Burgruine Harchheim

Burgberg
Nordseite mit abgebrochenen Mauerfuß
Westseite

Die Burgruine Harchheim, auch Ruine Burgstall bezeichnet, steht auf einem Felsen oberhalb der Kleine-Kösslbach-Schlucht mitten in einem Naturschutzgebiet im Ortsteil Tullern der Gemeinde St. Ägidi im Bezirk Schärding in Oberösterreich.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Von der ehemaligen Burg sind nur wenige Nachrichten erhalten. 1260 wird Heinrich von Harchhaim und 1307 Her Peter von Harchheim erwähnt. Die Harchhaimer werden noch im 15. Jahrhundert als ritterliches Geschlecht in verschiedenen Urkunden genannt. 1536 wird vom Landeshauptmann von Oberösterreich angeordnet, straffällige Bewohner von Niederkeßla in der Burg zu verurteilen und einzusperren. Da jedoch der Burgstall zu Beginn des 16. Jahrhundert bereits sehr verfallen war, verlegte man ein halbes Jahrhundert später (1583) den Sitz des Gerichtes nach St. Aegidi. Der Großteil des Baumaterials wurde für den Neubau der St.-Pankratius-Kirche verwendet, die 1550 vom Engelszeller Abt Pankrazius an der Stelle eines früheren Baues errichtet wurde. Auch diese Kirche ist seit 1784 durch Kaiser Joseph II. geschlossen. An ihrer Stelle errichtete man die heute noch bestehende St. Pankratiuskapelle.

Der untere Kleine Kößlbach hat immer eine natürliche Grenze zwischen den Herrschaften, Gemeinden und Pfarren, die teils Passau, teils Österreich zugerechnet wurden, gebildet, dennoch kam es Jahrhunderte lang zu Streitigkeiten um dieses Gebiet. Erst mit einem 1765 zwischen Kaiserin Maria Theresia und dem Fürstbischof Leopold III. von Passau abgeschlossenen Staatsvertrag wurde geregelt, dass St. Ägidi zu Österreich gehört.

Ruine Harchheim heute

Von der früheren Burg ist nur mehr ein etwa stockhohes Mauergeviert am Rand steil abfallender Felsen erhalten. Die erhaltenen Mauerreste stellen die Talseite eines rechteckigen Gebäudes dar, das auf Futtermauern an der steilsten und tiefsten Stelle des Felsens aufgebaut worden ist. sie sind aus Bruchsteinmauerwerk mit zugehauenen Eckquadern errichtet und haben eine Mauerstärke bis etwa zwei Meter. Dieser Gebäudeteil konnte wegen seiner exponierten Lage nicht für den Kirchenbau abgetragen werden. Auf dem eigentlichen Burgberg sind keine Mauerreste mehr vorhanden.

Die Ruine liegt am rechten Ufer des Kesselbaches, der gegenüber von Rannariedl in die Donau mündet.

Man erreicht die Ruine von St. Aegidi aus, wenn man auf der Roßgatterstraße über Schauern etwa 1,8 km fährt, dann den Mittelbach-Güterweg zum Erbhof Mittelbach Nr. 3 nimmt; von dort geht der Weg in den Wald und nach etwa 800 Metern erreicht man die Ruine. Eine andere Möglichkeit, die Burgruine zu erreichen, ist der Ausgangspunkt von der St. Pankratiuskapelle, wobei man sehr genau auf die Wegmarkierungen achten und nach etwa 500 m eine Abzweigung nach links Richtung Kösslbachschlucht nehmen muss.

Literatur

  • Norbert Grabherr: Burgen und Schlösser in Oberösterreich. Ein Leitfaden für Burgenwanderer und Heimatfreunde. 1976 (3. neubearbeitete Auflage), Linz: Oberösterreichischer Landesverlag, ISBN 3-85214-157-5.

Weblinks

  • Burgensseite [1]
  • Burgenkunde.at [2]

48.45972222222213.770277777778Koordinaten: 48° 27′ 35″ N, 13° 46′ 13″ O