Burg Vichtenstein

Burg Vichtenstein
Die Burg Vichtenstein

Die Burg Vichtenstein

Entstehungszeit: um 1100
Burgentyp: Höhenburg
Erhaltungszustand: gut erhalten, bewohnt
Ort: Vichtenstein
Geographische Lage 48° 31′ 44″ N, 13° 39′ 8″ O48.52888888888913.652222222222540Koordinaten: 48° 31′ 44″ N, 13° 39′ 8″ O
Höhe: 540 m ü. A.
Burg Vichtenstein (Oberösterreich)
Burg Vichtenstein

Die Burg Vichtenstein ragt im Sauwald (Oberösterreich), im Zentrum der Gemeinde Vichtenstein, oberhalb des Donautals gegenüber der Marktgemeinde Obernzell (Niederbayern) auf.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Das Entstehungsjahr der Burg ist nicht urkundlich belegt, doch es wird davon ausgegangen, dass die Burg um das Jahr 1100 errichtet worden ist. Die erste Erwähnung findet sich 1116 mit dem Grafen von Formbach, der sich auch von Vichtenstein nannte. Vermutlich sind er oder sein 1090 verstorbener Vater Heinrich II. von Formbach die Erbauer der Burg. 1145 starb das Geschlecht aus und der Besitz kam im Erbweg an die Hallgrafen zu Wasserburg. Konrad Graf Wasserburg verpfändete die Burg an das Bistum Passau für den Fall, dass er von dem Kreuzzug von 1218 nicht heimkehren sollte. Obwohl er wieder zurückkam und die Burg wieder einlösen wollte, ergab sich daraus eine lange Fehde, die dem Grafen sogar zeitweise die Reichsacht eintrug. 1227 kam Vichtenstein unter Teilherrschaft der Bischöfe von Passau, denen der Trum zugesprochen worden war, sodass nur die Innenburg dem Grafen Konrad verblieb. 1240 kam es zu einer neuen Fehde, bei der der Passauer Bischof die Burg durch seine Streitmacht besetzen ließ. Bei den Friedensverhandlungen 1244/45 konnten sich Bischof Rudigier und Graf Konrad darauf einigen, dass die Burg gegen eine weitere Zahlung von 100 Mark Silber ganz in den Besitz des Bischofs überging.

Die Bischöfe ließen die Burg, wenn sie nicht gerade verpfändet war, durch Pfleger oder Burggrafen verwalten. Andreas Haller war 1367 Pfandinhaber der Burg, allerdings auch Anführer des Passauer Bürgeraufstandes gegen den Bischof. Nach der Niederlage der Bürgerschaft verkaufte er die Burg an den Ritter Friedrich von Puchberg. Dies zog wiederum eine mehrjährige Fehde nach sich, und der Bischof musste sich aus Geldmangel 1370 entschließen, die Burg an die Schaunberger zu verpfänden. Nach der Niederlage der Schaunberger gegen Herzog Albrecht III. von Österreich kam Vichtenstein wieder an das Passauer Bistum zurück, bei dem es bis zur Säkularisierung verblieb. Am 3. Jänner 1803 kam es in den Besitz Österreichs und wurde in private Hände verkauft. Nach mehreren Zwischenstationen gelangte es 1868 in den Besitz des Grafen von Pachta. Die jetzigen Besitzer erwarben die Burg und die dazugehörigen Besitzungen aus der Erbmasse der Pachtas. In den letzten Monaten des Zweiten Weltkriegs und der nachfolgenden Zeit diente das Schloss als Auffanglager für Flüchtlinge. Die Burg befindet sich nun im Besitz von Dipl.-Ing. Klaus Schulz-Wulkow und kann nicht besichtigt werden.

Burg Vichtenstein heute

Die Burg liegt oberhalb des rechten Donauufers in einer steilen Berglehne oberhalb der Ortschaft Kasten. Die Burg ist in ununterbrochener Folge bewohnt und benutzt worden. Dadurch wurde die Burg in den ganzen Jahrhunderten oft umgebaut und renoviert.

Auf dem schmalen Grat, der die Verbindung von der Burg zum Vorgelände bildet, erhebt sich ein massiver hoher romanischer Turm. Als die ältesten Teile der Burg kann man den allein stehenden Bergfried und den Torbau bezeichnen. Der Zugang zu dem Turm führt über eine gemauerte Brücke, die zu dem Torturm mit Spitzbogentor und darüber befindlichen Rollen für eine früher vorhandene Zugbrücke führt. Die zwei viereckigen Wohntürme sind im 15. oder im 16. Jahrhundert entstanden. Nach der Torhalle gelangt man in einen langgestreckten vorderen Hof, der beiderseits von Mauern begrenzt ist. Nach einem scharfen Knick kommt man in den eigentlichen Burghof. Die Wohn- und Wirtschaftsgebäude sind alle an die Ringmauer angelehnt. Diese wird durch Türme, die zur Seitenbestreichung dienten, verstärkt.

Eine besondere Sehenswürdigkeit ist die dem Hl. Hippolyt geweihte Schlosskapelle, die im 14. Jahrhundert erbaut und im 17. Jahrhundert erweitert wurde. Das Innere der Kapelle besticht mit einem Kreuzrippengewölbe mit figuralen Schlusssteinen.

Weitere Bilder

Literatur

  • Norbert Grabherr: Burgen und Schlösser in Oberösterreich. Ein Leitfaden für Burgenwanderer und Heimatfreunde. 1976 (3. neubearbeitete Auflage), Linz: Oberösterreichischer Landesverlag, ISBN 3-85214-157-5.

Weblinks

 Commons: Burg Vichtenstein – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien