Bundhaube

Mann mit Bundhaube aus dem Skizzenbuch des Villard de Honnecourt, um 1230
Turnierhaube

Eine Bundhaube, Bunthaube, Coiffe, auch Hersenier (altertümlich: Härsenier)[1] ist eine mittelalterliche Kopfbedeckung, die als Schutz unter einer Krone oder einem ritterlichen Helm getragen wurde.

Inhaltsverzeichnis

Verwendung

Die Trageabsicht war die Minderung des Druckes der metallenen Kopfbedeckungen. Auch der Schlag von Schwerthieben sollte gemindert werden. Der Kopfschutz erfolgte zuerst mit einem gepolsterten Käppchen, dem sogenannten Batvat. Weiter wurden aufgesetzt die Bundhaube, die Beckenhaube und das Hütelin oder Hütel. Letztere war eine Filzmütze, welche auch über die Beckenhaube gezogen wurde. Erst auf diese vier Dinge wurde der Helm gesetzt.

Im 12. Jahrhundert waren die Bundhaube und die Brünne zu einem einheitlichen Kleidungsstück vereint worden. Als Brünne wurde eine Art des Panzerhemdes bezeichnet.

Eine Weiterentwicklung der Bundhaube ist die Helmkappe oder Turnierhaube, die größer und weit mehr gepolstert war. Sie wurde unter den schweren Stechhelmen getragen und mit Lederriemen am Helm fixiert.

Die altertümliche Bezeichnung „Härsenier“ ist in alten Texten anzutreffen: „»Man stroufte im ab sîn härsenier« »Sîn härsenier von im er zôck, des twanc in starkiu hitze«“.[2]

Die Landsknechte trugen später ebenfalls Bundhauben, die aber entsprechend der übrigen Landsknechtsmode äußerst aufwändig mit Schlitzen und Rüschen dekoriert waren. Manche Landsknechte trugen darunter eine stählerne Hirnhaube zum Schutz der Schädeldecke.

Einzelnachweise

  1. Deutsches Rechtswörterbuch, Uni Heidelberg, Eintrag: Hersenier
  2. Götzinger, E.: Reallexicon der Deutschen Altertümer. Leipzig 1885., S. 401-404

Literatur

  • Deutschlands Ritterschaft: Ihre Entwicklung und ihre Blüte, Heinrich von Wedel, Druck und Verlag C. A. Starke, Görlitz 1904, Verlag Biblio Bazar LLC, 2009, ISBN 1110057202

Weblinks

 Commons: Coifs – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien