Burg Reinsberg

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Burgruine Reinsberg
Burgarena reinsberg.jpg
Alternativname(n): Reinsperg
Entstehungszeit: um 1000
Burgentyp: Höhenburg
Erhaltungszustand: Ruine
Ort: Reinsberg
Geographische Lage 47° 58′ 57″ N, 15° 4′ 16″ O47.982515.071111111111Koordinaten: 47° 58′ 57″ N, 15° 4′ 16″ O
Burgruine Reinsberg (Niederösterreich)
Burgruine Reinsberg

Die Burg Reinsberg befindet sich in der gleichnamigen Gemeinde Reinsberg im Bezirk Scheibbs in Niederösterreich.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Burg Reinsberg, Kupferstich, Georg Matthäus Vischer, 1672

Die Burg, damals noch Reinsperg, wurde um das Jahr 1000 als Schutz gegen die Slawen erbaut. Von hier aus wurde auch die niederösterreichische Eisenstraße beschützt. Die Hochzeit hatte die Burg im 13. und 14. Jahrhundert. Als die Burg 1597 geplündert wurde, setzte der Verfall ein. Die Dachsteuer unter Joseph II. bedeutete das Ende der Burg.

Durch die Gründung der Pfarre Steinakirchen 976 begann auch für Reinsberg eine wichtige geschichtliche Epoche. Hier in diesem engem Tal, inmitten slawischer Siedler wurde die südlichste Taufstelle dieser Großpfarre installiert. Die Christianisierung bis hin zum Ötscher wurde von Reinsberg aus geleitet. Zur Sicherung dieser Taufkirche, welche dem Hl. Johannes dem Täufer geweiht wurde, aber auch zur Sicherung der Eisenstraße über den Buchberg und der Dreimärktestraße wurde am Beginn des zweiten Jahrtausends die Burg Reinsberg errichtet.

Die größte gesellschaftliche und wirtschaftliche Bedeutung erlebte Reinsberg im 13. Jahrhundert unter Herrschaft Adelhaids von Reinsberg. Adelhaid gründete 1291 die Pfarre Reinsberg, 1294 die Pfarre Randegg und 1296 ein Frauenkloster in Randegg. Die Gründung der Pfarre Gaming geht mit ziemlicher Wahrscheinlichkeit ebenfalls auf Adelhaid oder ihre Vorfahren zurück.

Im April 1597 plünderte der Bauernführer Markgraber „mit einigen losen Buben“ die Burg Reinsberg. Wahrscheinlich wurde damals der Anfang für den Verfall gesetzt.

Die Burg seit dem 20. Jahrhundert

Zur Zeit der Nachkriegssommerfrische ein beliebtes Ausflugsziel, ist die Burgruine mit dem Ausbleiben der Urlaubsgäste in einen tiefen Dornröschenschlaf gesunken. Sträucher und Bäume überwucherten sie und die stolze Burg auf der Anhöhe über der Ortschaft geriet in Vergessenheit.

Im Jahr 1990 wurde durch eine Initiative die Ruine renoviert und revitalisiert und es entstand die Burgarena Reinsberg, in der heute Open Air verschiedene Veranstaltungen stattfinden.

Logo der Burgarena Reinsberg
Ferro Arte Kraniche auf der Burgarena

Sanierung der Burg

1990 haben die ersten Verhandlungen mit den Österreichischen Bundesforsten begonnen. Die Gemeinde, die Dorfwerkstätte und die Heimatbühne nahmen sich der Ruine an. Vorerst wurde ein Pachtvertrag abgeschlossen. Seit 1997 ist die Burganlage im Besitz der Gemeinde Reinsberg.

Oper in Reinsberg

Seit 2002 werden auf der Burg Opern aufgeführt. Das einmalige Open-Air-Ambiente der Burgarena Reinsberg verfügt über ca. 900 Sitzplätze, wovon der Großteil überdacht ist.

Architektur

Mobile Überdachung der Burgarena

Allgemeines

Die Burgruine Reinsberg diente schon längere Zeit als Ort von Theateraufführungen, Festen und Ausstellungen. Durch die Gewährung von Fördermitteln des Landes NÖ, durch Eigenmittel der Gemeinde sowie durch weitere umfassende und unentgeltliche Mitarbeit des Dorferneuerungsvereins wurde es möglich die Burgruine zu einem professionellen Veranstaltungsort umzubauen.

Überdachung

Das Projekt zeichnet sich durch eine weltweit einzigartige mobile Überdachung des unteren Burghofes aus. Ein gebrauchter Autokran, der stationär aufgestellt wurde, trägt eine riesige elliptische Leichtkonstruktion, die mittels Stahlseilen am Boden verankert ist. Durch die Drehbarkeit des Autokrans sind verschiedene Positionen der Überdachung möglich. Die Konstruktion ist sehr leicht zerlegbar und kann daher außerhalb der Spielzeit bequem abgebaut werden.

Südgebäude

Unmittelbar angrenzend an den unteren Burghof ist ein Infrastrukturgebäude mit Buffet, Küche, Büro und großer überdachter Zuschauerterrasse im Erdgeschoss sowie Einrichtung für den Aufführungsbetrieb und Lagerräumen in zwei Untergeschoßen errichtet worden.

Palas

Das Hauptgebäude, der historisch älteste Teil der Burganlage, ist in der Höhe des oberen Burghofes durch Stahlbetonstützen und balkonartige Stahlkonstruktionen ergänzt. Von diesen Balkonen bietet sich ein phantastischer Ausblick auf die tief darunter liegende Arena.

Oberer Burghof

Das gesamte Projekt entsteht in Zusammenarbeit und mit Genehmigung des Bundesdenkmalamtes. Es wurde vereinbart, dass der Bereich des oberen Burghofes, der mit hoher Wahrscheinlichkeit noch zur Gänze unterkellert ist, in dieser Baustufe nicht verändert wird. Hier soll die Möglichkeit einer späteren Ausgrabung bestehen bleiben.

Der Umbau der Burgruine zur Kulturarena wurde von Architekt Johannes Zieser geplant.

Weblinks