Burgruine Alt-Leonroth

p1

Burgruine Alt-Leonroth
Alternativname(n): Alt Leonrode, Alt Leonrot, Leonrod
Entstehungszeit: Ende 12./Anfang 13. Jahrhundert
Burgentyp: Höhenburg
Erhaltungszustand: Ruine
Ständische Stellung: Ministerialen
Bauweise: großformatiges, lagenhaftes Bruchsteinmauerwerk
Ort: St. Martin am Wöllmißberg
Geographische Lage 47° 0′ 6″ N, 15° 8′ 26″ O47.00166666666715.140555555556640Koordinaten: 47° 0′ 6″ N, 15° 8′ 26″ O
Höhe: 640 m ü. A.
Burgruine Alt-Leonroth (Steiermark)
Burgruine Alt-Leonroth

Die Burgruine Alt-Leonroth (auch Leonrod, Leonrode, Leonroth genannt) steht im Teigitschtal in der Gemeinde St. Martin am Wöllmißberg im Bezirk Voitsberg in der Steiermark.

Die Burg sicherte die Straße aus dem Kainachtal zur Pack und damit einen der Wege über die Koralpe.

Inhaltsverzeichnis

Lage

Die Reste der Burg liegen im Tal der Teigitsch im Ort Großwöllmiß auf einem Geländevorsprung in Richtung Südosten über einem alten Weg auf den Packsattel zwischen dem Kainach- und dem Murtal. Die Ruine befindet sich auf dem Grundstück Nr. 295/3 der Einlagezahl (EZ) 24 in der Katastralgemeinde 63317 Großwöllmiß auf einer Höhe von 640 m ü. A..

Geschichte

Die Anlage wurde vermutlich Ende des 12. Jahrhunderts von der Familie der Kremser errichtet, die sich im Zusammenhang mit der Burg auch Krems-Leonrode nannten. Sie waren ein Ministerialengeschlecht der steirischen Landesherren. Es wird vermutet,[1] dass Otto von Krems, der 1196 mit diesem Namen vermerkt ist, der Bauherr der Anlage war. Wann die Burg aufgegeben wurde, ist unbekannt. Archäologische Untersuchungen fanden bisher nur in Form von Begehungen statt, bei denen Gefäßkeramik aus der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts bis zum 16. Jahrhundert sowie einige Geschoßspitzen gefunden wurden.

Der Name der Burg bezeichnet eine Rodungsfläche auf einem Hügel: Lewenrode, (nicht Löwe, lat. leo, älteres Wort: Leu).

Anlage

Die Burg hatte eine Ausdehnung von ungefähr 100 mal 30 Meter. Es sind nur noch wenige Reste erhalten. Die Mauerzüge sind nur mehr in den Fundamenten zu verfolgen. Im Nordwesten stehen noch über zwei Meter hohe Mauerteile mit Schießscharten für Armbrüste. Gegen Westen war die Burg durch einen Graben gesichert, im Norden, Süden und Osten fällt das Gelände steil in das Teigitschtal ab und bedurfte keiner zusätzlichen Sicherung. Im Südosten befinden sich Reste von Räumen hinter meterdicken Mauerfundamenten.

In der älteren Literatur[2] wird als Standort der Burg ein Felskopf westlich der Burg Neu-Leonroth angegeben. Dies trifft nicht zu, diese andere Burg liegt über 2,6 km weit nordnordöstlich von Alt-Leonroth.

Siehe auch

Literatur

  • Werner Murgg: Burgruinen der Steiermark. In: Nikolaus Hofer (Hrsg.): Fundberichte aus Österreich (FÖ). Materialhefte Reihe B Band (FÖMat B 2, 2009). Herausgegeben vom Bundesdenkmalamt, Abteilung für Bodendenkmale. Verlag Berger, Wien 2009. ISSN 1993-1263. S. 148–149.
  • Ernst Lasnik: Die Burgen Alt- und Neu-Leonrod. In: St. Martin am Wöllmissberg. Gemeinde St. Martin am Wöllmissberg 2007. S. 55.
  • Bernhard Hebert: KG Großwöllmiß. In: Fundberichte aus Österreich. Band 45, Jahrgang 2006. Wien 2007. S. 61.
  • Ernst Lasnik: KG Großwöllmiß. In: Fundberichte aus Österreich. Band 43, Jahrgang 2004. Wien 2005. S. 56.
  • Ernst Lasnik: Renovierungsmaßnahmen auf weststeirischen Burgen und Schlössern. Mitteilungsblatt der Korrespondenten der Historischen Landeskommission für Steiermark MKHLK. Band 6, Jahrgang 1999. S. 226–230.
  • Ernst Lasnik: Burgen und Renovierungsmaßnahmen auf weststeirischen Schlössern. Mitteilungen des steirischen Burgenvereines MStBV. Band 20, Jahrgang 1999. S. 226 ff.
  • Kurt Woisetschläger, Peter Krenn: Dehio-Handbuch - Die Kunstdenkmäler Österreichs: Steiermark (ohne Graz). Topographisches Denkmälerinventar, hrsg. vom Bundesdenkmalamt, Abteilung für Denkmalforschung. Verlag Anton Schroll. Wien 1982. ISBN 3-7031-0532-1. Seiten 268 (als „Burgruine“ im Unterschied zur „Veste“ Neu-Leonroth).
  • Herwig Ebner: Burgen und Schlösser in der Steiermark. Teil III. Graz, Leibnitz, West-Steiermark. 2. Auflage Wien 1981 (1. Auflage 1967). S. 112.

Einzelnachweise

  1. Murgg, Burgruinen, 148.
  2. Robert Baravalle: Leonroth. Eine vergessene Burg. Roseggers Heimgarten. Band 46, Jahrgang 1922. S. 95–97.