Burg Berneck

p3

Burg Berneck
Burg Berneck

Burg Berneck

Entstehungszeit: Anfang 13. Jahrhundert
Burgentyp: Höhenburg
Erhaltungszustand: Erhalten oder wesentliche Teile erhalten
Ort: Kauns
Geographische Lage 47° 4′ 33″ N, 10° 42′ 7″ O47.07583333333310.701944444444Koordinaten: 47° 4′ 33″ N, 10° 42′ 7″ O
Burg Berneck (Tirol)
Burg Berneck
Berneck von der Kaunertalstraße
Berneck, Nordseite mit Eingängen und Schildmauer

Die Burg Berneck auch Burg Bernegg ist eine mittelalterliche Burg bei Kauns in Tirol.

Inhaltsverzeichnis

Lage und Funktion

Die Burg steht östlich des Dorfendes von Kauns auf 1.076 Meter Seehöhe. Gegen Süden ist sie direkt an eine Felswand gebaut die 130 Meter tief in das Tal des Faggenbaches abfällt. Im Westen fällt ein Steilhang ins Kaunertal ab. Im Norden und Osten ist die Burg nur durch eine leicht erhöhte Position auf einem Hügel vom Umland abgegrenzt. Die Burg ist strategisch von geringer Bedeutung. Sehr wahrscheinlich wurde sie zur Sicherung des Verkehrsweges über den Piller erbaut. Auf der gegenüberliegenden Seite des Inntales liegt in Blickkontakt die Burg Laudegg.

Besitzer

Die Anfänge der Burg liegen im Dunkeln. Erst im Jahr 1225 wird die Burg erstmals erwähnt. Als Besitzer werden die Herren von Berneck genannt. Blasius von Berneck starb 1396 kinderlos und das Lehen fiel an seinen Bruder Zacharias, dessen Ehe mit Barbara von Laatsch ebenfalls kinderlos blieb. Die Burg fiel an Margareta, die Tochter des dritten Bruders Friedrich. Diese heiratete zuerst Viktor von Firmian und nach dessen Tod Sigmund von Anneberg, der die Burg im Jahr 1415 übernahm. Die Anneberger schlossen sich der Adelspartei gegen Herzog Friedrich an und verloren daraufhin vorübergehend die Burg, bekamen sie aber wieder zurück und verkauften sie 1435 an den Schweizer Hans Wilhelm von Mülinen. In der Folge wechselten die Lehensinhaber recht häufig. Nach von Mülinen 1457 kaufte Hans Kripp die Burg und sein Sohn verkaufte sie an Hilprant Rasp zu Laufenbach. Dessen Tochter heiratete Albrecht Rindsmaul, der die Burg 1488 an Christian Tänzl verkaufte. 1499 tauschte Kaiser Maximilian die Burg gegen Schloss Tratzberg. 1530 erwarben die Salzherren von Zott die Burg von den Habsburgern und ab 1667 war sie im Besitz der Fieger. 1699 wurde sie von Franz Christoph von Rassler gekauft. 1728 gelangte sie in den Besitz der Familie Pach, die Besitzer des benachbarten Schloss Bidenegg bei Fließ. 1932 (bzw. 1934) verkauften die Brüder Harald und Vitus Pach die Burg jeweils zur Hälfte an Gottfried Knabl und Anton Kathrein. 1961 erstand Max Kathrein die andere Hälfte der Burg von Ida Knabl und veräußerte noch im selben Jahr die ganze Burg an Rolf Roland. 1976 kaufte der Innsbrucker Architekt Ekkehard Hörmann die Burg.

Baugeschichte

Wie schon erwähnt, ist über die Anfänge der Burg wenig bekannt. Es wird vermutet, dass sie von den Herren von Berneck zu Beginn des 13. Jhs. erbaut wurde. Die alte Burg wurde wahrscheinlich während der Auseinandersetzung der Anneberger mit Herzog Friedrich sehr schwer beschädigt. In der Folge wurde sie von Hans Wilhelm von Mülinen wieder aufgebaut. Nach dieser Erweiterung im 15. Jahrhundert stellte sie eine der schönsten und größten in der Umgebung dar. Auffallend ist die Verwendung von gelbem Tuffstein für Fenster- und Türfassungen, Fensterkreuze, Eckquader und Kragensteine. Bemerkenswert ist auch die Burgkapelle, die dem heiligen Bartholomäus geweiht ist und bedeutende spätgotischen Fresken enthält. Die Pachs mahmen 1775 noch einmal einen Kredit über 1500 Gulden für eine Renovierung auf, 1819 wurde die Anlage als Sommerresidenz wieder instandgesetzt. Ab 1870 verfiel Berneck aber immer mehr, und im 20. Jahrhundert schritt der Verfall rasch voran. Erst der Erwerb der Burg durch Ekkehard Hörmann und die darauf folgende Renovierung 1977 bis 1983 rettete Berneck vor dem endgültigen Verfall. Die Renovierung der Burgkapelle mit Mitteln der Münchener Messerschmitt Stiftung war 1987 beendet.

Besichtigungsmöglichkeiten

Die Besichtigung der Burg Berneck ist nur im Sommer möglich. Besichtigungen mit Führungen finden jeweils am Freitag und Samstag um 10:00 und 11:00 Uhr statt.

Literatur

  • Beatrix Pinzer, Egon Pinzer: Burgen, Schlösser, Ruinen in Nord- und Osttirol. Ed. Löwenzahn, Innsbruck 1996, ISBN 3-7006-2122-3 (formal falsche ISBN).
  • Waltraud Comploy: Die Burgen Tirols am obersten Inn (= Kunstgeschichtliche Studien. Bd. 1, ZDB-ID 185597-9 = Veröffentlichungen der Universität Innsbruck. Bd. 74). Kommissionsverlag der Österreichischen Kommissionsbuchhandlung, Innsbruck 1972 (Zugleich: Innsbruck, Univ., Diss., 1968).

Weblinks