Klassen Berufsorientierungsworkshops an.

Sonstiges

Die Schüler- und Schülerinnenzeitung appropos, erstmals erschienen am 21. Dezember 2009, erscheint seit September 2010 regelmäßig einmal pro Monat (Ferien ausgenommen). Über das abgelaufene Schuljahr informiert der jedes Jahr in der letzten Schulwoche in Buchform in einer Auflage von 1.000 Stück erscheinende und rund 200 Seiten umfassende Jahresbericht.

Schulleitung

  • Schulleiterin: Direktorin Prof. Mag. phil. Evelin Müller-Bürgel
  • Administrator: OStR. Prof. Mag. phil. „Friedl“ Friedrich Peer

Alumni

Name Tätigkeit Abschlussjahr
Clemens Holzmeister Architekt 1906
Thomas Müller Kriminalpsychologe 1982
Wolfgang Mader Extremsportler 1983

Literatur

  • Mag. Wolfgang Muth: Schulgeschichte. In: Jahresbericht Bundesrealgymnasium Innsbruck. 2002/2003
  • Dr. Wolfgang Reinstadler: Vier Jahre Projekt Musikklasse. In: Jahresbericht Bundesrealgymnasium Innsbruck. 2003/2004
  • Dr. Walter Besler: Schulchronik 1953-1978. In: Jahresbericht Bundesrealgymnasium Innsbruck. 1977/1978

Quellen

  1. http://www.tt.com/Tirol/5648462-2/gym-adolf-pichler-platz-startet-r%C3%BCckholaktion.csp
  2. http://www.tt.com/Tirol/5648462-2/gym-adolf-pichler-platz-startet-r%C3%BCckholaktion.csp
  3. http://regionaut.meinbezirk.at/innsbruck/chronik/brg-app-spitzenleistungen-bei-landeswettbewerb-fuer-chemie-olympiade-d187773.html
  4. http://regionaut.meinbezirk.at/innsbruck/chronik/brg-app-doppelsieg-bei-landeswettbewerb-der-physik-olympiade-in-schwaz-d168495.html
  5. http://oemo.at/de/community/results.php?titel=QnVuZGVzd2V0dGJld2VyYiwgMi4gVGVpbA==&runden=38
  6. http://www.imo-official.org/team_r.aspx?code=AUT&year=2012
  7. http://www.kaenguru.at/ueber-den-wettbewerb/2012-wettbewerb/vorlaeufige-reihung/oesterreich/
  8. http://www.wifi.at/DE/%C3%9Cber%20uns/WIFI-Sprachmania/WIFI%20Sprachmania%202012/sprachmania2012_gewinner.aspx
  9. http://www.brg-app.tsn.at/profil/mk.html
  10. http://www.brg-app.tsn.at/notebook/toshiba.htm

Weblinks